Johann Zarco (LCR Honda): «Die Strafe hat alles noch schlechter gemacht!»
MotoGP-Routinier Johann Zarco (Honda) musste in Misano aufgrund einer Grid-Strafe von Position 14 ins Rennen gehen. Drei Runden vor Schluss stürzte er. Der Franzose warf wertvolle WM-Punkte weg.
Im Qualifying in Misano stellte MotoGP-Routinier Johann Zarco seine Honda auf Startplatz 11. Im Sprint fuhr er dann als Zehnter über die Ziellinie. WM-Punkte gab es dafür keine, aber immerhin war er hinter Luca Marini zweitbester Honda-Pilot. Im Grand Prix am Sonntag musste Zarco von Position 14 ins Rennen gehen. Der Grund: Zu Beginn des Q2 hatte er Marco Bezzecchi (Aprilia) auf einer schnellen Runde behindert. Zarco sah ein, dass er einen Fehler gemacht hatte und im Hauptrennen um drei Startplätze nach hinten versetzt wurde.
Nach dem Start ging es für Zarco eine weitere Position nach hinten. Doch nach der hektischen ersten Runde und dem Ausfall von Marco Bezzecchi (Aprilia) war der Franzose 13. Im weiteren Rennverlauf ging es für ihn noch weiter nach vorne – nach dem Crash von Pecco Bagnaia (Ducati Lenovo) zu Beginn der sechsten Runde war Zarco plötzlich in den Top-10. Einige Runden später wurde er von Enea Bastianini (KTM Tech3) überholt. Danach fuhr er lange Zeit auf Position 11, bis er in Runde 21 von KTM-Pilot Brad Binder überholt wurde. Es sah dennoch danach aus, dass Zarco aus Misano einige WM-Punkte mit nach Hause nehmen könnte. Doch dann folgte das Drama: Er stürzte drei Runden vor Schluss in Kurve 8.
«Ich habe in Kurve 8 den Bremspunkt etwas verpasst und bin dann weit gegangen. Ich versuchte einzulenken, dabei rutschte das Bike weg. Ich konnte den Sturz nicht verhindern», erklärte Zarco die Situation. «Es waren noch drei Runden zu fahren, und ich wollte um die Top-10 kämpfen. Der größte Fehler in meinem Rennen war aber, dass ich Fabio (Quartaro) nicht überholen konnte. Als Bastianini hinter ihm war, wusste ich, dass er hinter ihm viel Zeit verlieren würde. Wenn ich meine Pace anschaue, glaube ich, dass ich ihm (Quartararo) hätte folgen können. Ich hatte etwas mehr im Köcher als Fabio, aber ihn zu überholen war zu schwierig. Auf der Strecke gehen mir momentan einige wichtige Dinge ab, die mir die Möglichkeit geben, um nah genug dran zu sein und eine Attacke zu versuchen. Wenn ich jetzt attackiere, verliere ich zu viel Zeit und ich komme von der Linie ab. Das war das Problem am Sonntag. Dazu kommt, dass wenn man lange Zeit hinter einem anderen Fahrer ist, die Temperatur in den Reifen nach oben geht – dann werden das Gefühl und auch der Speed noch schlechter.»
Zarco: «Wenn ich Fabio hätte überholen können, wäre mein Rennen um einiges einfacher und viel besser gewesen»
Danach ging der 36-Jährige noch auf sein gesamtes Wochenende in Misano ein. «Ich bin enttäuscht, denn am Freitag bin ich ganz gut gestartet. Am Samstag reichte es im Qualifying nur für Rang 11. Ich war in jener Session im zweiten Run nicht dazu in der Lage, mich zu verbessern. Die Strafe hat dann alles noch schlechter gemacht», haderte Zarco. «Ich habe an diesem Wochenende keine Punkte geholt, auf dem Bike hatte ich aber eine sehr gute Performance und einen guten Speed. Es ist schade, und ich hoffe, dass es in Österreich besser laufen wird.»
Johann Zarco feierte erst Ende August in Aragon sein Comeback – nach dreieinhalb Monaten Verletzungspause. Wie ist es ihm in Misano körperlich ergangen? «Ich wusste, dass es eine fordernde Strecke ist. Ich kann mich aber nicht beschweren, das Bein machte keine Probleme. Das Armpump machte mir jedoch zu schaffen. Das ist aber Teil des Spiels», so der Honda-Pilot. «Aber wie ich schon sagte, wenn ich Fabio hätte überholen können, wäre mein Rennen um einiges einfacher und viel besser gewesen.»
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