Granado über die Renn-Harley: «War überrascht, wie hart ich pushen kann!»
Beim Debüt des Harley-Davidson Bagger World Cups in Austin erzielte Eric Granado die Ränge 6 und 2. Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com erzählt der Brasilianer, was er an den Bikes aus Milwaukee mag.
Am letzten Wochenende fand in Austin die Premiere des Harley-Davidson Bagger World Cups statt. Auf dem Circuit of the Americas wurden in der neuen Serie die ersten beiden Rennen ausgetragen. Die Fans an der Strecke sahen unterhaltsame Zweikämpfe – die Fahrer hatten Spaß mit ihren 280-kg-Bikes und boten eine unterhaltsame Show.
Der ehemalige MotoE-Pilot Eric Granado kämpfte in Rennen 1 mit dem Australier Archie McDonald um den Sieg – bis der Brasilianer stürzte. Er richtete sein Bike wieder auf und fuhr noch als Sechster über die Ziellinie. In Rennen 2 lief es besser für Granado und er wurde Zweiter.
Eine Woche vor dem Rennwochenende hatten die Fahrer des Bagger World Cups bei einem zweitätigen Test in Austin das erste Mal die Gelegenheit, ihre neuen Bikes zu fahren. Im exklusiven Interview von SPEEDWEEK.com erzählt Eric Granado, wie es ihm bei der ersten Ausfahrt mit der Renn-Harley ergangen ist und was er an den Bikes mag – auch im Vergleich mit der MotoE.
«Im ersten Moment war es sehr seltsam. Die Position auf dem Bike ist schon sehr anders. Nach einigen Runden versteht man aber, wie es funktioniert», schilderte Granado seine ersten Eindrücke. «Am Ende kann man das Motorrad fahren wie ein Superbike. Es hat eine sehr gute Front – eine gute Gabel und gute Bremsen, was uns ein sehr gutes Gefühl gibt. Um ehrlich zu sein, ist das Gefühl für den Vorderreifen sogar besser als in der MotoE – auch wenn das Bike schwerer ist. Die Gabel und die Bremsen waren anders in der MotoE. Ich denke, wir haben diesbezüglich das Beste, was man nach der MotoGP haben kann. Die Federung entspricht jene der Moto2 oder den Superbikes, und wir haben eine sehr gute Bremse. Ich habe es bereits nach einigen Runden sehr genossen. Natürlich muss ich noch mehr Runden fahren, um ein besseres Verständnis aufzubauen, weil es für mich eine große Umstellung ist. Der Sound ist verrückt und unglaublich – wie ein MotoGP-Bike. Und wir haben keine Elektronik, was eines der besten Dinge in dieser Kategorie ist.»
Der Fahrer kann den Unterschied machen
Granado stellte auch einen interessanten Vergleich aus seiner Zeit in der MotoE an. Von 2019 bis 2022 kamen in der elektrischen Klasse Motorräder des Herstellers Energica zum Einsatz, von 2023 bis zum Ende im Jahr 2025 stellte Ducati die Bikes – diese verfügten über deutlich mehr Elektronik. «Ich war seit Beginn an in der MotoE, und in den ersten Jahren hatten wir dort auch keine Elektronik. Unglücklicherweise kam dann diese später dazu», erklärte der 29-Jährige. «Meiner Ansicht nach war das für die Fahrer nicht ideal, um den Unterschied zu machen. Jeder machte das Gleiche – man ging ans Gas und die Elektronik erledigte den Job. Mit Energica war es anders – du hattest die Kontrolle über das Gas. Hier (im Bagger World Cup, Anm.) ist es dasselbe. Die Fähigkeiten der Fahrer treten hier mehr in den Vordergrund – man kann den Unterschied machen. Ich mag das.»
Die Ergonomie der Road-Glide-Motorräder aus Milwaukee ist gewöhnungsbedürftig – vor allem, wenn man damit Rennen fährt. Die Teams bekommen die Bikes von Harley-Davidson rennfertig geliefert, sie dürfen aber Anpassungen hinsichtlich des Setups und der Sitzposition machen. «Der Lenker ist sehr hoch, aber wir haben viel ausprobiert und Anpassungen vorgenommen. Jeder Fahrer geht da seinen eigenen Weg. Da ich nicht so groß bin, ist es nicht das Beste, wenn es zu hoch ist», erzählte Granado. «Aber nach ein paar Runden habe ich es verstanden und ich konnte schnell fahren. Man kann mit dem Bike auch 60 Grad Schräglage fahren und somit wirklich weit hinunter gehen. Das Gefühl ist großartig. Zudem ist das Handling besser als erwartet und ich war überrascht, wie hart ich pushen kann. Ich dachte, dass man mit 280 kg nicht wirklich pushen kann, aber man kann seitlich rutschen und driften – es macht sehr viel Spaß.»
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