Warum ist Charles Leclerc so viel langsamer als Teamkollege Lewis Hamilton?
Lewis Hamilton fliegt in seinem Ferrari derzeit nur so über die Rennstrecken. Bei seinem Teamkollegen Charles Leclerc ist davon gerade nicht viel zu sehen. Erklärungsversuche vom Sprint-Quali-Vierten.
Lewis Hamilton fuhr am Freitag in Silverstone alles in Grund und Boden: Der Brite war Schnellster im ersten (und einzigen) freien Training. Im Sprint-Qualifying stand der Name Hamilton in jedem einzelnen Qualifying-Segment ganz oben. Entsprechend sicherte sich der Brite auf seiner Paradestrecke Silverstone auch Startplatz 1 für den Sprint.
Sein Teamkollege Charles Leclerc konnte da nicht mithalten. Er startet von Platz 4, war 0,327 Sekunden langsamer als Hamilton. Im Training am Freitagmittag lag er zwei Positionen (3.) und fast sechs Zehntelsekunden hinter Hamilton.
Hamilton zuletzt klar vor Leclerc
Klar, der Brite hat einen Heimvorteil: Hamilton und Silverstone – das passt. Hamilton hält mit neun Siegen dort den Rekord für die meisten Siege auf einer Rennstrecke. Aber es scheint mehr dahinter zu stecken. In den vergangenen Rennen fliegt Hamilton förmlich – Leclerc tut sich schwer. So ging es in Monaco (2. vs DNF), Barcelona (Sieg vs DNF) und auch – in anderen Dimensionen – in Spielberg (Platz 5 vs 8).
Leclerc: Lockerheit und Gefühl fehlen
Warum ist Leclerc langsamer als Hamilton? Kurz gesagt: Der Monegasse weiß es selbst nicht. Nach dem Sprint-Qualifying sagte Leclerc: «Damit beschäftige ich mich gerade. Mir ist natürlich schon seit einiger Zeit klar, dass ich nicht mehr so locker im Auto bin wie letztes Jahr. Selbst wenn ich pushe, wenn ich alles zusammenbringe, reden wir hier von Hundertstelsekunden, und Lewis schöpft das Potenzial des Autos öfter zu 100 Prozent aus, was bei mir einfach nicht der Fall ist.»
Leclerc, der mittlerweile in der WM-Wertung 46 Punkte Rückstand auf Hamilton hat: «Ich muss wirklich an allem arbeiten, aber ich denke, am wichtigsten ist einfach das Gefühl für dieses Auto. Wenn man das Gefühl nicht ganz hat, ist es schwierig, die Rundenzeit herauszuholen und mit Selbstvertrauen in das Qualifying zu gehen und an die Grenzen des Autos zu gehen. Ich habe schon Schwierigkeiten, konstant 100 Prozenz zu geben.»
Am Freitag in Silverstone bedeutete das: «In Q1 und Q2 war ich nah dran, ich war ziemlich zuversichtlich fürs Q3, aber als es dann aufs Q3 zuging, habe ich das Gefühl für das Auto verloren. Ich spüre das Auto einfach nicht so gut, wie ich es sollte.»
Ferrari von Team-Performance selbst überrascht
Bei Ferrari war man insgesamt von der Performance überrascht.
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