Betrugsvorwurf von Toto Wolff? Vasseur (Ferrari): «Geht in die Richtung...»
Toto Wolff hat angedeutet, Ferrari könnte übers erlaubte Budget hinaus entwickeln. Teamchef Fred Vasseur: «Wenn Mercedes oder Red Bull entwickeln, sind sie Genies. Wenn wir entwickeln, betrügen wir.»
Der verbale Schlagabtausch zwischen Mercedes-Teamchef Toto Wolff und Ferrari-Teamchef Fred Vasseur geht in die nächste Runde. Nach dem Rennen in Spielberg hatte Wolff angedeutet, dass Ferrari ja bald das Upgrade-Budget innerhalb des erlaubten Kostendeckels ausgehen müsste, weil die Roten so viele neue Teile mitbrächen. Der Österreicher hatte angedeutet, dass die gleichen Regeln für alle gelten sollten – mit dem vielsagenden Nachsatz: «…hoffentlich». Eine Woche später beim Rennen in Silverstone wurde Vasseur natürlich auf die Aussagen von Wolff angesprochen. Der Franzose hatte eine klare Meinung dazu.
Vasseur bemerkt eine gewisse Ironie
Vasseur: «Ich fand es ironisch, dass das von Toto und Mercedes kam. Wenn Mercedes oder Red Bull entwickeln, sind sie Genies. Wenn wir entwickeln, dann betrügen wir. Man muss sich mal beruhigen. Wir haben nicht mehr Teile gebracht als Red Bull oder andere. Ich weiß nicht, ob das ein Witz war…» Wolff wirkte in Spielberg ziemlich ernst, auch wenn er natürlich nur Mutmaßungen anstellte, dass man bei den vielen Upgrades ja eigentlich bald kein Geld mehr haben dürfte. Theoretisch. Vielleicht.
Nachgefragt beim Ferrari-Teamchef: Klangen die Wolff-Aussagen für ihn wie ein Betrugsvorwurf? Vasseur sagt vorsichtig und mit Bedacht: «Wenn man davon ausgeht, dass wir über den Budgetdeckel hinausgehen, dann geht das in die Richtung…» Haben sich die beiden befreundeten Teamchefs schon über das Thema ausgetauscht? Mit einem Grinsen sagte Vasseur: «Es war besser, es zu vermeiden, zu sprechen.»
Vasseur: Fragt Toto!
Viele Fragen in der Teamchef-Pressekonferenz gingen an Vasseur, gleich mehrere kamen zu den Bemerkungen von Wolff und zu Upgrades allgemein. Der Franzose wurde Frage für Frage merklich kürzer angebunden und verfiel in eine Art Galgenhumor. Auf eine Nachfrage, warum Wolff ausgerechnet Vasseur und Ferrari als Beispiel herausgepickt habe, sagt er nur mit einem Lachen: «Fragt ihn, warum er über mich gesprochen hat. Fragt das nicht mich. Ich habe ehrlicherweise keine Ahnung.»
Vasseur: Früher Performance bringen ist besser
Zu den Upgrades selbst erklärte Vasseur: «Je mehr Performance man zu Beginn bringen kann, desto besser. Da sitzen wir alle im selben Boot. Es ist besser, ein paar Zehntel für fünf Rennen zu haben als ein paar Zehntel in den letzten zwei. Aber manchmal ist es schwierig, Performance zu finden. Manchmal weniger. Manchmal hat man das Gefühl, dass wir ein großes Upgrade bringen, aber es ist nur eine Modifikation von ein paar Teilen, mehr nicht.» Soll also heißen: So viel hat man eigentlich gar nicht verändert – und zwischen den Zeilen könnte man lesen, dass dann vielleicht in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr so viele Neuerungen kommen könnten.
Immerhin: Die Upgrades, Modifikationen oder Veränderungen welcher Art auch immer bei Ferrari zeigen Wirkung. Lewis Hamilton sicherte sich für den morgigen Sprint den ersten Startplatz, überzeugte den Freitag über durchweg. Im Training sowie in allen Sprint-Qualifying-Segmenten war der Brite der Schnellste...
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