Hans-Joachim Stuck nach Madring-GP: «Überholt wird mit dicken Eiern!»
Rennsport-Legende Hans-Joachim Stuck sprach am Montag bei «Sport und Talk aus dem Hangar-7» über die GP-Premiere von Madrid und die Lage in der Formel 1.
Motorsport stand im Mittelpunkt der TV-Live-Sendung «Sport und Talk aus dem Hangar-7» in Salzburg. Großes Thema war die schillernde Formel-1-Fiesta auf dem Madring. Das neue Event auf dem IFEMA-Messegelände vor den Toren der spanischen Metropole Madrid mit Sieger Kimi Antonelli wurde im Studio von Hans-Joachim Stuck (75) und Patrick Friesacher (45) analysiert.
Zu Max Verstappens chaotischem Rennen auf dem Madring sagt Stuck angesichts der Vorkommnisse: «Das war ja trotzdem nicht schlecht, das muss man schon sagen.»
Auch die verpasste Boxen-Strategie von Lando Norris war ein Thema für Stuck: «In dem Fall war es sicher Pech. Du kannst viel kontrollieren und mit der Box absprechen, aber eben nicht alles. Es hat sich ja auch der Leclerc geärgert – der hat gedacht, er könnte durchfahren.»
Auch die Saison von Mercedes-Wunderkind Kimi Antonelli war ein Thema. Stuck: «Der kam ja aus dem Nichts, er war plötzlich da. Er ist für mich ein Jahrhundert-Talent wie Verstappen oder Senna. Er ist auch ein mega sympathischer Bursch – die Familie ist immer dabei. Der lebt das schon alles! Er bekommt jetzt den Lohn. Ich gönne es ihm von ganzem Herzen.»
Der Wahl-Tiroler Stuck weiß: «Mit den Punkten Vorsprung kann man im Kampf schon mal auf einen Platz verzichten. Das ist schon Vorsprung, der der Safety gut tut!»
Zu den Leistungen von Max Verstappen auf der Nordschleife sagt Stuck: «Der Frank Stippler ist einer der schnellsten auf der ganzen Welt und der sagt, das ist schon unglaublich, was Max da zeigt. Das braucht er halt, es ist eine Herausforderung.»
«Ich will ja nichts kritisieren, aber der ganze Elektro-Schmarren in der Formel 1 gehört da nicht hin. Vielleicht ist jetzt auch der Fahrer nicht mehr so entscheidend. Auch das Ding mit dem Flügel öffnen. Die sollen eine gescheite Aerodynamik machen – und sorry, dass ich das so sage: Überholt wird mit dicken Eiern!»
Es ging auch um Geschichte, vor 50 Jahren: Im Jahr 1976 stand Stuck gemeinsam mit Niki Lauda in Startreihe 3 beim Comeback in Monza. «Ich hab’ Niki davor im Krankenhaus besucht und gesagt: ‘Du spinnst, wenn du da jetzt fahren willst.’ Das Problem war: Wie kann er den Helm aufziehen ohne dass es weh tut? Und dann kam auch noch das Emotionale dazu. Es war ja auch ganz gut dann das erste Rennen danach. Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.»
Und zur Ausbildung der Fahrer in der heutigen Zeit sagt Stuck: «Der Kart-Sport kam dann erst mit Ayrton Senna. Papi hat dann beim Minister interveniert, sodass ich den Führerschein früher beginnen konnte. Ich musste damals dann warten, bis ich mit 18 mein erstes Rennen fahren durfte.»
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