Grosser Preis von Spanien auf dem neuen Madring: Strecke top oder Flop?
Die Madrilenen hatten sich viel vorgenommen für den ersten Formel-1-WM-Lauf ihrer Stadt seit 1981. Aber sind die hohen Erwartungen an den neuen Mischkurs Madring wirklich erfüllt worden?
Aus dem Stand heraus eine Top-Veranstaltung hinknallen, das war das Ziel der Organisatoren des Grand Prix von Spanien auf dem Messegelände-Kurs Madring. Aber ist das den Madrilenen gelungen?
Erstmals seit 1981 wurde wieder ein Formel-1-WM-Lauf in Madrid ausgetragen. Wobei: Der damals benutzte Rundkurs von Jarama liegt 30 km vom Stadtzentrum entfernt. Eine Rückkehr auf diese permanente Rennstrecke stand nie zur Diskussion – die Bahn zu eng, zu kurz und ziemlich langweilig.
Dem Formel-1-Zeitgeist eher entspricht ein Grand Prix, in dessen Rahmen sich die Fans in der quirligen Weltstadt Madrid vergnügen können, um problemlos (etwa mit der Metro) zur Rennstrecke auf dem Messegelände IFEMA zu gelangen.
Drei kraftvolle Eindrücke bleiben: Erstens haben es die Madrilenen geschafft, auf Anhieb eine hervorragend organisierte Rennveranstaltung auf die Beine zu stellen – Respekt!
Zweitens ist der Madring eine anspruchsvolle, knifflige Bahn, und für die Formel-1-Piloten gilt bekanntlich: je schwieriger eine Rennstrecke, desto lieber. Auf eine Runde also alles gut.
Leider – drittens – wurde es dabei versäumt, daran zu denken, dass guter Motorsport davon lebt, dass die Fahrer einander überholen. Der Madring ist knifflig, begünstigt durch sein Layout aber keine Platzwechsel.
Der vierfache Formel-1-Champion Max Verstappen gibt zu bedenken: «Mit Kurven in dieser Abfolge ist es ganz schwierig, einen Gegner zu überholen. Was beispielsweise fundamental falsch gemacht worden ist – Bremszonen, in welchen wir schon am Einlenken sind. Da haben die Fahrer alle Hände voll zu tun mit sich selber, das begünstigt blockierende Räder, aber nicht guten Sport.»
«Was also das Pistendesign angeht, so hätte man das vielleicht besser machen können. Ich finde auch, ein wenig mehr Beitrag von uns Fahrern hätte da schon mal ein schönes Stück helfen können. Ich weiss, da würden nun viele Organisatoren den Mahnfinger heben und sagen – ja, aber wir haben nur beschränkten Raum. Doch ich sage: Das zu behaupten, ist einfach Bockmist. Es gibt in so gut wie jedem Pisten-Layout eine Möglichkeit, bessere Überholmöglichkeiten zu schaffen.»
«Dass wir uns hier nicht falsch verstehen: Die ganze Veranstaltung von Madrid ist sehr cool. Hier ist ein guter Job gemacht worden. Die Rennställe haben auch früh gute Informationen erhalten, um die Simulatoren mit Daten füttern zu können. Aber wenn wir auf dem Madring interessanteren Sport zeigen wollen, dann müssen wir hier Einiges ändern. Da gibt es eine ganze Reihe von Kurven, wo man das besser machen kann.»
Letztlich bleibt nach der Madring-Premiere ein fader Nachgeschmack: Die Stadt ist jedem zu empfehlen (auch ohne Formel 1), die Organisation war durchdacht, die Besucher wurden freundlich empfangen (leider keine Selbstverständlichkeit), Fans und VIP haben das Wochenende sichtlich genossen, aber der Madring muss besseren Sport erlauben, damit dieser Grand Prix zu einem vollen Erfolg wird.
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