KTM will mit Red Bull weiter Rookies aufbauen – aber nicht mit 700 ccm!
Der Österreich-GP stand komplett im Zeichen des fulminanten Auftritts von MotoGP-Held Pedro Acosta. Doch auch mit dem unteren Ende der MotoGP-Pyramide müssen sich die Österreicher beschäftigen.
Ex-Red Bull Rookie, Ex-Moto3- und Moto2-Champion Pedro Acosta stand verdient im Mittelpunkt des jüngst über die Bühne gegangenen Österreich-Grand-Prix in Spielberg. Für den Spanier schloss sich somit der Kreis noch rechtzeitig vor der Abwanderung in Richtung Ducati. Acosta als Paradebeispiel der einzigartigen Nachwuchsförderung im GP-Fahrerlager über die «Road to MotoGP» mit den Partnern KTM und Red Bull.
Der Red Bull Rookies steht für eine GP-Ausbildung mit Prototypen
Letztere betreiben in der 20. Saison den Red Bull Rookies, jenes Format, das sich schnell als unschlagbarer Lieferant von GP-Siegern und Weltmeistern etablierte. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor stellt von Beginn an das Einsatzmotorrad dar. Bereits zu Beginn des Cups kam ein Prototyp zum Einsatz, dessen (Zweitakt)-Antrieb und Chassis bereits in Reichweite einer 125er-GP-Maschine lagen. Die Youngster wurden sowohl technisch als auch als GP-Piloten ausgebildet, um dann beim Aufstieg den finalen Schliff zu erhalten.
Mit vergleichbarem Schema ging es auch im Zeitalter der Moto3, ab 2012 mit 250 ccm großen Einzylinder-Viertaktern weiter. KTM leitete vom GP-Renner RC4 eine Rookies-Cup-Spezifikation ab, deren Leistungsfähigkeit nur eine dezente Stufe unterhalb der Moto3-WM-Maschine liegt. Das Resultat lässt sich bis heute an den Rundenzeiten ablesen; rund vier Sekunden trennen die beiden Ebenen.
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Für die unterste Stufe der «Road to MotoGP»-Pyramide ist das bereits geschehen. Langfristig sollen die auf der ganzen Welt verteilten Moto4-Serien mit den bekannten 250er-Viertaktern von Honda ausgetragen werden.
KTM und Red Bull wollen den Cup weiter betreiben
Offen ist dagegen die technische Auslegung des zukünftigen Red Bull Rookies Cup-Renners. Geht es nach KTM-Sportchef Pit Beirer, gibt es am Cup selbst allerdings nichts zu rütteln: «Die Zusammenarbeit mit Red Bull ist und bleibt ein wesentlicher Bestandteil des Engagements. Wir möchten auch in Zukunft gemeinsam weiter mit dem Nachwuchs und den Besten über unsere etablierten Strukturen zu Grand-Prix-Piloten machen.»
Fest steht, dass KTM trotz der Übernahme der Kategorie durch Yamaha auch nach 2027
Sehr holprig sieht der Weg dagegen aus, wenn es um das Technik-Format des zukünftigen Rookie-Cups geht. Denn eine softe Version der neuen Moto3-Yamaha zu bauen, das kommt stand heute nicht infrage. Pit Beirer: «Vor dem Hintergrund der neuen Moto3 ab 2028 ist ein größeres Cup-Motorrad als bisher gefordert. Wir sind allerdings nicht von einem Bike mit einem Antrieb in der Größenordnung von 700 ccm überzeugt. Aktuell reden wir intensiv mit der MotoGP-Group und Red Bull – und diskutieren. Ziel ist es, auch technisch den besten Weg zu finden mit Blick auf die neue Moto3. Beirer weiter gegenüber SPEEDWEEK.com: «Ich persönlich sehe 500 ccm mit zwei Zylindern als obere Grenze.»
Viel Konfliktpotenzial
Was sich zunächst harmlos liest, ist durchaus spannend und birgt reichlich Konfliktpotenzial. Denn die Philosophien von Yamaha als zukünftigem Moto3-Partner und KTM liegen weit auseinander. Während die Japaner, auch aus Kostengründen, auf einen aufgeputschten Serienmotor in einem Rennfahrwerk setzen, sind die Prioritäten in Österreich bislang anders gesetzt. Erst Performance, dann die Kosten – KTM folgt den Gesetzten des Prototypen-Rennsports.
Hält man daran auch bei der Entwicklung eines neuen Rookies-Motorrads fest, könnte ein kleiner Hochleistungs-Zweizylinder herauskommen, der dem Moto3-Renner von Yamaha überlegen ist. Die Gespräche hierzu werden noch eine Weile dauern. Allzu viel Zeit bleibt dabei nicht mehr, denn im Sinne der «Road to MotoGP» wäre ein lückenloser Übergang mit einer neuen Basis für den Red Bull Rookies Cup 2028.
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