Bagger World Cup: Sieg für «Maddog» McDonald – Drama um Eric Granado
Der erste Sieger im Harley-Davidson Bagger World Cup heißt Archie McDonald. Der Australier lieferte sich ein enges Rennen mit Eric Granado – bis der Brasilianer stürzte. Lewis und Rovelli auf 2 und 3.
Am 28. März 2026 erlebten die Fans auf dem Circuit of the Americas eine Weltpremiere. In den USA wurde das erste Rennen des Harley-Davidson Bagger World Cups ausgetragen. Obwohl nur neun Fahrer an der Startlinie standen, erlebten die Fans in Austin unterhaltsame sieben Runden – neue V2-Soundkulisse inklusive.
Doch der Reihe nach: Der ehemalige Moto2-Pilot Eric Granado sicherte sich im Qualifying am Freitag mit 2:12,387 min die Pole-Position. Der Brasilianer geht für das australische Team Joe Rascal Racing an den Start und hatte bereits beim zweitätigen Test vor einer Woche die Nase vorn. Seine Pole-Zeit war um knapp eine Sekunde schneller als noch beim Test. Die Lernkurve ist steil bei den Fahrern – sie haben vor einer Woche das erste Mal auf ihren Road-Glide-Motorrädern mit 280 kg Kampfgewicht Platz genommen.
Die erste Startreihe komplettierten Archie McDonald (Joe Rascal Racing) und Oscar Gutierrez vom indonesischen Team Niti Racing. Die zweite Reihe war von den Fahrern des amerikanischen Teams Saddlemen Race Development belegt – Jake Lewis, Travis Wyman und Cory West lautete die Reihenfolge. In Reihe 3 standen Dimas Ekky Pratama (Niti Racing), Cody Wyman (Joe Rascal Racing) und Filippo Rovelli vom italienischen ParkinGO-Team. Er hatte bereits über vier Sekunden Rückstand.
Der Start des Rennens über sieben Runden war besonders spannend: Zuerst einmal haben die 2152-ccm-Bikes mit über 200 PS und über 220 Nm keine Traktionskontrolle. Zudem haben die meisten Fahrer noch nicht viel Erfahrung mit den Renn-Harleys – sie haben bislang nur wenige Starts geübt.
Der Indonesier Pratama hat vor seinem ersten Rennen schon eine Long-lap-Strafe aufgebrummt bekommen, da er die Aufwärmrunde von der Boxengasse aus startete.
Beim Start hatte Pole-Setter Granado einen Power-Wheelie, Archie McDonald übernahm die Führung. Granado konnte jedoch die zweite Position halten.
Die Reihenfolge nach der ersten Runde: McDonald, Granado, Lewis, West, Rovelli, Gutierrez, Pratama, Travis Wyman und Cody Wyman.
In Runde 2 hatte sich Gutierrez schon auf Position 4 nach vorne gearbeitet. Die beiden Führenden – McDonald und Granado – konnten sich bereits fast drei Sekunden absetzen. Die beiden Teamkollegen waren in einer eigenen Liga unterwegs.
In der dritten Runde waren die beiden schon über drei Sekunden voraus. Schlusslicht war immer noch Cody Wyman.
Es war ein spektakulärer Anblick, wie die beiden Führenden auf dem Hinterrad in die Kurven rutschten. Gutierrez war auf die letzte Position zurückgefallen.
Kurz danach fuhr McDonald die schnellste Rennrunde. Pratama hatte seine erste Long-lap absolviert.
Vier Runden vor dem Ende hatten McDonald und Granado bereits einen Vorsprung von fast sieben Sekunden herausgefahren. Auf Rang 3 drehte Jake Lewis einsam seine Runden.
Min 2:12,699 min fuhr McDonald erneut die schnellste Rennrunde. Granado klebte ihm am Hinterrad. Es deutete alles auf ein spannendes Finish hin. Dann ging Granado drei Runden vor Schluss mit einem mutigen Manöver an seinem Kontrahenten vorbei. Zu Beginn der vorletzten Runde folgte das Drama: Granado ging in der ersten Kurve zu Boden. Er richtete seine 280-kg-Harley wieder auf und reihte sich auf Position 6 wieder ein.
Rovelli, der vom letzten Platz startete, hatte sich auf Rang 3 nach vorne gearbeitet. In der letzten Runde hatte McDonald bereits über zehn Sekunden Vorsprung auf Lewis und über 11 sec auf Rovelli.
Mit dem komfortablen Vorsprung nahm McDonald in der letzten Runde etwas heraus – der Australier siegte mit rund 9 Sekunden Vorsprung auf Lewis. Rovelli wurde Dritter. Dahinter folgten West, Travis Wyman, Granado, Cody Wyman und Gutierrez. In der letzten Kurve rutschte Pratama auf den Kerbs das Hinterrad weg – er hatte einen heftigen Crash, blieb aber unverletzt.
Archie McDonald heißt somit der erste Sieger im Harley-Davidson Bagger World Cup. Bei der Siegerehrung wurde die australische Hymne gespielt.
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