Moto2-Drama in Austin: Massencrash, Strafen und Sieg für Intact
Ein Massencrash überschattete das Moto2-Rennen in Austin. Nach dem Neustart siegte Intact-Pilot Senna Agius vor Vietti und Guevara. David Alonso von Position 17 auf Rang 4. Gonzalez neuer WM-Leader.
Im Moto2-Qualifying am Samstag holte sich Aspar-Pilot David Alonso seine erste Pole-Position in der mittleren Kategorie der Motorrad-WM. Mit 2:05,203 min fuhr der Moto3-Weltmeister von 2024 einen Rundenrekord. Die Freude über Startplatz 1 hielt jedoch nicht lange an. Denn bei der technischen Abnahme nach der Q2-Session stellte sich heraus, dass der Druck im Hinterreifen an Alonsos Motorrad knapp unter dem Mindestwert lag, weshalb alle seine gefahrenen Runden im Q2 gestrichen wurden. Der vorgeschriebene Druck im Hinterreifen beträgt 1,65 Bar, der Messwert lag unter Berücksichtigung der Toleranz bei 1,64 Bar.
Somit musste Alonso das Moto2-Rennen am Sonntag von Position 17 in Angriff nehmen. Die Pole-Position erbte Fantic-Pilot Barry Baltus. Alonso Lopez und Rookie Angel Piqueras komplettierten die erste Startreihe. Aus Reihe 2 gingen Celestino Vietti, Senna Agius und Alex Escrig ins Rennen. Aus der dritten Reihe starteten Izan Guevara, Collin Veijer und Manuel Gonzalez. Lokalmatador Joe Roberts nahm das Rennen von Position 10 in Angriff. WM-Leader Daniel Holgado geht nur von Startplatz 15 ins Rennen – der Spanier wurde in diesem Jahr mit dem Circuit of the Americas bislang nicht warm.
Moto2-Rookie Angel Piqueras hat im Austin-GP eine doppelte Long-lap zu absolvieren. Im Brasilien-GP hatte er sein Bike nach einem Sturz auf der Strecke versucht neu zu starten – seit dieser Saison ist dies jedoch verboten.
Um 13.15 Uhr erfolgte in Texas der Start zum Moto2-Rennen über 16 Runden. Die Lufttemperatur betrug 25 Grad Celsius.
Den besten Start erwischte Alonso Lopez. Er ging an Baltus vorbei. Dahinter krachte es in Kurve 1. Daniel Holgado und Lokalmatador Joe Roberts stürzten. Danach krachte es in Kurve 11 gewaltig. Sieben Fahrer – Veijer, Salac, Piqueras, Ferrandez, Garcia, Munoz und Alonso – waren in den Massencrash verwickelt. Die erste Runde wurde somit zum Demolition-Derby. Kurz danach wurde die rote Flagge geschwenkt und das Rennen abgebrochen.
Ausgelöst wurde der Massencrash durch Rookie Alberto Ferrandez, der mit viel zu hoher Geschwindigkeit in die anderen Fahrer raste. Es sah danach aus, dass bei dem Spanier die Bremsen versagten. Ferrandez war benommen und musste vom medizinischen Personal auf der Strecke versorgt werden. Der Kurs musste nach dem Zwischenfall gereinigt werden.
Es folgte die Meldung, dass alle gestürzten Fahrer am Neustart teilnehmen dürfen – sofern sie sich rechtzeitig bereit machen würden –, weil weniger als drei Runden gefahren waren. Auch Roberts und Holgado, die in der ersten Kurve stürzten, durften sich wieder bereit machen. In den Boxen herrschte viel Hektik.
Die Quickstart-Prozedur wurde ausgerufen. Um 13.45 Uhr wurde die Boxengasse für 60 Sekunden geöffnet, in denen die Fahrer die Chance hatten, auf die Strecke in die Besichtigungsrunde zu gehen. Die Startaufstellung entsprach jener vom ersten Start. Die neue Renndistanz betrug nun zehn Runden. Piqueras und Ferrandez wurden ins Medical Centre gebracht. Die beiden fehlten beim Neustart. Der Platz von Piqueras in Reihe 1 blieb somit frei.
Das nächste Drama: Deniz Öncü stürzte in der Besichtigungsrunde. Filip Salac humpelte nach der Besichtigungsrunde von der Startaufstellung hinunter. Er nahm den Grand Prix von der Boxengasse aus in Angriff.
Daniel Holgado bekam eine Long-lap aufgebrummt, weil er Joe Roberts in Kurve 1 ins Hinterrad gefahren war. Polesetter Baltus bekam ebenfalls eine Long-lap-Strafe, weil er nach dem Start eine gefährliche Richtungsänderung vornahm – er kollidierte beinahe mit Alonso Lopez.
Beim Neustart kam erneut Lopez am besten weg. Dieses Mal kamen alle gut durch die erste Kurve. Vietti und Baltus nahmen die Positionen 2 und 3 ein. Nach einem Schreckmoment für Vietti, ging Baltus am Italiener vorbei. Agius hatte sich auf Platz 4 nach vorne gearbeitet. Guevara war Fünfter, Gonzalez Sechster.
Baltus ging in Runde 1 an Alonso vorbei, Agius war bereits Dritter. David Alonso hatte sich in die Top-10 nach vorne gearbeitet.
Die Top-5 am Ende der zweiten Runde: Baltus, Agius, Lopez, Vietti und Guevara. Agius hatte die schnellste Rennrunde gefahren. Alex Escrig hatte sich auf Position 6 nach vorne gearbeitet.
In Runde 3 ging Agius in Runde 3 an Baltus vorbei. Der Intact-Pilot war auf einer Mission unterwegs. Agius und Baltus hatten sich einen kleinen Vorsprung von 0,7 sec herausgefahren.
In Runde 4 stürzte Collin Veijer in Kurve 7. Baltus hatte seine Long-lap-Strafe immer noch nicht absolviert. Jorge Navarro war gestürzt.
Um den sechsten Platz duellierten sich in der Zwischenzeit Alex Escrig und Manuel Gonzalez.
Zur Hälfte des Rennens ging Baltus wieder an Agius vorbei, danach absolvierte der Belgier seine Long-lap-Strafe, er reihte sich auf Platz 6 wieder ein. Vorne duellierten sich Agius, Vietti und Guevara um den Sieg – eine Kalex lag vor zwei Boscoscuro.
Ayumu Sasaki wurde eine Long-lap aufgebrummt, weil er ein gefährliches Manöver machte, als er nach einem Sturz das Rennen wieder aufnahm.
Vier Runden vor dem Ende lagen immer noch Agius, Vietti und Guevara voran. Gonzalez war bereits Vierter und Alonso hatte sich von Startposition 17 auf Position 5 nach vorne gekämpft!
Zu Beginn der drittletzten Runde ging Alonso in Kurve 1 an Gonzalez vorbei. Auf das Podest fehlten ihm 1,5 sec. In der Zwischenzeit ging Vietti an Agius vorbei und war nun neuer Führender. Agius konterte, Vietti tat das Gleiche.
Das Duell setzte sich fort. Zwei Runden vor Schluss übernahm Agius erneut die Führung. Mario Aji stürzte.
Agius, Vietti und Guevara gingen in dieser Reihenfolge in die letzte Runde. Dahinter kämpften Alonso und Gonzalez um Platz 4.
Agius konnte mit seiner Kalex eine kleine Lücke herausfahren. Dann war es so weit: Der Intact-Pilot gewann in Austin sein drittes Moto2-Rennen. Vietti und Guevara auf den Rängen 2 und 3. Alonso wurde Vierter, Gonzalez Fünfter – der Spanier eroberte damit die WM-Führung zurück.
Intact-Teammanager Jürgen Lingg konnte es kaum fassen – ihm kamen die Tränen. Die deutsche Truppe macht nach dem tragischen Verlust von Techniker Roberto Lunadei eine schwierige Zeit durch.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach