Der stille Tom: Warum hat Tom Vialle (Honda) niemand auf dem Zettel?
Die WM-Saison 2026 verspricht viel Neues. Der Wechsel von Tom Vialle aus den USA zurück in die WM ging im Trubel der Ereignisse um Jeffrey Herlings und Tim Gajser etwas unter.
Wer auch immer über die kommende MXGP-Saison orakelt: Das Thema führt ausnahmslos und auf direktem Weg immer zu Jeffrey Herlings und Tim Gajser. Der Wechsel der beiden MXGP-Protagonisten von KTM zu Honda bzw. von Honda zu Yamaha sorgte für enorme mediale Aufmerksamkeit. Doch es könnte in der kommenden Saison noch andere Überraschungen geben. Da wären zunächst die beiden MX2-Aufsteiger Kay de Wolf (Husqvarna) und Andrea Adamo (KTM). De Wolf hat besonders im Sand Erstaunliches auf der 450er geleistet und gezeigt, dass er sogar Jeffrey Herlings Paroli bieten kann. Und das war noch zu seiner MX2-Zeit!
Der stille Tom
In der kommenden Saison gibt es noch ein weiteres Fragezeichen und das ist Tom Vialle. Der Franzose ist zweimaliger MX2-Weltmeister und er gewann in den USA zweimal die hart umkämpften Supercross-Ostküstenmeisterschaften. Jetzt kehrt er nach Europa zurück und startet für HRC. Sein Fahrstil ist ruhig, sauber und super-effektiv. Obwohl er kein aggressiver Fahrer ist, konnte er sich in den USA in der härtesten Liga der Welt behaupten und fuhr stets intelligent, ohne seine Grenzen zu überschreiten. Das sind beste Voraussetzungen für eine Meisterschaft über eine Saison von 20 Grands Prix.
Führungsrunden in Paris
In Paris startete er mit der Honda CR450 im Supercross und wurde mit einem 5-4-5-Ergebnis auf Anhieb Fünfter. Vialle absolvierte unter Anwesenheit beider Lawrence-Brüder nach gutem Start erste Führungsrunden. Tom Vialle ist ein sehr guter Starter und ein noch besserer Stratege.
Mehr als nur ein Zukunftsprojekt
In der Außenwahrnehmung betrachtet HRC das Thema Vialle eher als Zukunftsprojekt. HRC-Teamchef Giacomo Gariboldi posiert seit Anfang des Jahres fast ausschließlich mit Jeffrey Herlings und der Italiener spricht begeistert über seine ersten Tests mit der Honda. Aber warten wir ab, was der stille Tom noch im Köcher hat. Er spricht nicht viel, zeigt sich kaum in den sozialen Medien, aber wenn es zählte, war er immer da. Und übrigens gibt es da noch eine historische Parallele: Vor 25 Jahren kehrte der Franzose Mickaël Pichon aus den USA in die WM zurück. Auch er hatte den Ostküsten-Titel gewonnen, war nach seiner Rückkehr in die WM auf Anhieb top und wurde zweimal Weltmeister.
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