Lucy Michel in Assen: Bremshebel verschwunden – Ritt durch das Kiesbett
Nach null Punkten beim Saisonauftakt der Frauen-WM 2026 in Portimão kam Lucy Michel in Assen zu ihren ersten Punkten. Am Sonntag fehlte ihr dazu einmal kurzzeitig der Bremshebel.
Noch fehlen viele Unterschriften auf den Verträgen für 2027. Und doch lässt sich ein konkretes Bild der Königsklasse im Jahr 1 mit 850 ccm zeichnen. Etliche Transfers von Topfahrern gelten als sicher.
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Der zweite Auftritt der Frauen-Weltmeisterschaft im Rahmen der Superbike-WM 2026 endete für Lucy Michel mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Im Qualifying war die 21-Jährige aus Schwarzbach im Erzgebirge unter den 26 Teilnehmerinnen nur 24. geworden. Im nach Massencrash und Rennabbruch neu gestarteten Samstagrennen lag sie meist auf der 19. oder 18. Position. Mit etwas Glück infolge diverser Stürze und Zeitstrafen durfte sie sich am Ende jedoch über Platz 13 und die ersten WM-Punkte der noch jungen Saison freuen.
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Am Sonntag musste Michel wegen eines nach vorn geklappten Bremshebels in der vierten Rennrunde einmal in den Notausgang Kiesbett, wo sie zwar einen Sturz vermeiden konnte, dadurch aber hoffnungslos zurückfiel. Ihre humorlose Solofahrt beendete sie als 25. und Letzte. Als Positives des Wochenendes nahm die Sächsin natürlich ihr Rennen vom Samstag mit. Dazu erklärte sie gegenüber SPEEDWEEK.com zunächst: «Es war natürlich ein super Gefühl, mal wieder in die Punkte gefahren zu sein. Es wäre noch mehr möglich gewesen, doch man muss ja auch mal zufrieden sein, mit dem was man geleistet hat. Klar war etwas Glück dabei, aber darüber beschwere ich mich nicht.»
Zur ominösen Begebenheit mit ihrem fehlenden Bremshebel im Sonntagsrennen klärte sie auf: «Ich wollte in Kurve 3 den Bremshebel ziehen, aber da war er nicht. Da hatte ich einige Schweißperlen auf der Stirn. Ich bin zuvor vom Hebel abgeschnappt, da ist er wohl nach vorn geklappt. Aus Reflex habe ich ihn gesucht und dachte: ‹irgendwo muss doch dieser verdammte Bremshebel sein.› Zum Glück bin ich mit Schwung aus dem Kiesbett wieder herausgekommen.»
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Wenngleich es offensichtlich ist, dass die zierliche, nur 1,50 Meter große Renn-Lady mit der wuchtigen Yamaha YZF-R7 arge Probleme hat, ist sie fürs nächste Rennen auf dem Balaton Park Circuit in Ungarn vom 1. bis 3. Mai zuversichtlich. «Abhaken, das nächste Rennen wird wieder angegriffen. Klar, ist das Motorrad um einiges zu schwer für mich. Ich muss ja zudem noch vier Kilo Zusatzgewicht dranmachen.«
Macht ihr die Serie trotzdem noch Spaß? «Na klar. Es wird natürlich immer mehr Konkurrenz, was es immer schwerer macht, mitzuhalten. Aber wir geben unser Bestes. Wenn ich mir was für die Zukunft der Klasse wünschen dürfte, wäre das ein leichteres und schmaleres Motorrad, das man besser hin und her bewegen kann. Es haben ja viele Mädels das Problem, dass das Motorrad eigentlich zu schwer ist, zumindest für uns kleinere Fahrerinnen», merkte die Kleinste im Feld dazu an.
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