Motorrad-Frauen-WM
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Die Sportchefin des chinesischen Motorradherstellers QJ Motor war zu Besuch bei der Superbike-WM in Frankreich, um mit Teams für 2027 zu verhandeln. Entwicklungserfahrung haben zwei von ihnen.
Seit Mitte Juli wissen regelmäßige Leser von SPEEDWEEK.com, dass der chinesische Motorradhersteller
Puccetti hat dem QJ-Management deshalb frühzeitig mitgeteilt, dass sie sich für 2027 und darüber hinaus nach einem neuen Partner umschauen müssen. QJ will zukünftig mehr in die Supersport-WM investieren und ist dabei, eine eigene Rennabteilung im riesigen Werk in China aufzubauen – das macht die Firma zu einem reizvollen und lukrativen Verbündeten.
Anfang September wurde die verantwortliche Racing-Managerin zum SBK-Wochenende nach Magny-Cours geschickt, wo sie sich mit in Frage kommenden Teams zu längeren Gesprächen traf. SPEEDWEEK.com fand heraus, dass es sich dabei um die Supersport-WM-Trupps Orelac Ducati, PTR Triumph und AS Yamaha sowie Motoxracing Yamaha aus der Superbike-WM handelte.
Erfahrung in der Motorradentwicklung haben nur zwei von ihnen. AS Yamaha, die Schweizer Truppe von Andrea Quadranti, die mit Albert Arenas die Weltmeisterschaft anführt, hat jahrelang eng mit MV Agusta zusammengearbeitet und maßgeblich deren Auftritt in der Superbike- und Supersport-WM beeinflusst und gelenkt.
Über ebenfalls viel Know-how verfügt PTR, die drei Buchstaben stehen für Performance Technical Racing: Teamchef Simon Buckmaster, ein früherer 500er-GP-Pilot, hat in der Supersport-WM mit Honda einige Erfolge erzielt, kümmert sich seit 2022 um den Werksauftritt von Triumph und brachte die britische Traditionsmarke auf die Siegerstraße.
Die Entscheidung bei QJ Motor wird voraussichtlich noch vor dem nächsten SBK-Event Ende September in Cremona in Norditalien fallen. Wer den Zuschlag erhält, hat viel Arbeit vor sich: Im ersten Jahr der Teilnahme an der Supersport-WM 2024 eroberte die chinesische Marke mit der viel zu schweren und dazu schwachbrüstigen SRK800RR nicht einen WM-Punkt. In der zweiten Saison wurden es mit Niki Tuuli und Raffaele De Rosa immerhin 36 Zähler, was aber immer noch den mit Abstand letzten Platz in der Konstrukteurs-WM bedeutete.
Für dieses Jahr kam das neue Homologationsmodell SRK800RS, mit dem ein deutlicher Schritt nach vorne gelingen sollte. Ernüchternde Realität ist, dass das Punktekonto von De Rosa und Marcos Ramirez bis jetzt auf null steht.
Dem Vernehmen nach wird in China bereits an einem neuen Modell gearbeitet, das voraussichtlich aber erst für die WM 2028 einsatzbereit ist. Im asiatischen Markt kommt die SRK800RS gut an, für die Rundstrecke hat sie aber zu wenig Racing-DNA.
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