Rookie Leo Rammerstorfer: «Highsider am Sonntag geht auf meine Kappe»
Der Moto3-Neuling aus Österreich erlebte einen turbulenten Grand Prix von Brasilien. Nachdem er sich überraschend direkt für das Q2 qualifiziert hatte, landete Rammerstorfer zweimal auf dem Asphalt.
«In Goiania waren definitiv einige positive Aspekte dabei», bilanzierte Rammerstorfer das Wochenende in Brasilien. «Aber es gab auch Situationen, die zeigten, dass ich noch viel lernen muss. Am Sonntag habe ich die erste Long-Lap vermasselt, weshalb ich eine zweite fahren musste. Die lief ganz gut. Dann sah ich die Gruppe vor mir und dachte, ich könnte die Lücke schließen. Das war vielleicht etwas zu optimistisch von mir, denn der Highsider an derselben Stelle wie am Vortag war meine Schuld. Es war ein bisschen dumm von mir, denn ich fühlte mich wirklich wohl, habe aber etwas zu sehr gepusht. Daraus werde ich für die Zukunft definitiv lernen.«
Zum Auftakt glänzte der junge Oberösterreicher am Freitagnachmittag allerdings mit einer starken Leistung, als er sich in seinem erst zweiten Rennwochenende als Stammfahrer in der Moto3-Weltmeisterschaft direkt für das Q2 qualifizierte.
Wie für alle anderen Fahrer und Teams war auch für Leo Rammerstorfer der 3,8 Kilometer lange Rundkurs des Autodromo Internacional de Goiânia Ayrton Senna völliges Neuland. Der Honda-Pilot des italienischen Teams Sic58 Squadra Corse fand sich jedoch schnell zurecht, obwohl das erste Training am Freitagmorgen bei nassen Bedingungen stattfand. Er beendete FP1 auf Platz 20.
«Ich fand die Strecke wirklich cool», lautete Urteil des 21-Jährigen über das überwiegend schnelle Streckenlayout. «Es ist alles sogar viel besser, als zu erwarten war, da der Asphalt viel Grip bietet. Die Streckenbedingungen waren allerdings nie ideal. Selbst als es am Freitagnachmittag abtrocknete, war es ziemlich schwer, die nassen Stellen zu erkennen. Abgesehen davon war ich mit dem neunten Platz im Zeittraining super zufrieden.»
Der 21-Jährige sieht das Resultat als Bestätigung der intensiven Arbeit mit seinem Team: «In gewisser Weise war es eine Belohnung für unsere Anstrengungen, da ich mich in Thailand bereits sehr wohl gefühlt hatte und mich auf dieser Strecke von Anfang an wie zu Hause fühlte. Dazu kommt, dass wir in jeder Session Fortschritte beim Setup machen. Das ist natürlich sehr gut für das Selbstvertrauen.»
Am Samstag, als die Sonne – wie man es in Brasilien erwarten würde – schon am Morgen schien, erlitt er einen Rückschlag, ohne dass er etwas dafür konnte. «Leider begann es mit einem ziemlich heftigen Highsider», so Rammertorfer. «Ein anderer Fahrer stürzte vor mir und schleuderte viel Kies auf die Strecke. Deshalb bin ich gestürzt. So wollte ich den Tag eigentlich nicht beginnen, denn in den wenigen Runden zuvor hatte ich mich stetig verbessert und sofort wieder ein tolles Gefühl gefunden.«
Es war Rammerstorfers erster Sturz seit seinem Andockmanöver bei der Squadra von Paolo Simoncelli. WM-Punkte gab damit vor dem dritten GP des Jahres in den USA noch keine, doch den Respekt der Kollegen hat sich der Neuzugang aus Oberösterreich längst erfahren.
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