Frage an KTM: Stürzt die große Nachwuchspyramide ein?
Kein anderer Hersteller im GP-Fahrerlager investiert so viel in die Nachwuchsförderung wie KTM. Ein wichtiger Baustein – die Moto3. Doch die neuen Spielregeln könnten das erfolgreiche Programm aus den Angeln heben.
Wie bereits mehrfach auf SPEEDWEEk.com berichtet, ist die
An der im Frühjahr 2025 im inneren Zirkel der Grand-Prix-Instanzen aus Dorna, Teamvereinigung (IRTA), FIM und dem Verbund der Hersteller (MSMA) kommunizierten Ausschreibung beteiligten sich neben den heutigen Moto3-Marken KTM und Honda auch der chinesische CFMOTO-Konzern sowie Yamaha.
Auch wenn eine offizielle Entscheidung noch nicht verkündet wurde, so spricht nach
Kommt es zu der absehbaren Neuaufstellung und der alleinigen Übernahme der Moto3 durch Yamaha, so träfe das am heftigsten den heutigen Hauptdarsteller der Klasse, KTM. Abgesehen vom sportlichen Lorbeer – KTM gewann in der Saison 2025 bislang ausnahmslos alle Rennen – die stabile Nachwuchskonstruktion der Österreicher, die als Paradebeispiel einen Pedro Acosta intern zum gefeierten MotoGP-Helden aufsteigen ließ, könnte in sich zusammenfallen.
Die etablierte KTM-Idee: Mit Langzeit-Intensivpartner Red Bull eine attraktive Basis-Plattform mit Namen Rookies Cup betreiben und von hier aus die Rohrdiamanten weiter in die Moto3 transferieren. Als technische Basis kommt eine abgespeckte Version der Moto3-KTM RC4 zum Einsatz. So können die Entwicklungskosten der wesentlichen Komponenten überschaubar bleiben.
Die Moto3-Diamanten werden dann von KTM und Red Bull in der Struktur von Ajo Motorsport begleitet, geschliffen und dann in die Moto2-Nachbox weitergereicht. Jüngstes Beispiel – Jose Antonio Rueda, der 2025 als Weltmeister bei KTM Ajo aufsteigt – und die Chance hat, sich mit einem Zweijahresvertrag bis in die MotoGP zu katapultieren.
Kommt es nun zum Moto3-Rundumschlag, so dürften die ersten beiden Sprossen des beispiellosen Nachwuchsprogramms wegbrechen. Denn für KTM erscheint es wenig sinnvoll, Piloten in der zukünftigen Moto3 auf einer Einheits-Yamaha zu betreuen. Und – der Tod der RC4 dürfte dann auch das Aus für das Basismotorrad der Red Bull Rookies bedeuten.
Mehr als unwahrscheinlich ist, dass der Rookies-Cup ab 2028 dann ebenfalls auf einer Einheitsmaschine der Japaner ausgetragen wird. Denn hier kommt die zweite große Änderung des Formats zum Tragen. Statt eines 250er-Einzylinders soll der neue Moto3-Zeitgeist einen fast 700 ccm großen Zweizylinder als Basis haben. Denkbar für 18-jährige Moto3-Asse, aber wenig zielführend für 14-jährige Cup-Debütanten.
Und wie sieht Moto3-WM-Dominator KTM als Erbauer der einzigartigen Förderung die Situation?
Angesprochen auf die gegenwärtigen Entwicklungen sagte der Verantwortliche des umfassenden KTM-Rennsportprogramms: "Noch gibt es offiziell keine Entscheidung. Aber natürlich, sollte die Ausschreibung nicht für KTM enden, so wird das viele Fragezeichen aufwerfen. Es würde in jedem Fall dazu führen, dass wir die gesamte Struktur durchdenken müssten. Heute stecken wir extrem viel Energie und Budget in unser gesamtes Nachwuchsprogramm. Sollte ein anderer Hersteller die Moto3 übernehmen, dann hätte das in jedem Fall Auswirkungen für uns. Aber wie diese genau aussehen würden, das lässt sich heute nicht beantworten."
Schon bald wird es Klarheit geben. Mit einer offiziellen Ansage seitens Dorna ist noch 2025 zu rechnen. Das Ablaufdatum der heutigen KTM-GP-Pyramide dürfte aber schon heute fix eingestellt sein.
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