Schumacher/Rosberg zu Ferrari, Hamilton und Leclerc: «Keine klare Linie»
Es ist unvermeidlich: Lewis Hamilton und Charles Leclerc werden sich bei Ferrari wieder in die Quere kommen. Wie Weltmeister Nico Rosberg und GP-Sieger Ralf Schumacher die Lage einschätzen.
Nicht zum ersten Mal stolperten sich Ferrari-Superstar Lewis Hamilton und GP-Sieger Charles Leclerc in Monza über die Räder. Daraufhin gab es von Teamchef Fred Vasseur unmissverständliche Worte, auch am Madring.
Der Franzose sagte: «Ich hatte gute Gespräche mit Lewis und Charles, sie haben sich untereinander ausgesprochen, und ich habe sie an einige Grundprinzipien meiner Teamführung erinnert.»
«Ich muss das Team schützen, das gehört zu meinen Aufgaben. Und genau das habe ich auch den Piloten gesagt – wenn wir Ergebnisse erreichen wollen, dann müssen wir die Mannschaft in Schutz nehmen, und dazu gehört, Verantwortung zu übernehmen.»
«Ich verlange von den Fahrern nicht, auf Offenheit oder Härte zu verzichten. Aber sehr oft sind sie bei uns viel gelassener, als wenn sie dann mit der Presse sprechen. Lewis hat mir gesagt: ‘Fred, 80 Prozent meiner Aussagen waren positiv, und sie haben nur die negativen 20 herausgegriffen.’ Wir alle wissen, wie das funktioniert. Wenn du sagst, dass das Team gute Arbeit leistet, und dann ein ‚aber‘ hinzufügst, wird genau dieser Teil zur Schlagzeile. Das gehört zum Spiel.»
«Man kann nicht erwarten, dass in den Verträgen sämtliche Szenarien aufgeführt sind, die auf der Strecke vorkommen können, denn unweigerlich würde alles zu einer Frage der Auslegung. ‚Ich war da‘, ‚Nein, du warst fünf Zentimeter weiter hinten‘; damit löst man nichts. Die Prinzipien sind klar, und die Fahrer kennen sie auch.»
Die beiden früheren deutschen GP-Piloten Nico Rosberg und Ralf Schumacher haben das Duell Hamilton gegen Leclerc aus der Nähe beobachtet und schätzen die Lage als F1-Experten von Sky ein.
Der 23-fache GP-Sieger Rosberg (Weltmeister 2016) findet: «Man braucht da ganz klare Richtlinien. Beide Fahrer müssen genau wissen, was okay ist und was nicht. Ferrari hat solche Richtlinien vermissen lassen, wie wir aus den Zweikämpen Lewis gegen Charles gelernt haben. Wenn man das den Fahrern überlässt, führt das zu Unfällen und immer mehr Problemen zwischen den Fahrern.»
Der sechsfache GP-Sieger Ralf Schumacher (WM-Vierter von 2001 und 2002) ergänzt: «Ich hatte bei unserem Interview das Gefühl, dass Fred Vasseur von der ganzen Situation ziemlich genervt ist und die Fehler klar angesprochen hat. Es ärgert ihn, dass sich beide Fahrer nicht hinter die Marke stellen, kein Teamwork zeigen, sondern sich in gewisser Weise über die Marke stellen. Das muss aufhören, wenn man versucht, Mercedes zu jagen.»
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