Alex Marquez: «Es war ein Crash, den niemand hätte verhindern können!»
Alex Marquez (Gresini Ducati) hat beim MotoGP-Event in Brünn sein Comeback nach dem schweren Crash in Barcelona. Wie er sich an den Sturz erinnert und wo er körperlich noch eingeschränkt ist.
Nachdem Alex Marquez den medizinischen Check am Donnerstag in Brünn bestanden hat, wird der Vizeweltmeister an diesem Wochenende sein Comeback auf dem MotoGP-Bike geben. Zumindest am FP1 darf er teilnehmen, danach wird final entschieden, ob er für das gesamte Rennwochenende für fit erklärt wird.
Der Gresini-Pilot krachte im Hauptrennen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya in KTM-Werksfahrer Pedro Acosta. Dabei zog er sich eine Randfraktur des Wirbels C7 und einen Bruch im rechten Schlüsselbein zu. Die Events in Mugello und Balaton musste er auslassen.
Wie fühlt sich Alex Marquez vor dem Tschechien-GP? «Ich fühle mich ganz okay. Ich darf zumindest am FP1 teilnehmen. Ich bin aber einer Meinung mit den Ärzten, denn ich will selbst zunächst einmal herausfinden, wie mein Zustand ist», meinte der 30-Jährige in der Medienrunde am Donnerstag. «Auch mental ist es für mich wichtig, hier zu sein – um bei meinem Team und im Paddock zu sein. Ich muss Session für Session verstehen, wie es mir geht.»
Wie leicht fällt es ihm nach dem schweren Sturz in Barcelona wieder auf seine Ducati zu steigen? «Wenn man in solch Situationen das, was passiert ist, einfach beiseiteschiebt, ist es ein Fehler», betonte AM73. «Schon im Krankenhaus habe ich gesagt, dass ich den Crash sehen möchte. Ich begann mich daran zu erinnern und konnte es akzeptieren. Ich kann mich an alles erinnern – als ich mit Pedro zusammenstieß, fuhr ich nach rechts, weil da schon meine Vordergabel gebrochen war. Mein Lenker war zudem verbogen. Mein Motorrad war also schon ziemlich kaputt. Beim Aufprall hatte ich Glück. Ich denke, dass es ein Sturz war, den niemand hätte verhindern können.»
Alex Marquez fuhr in Barcelona mit vollem Speed auf Pedro Acosta auf, da dieser ein Problem mit seiner KTM hatte. «So etwas kann passieren. Ein Motorrad kann immer ein Problem haben – bezüglich der Mechanik oder Elektronik. Das vergessen wir oft», machte er bewusst. «Das gehört einfach dazu und das muss man akzeptieren.»
Die Wirbelverletzung machte den Ärzten keine allzu großen Sorgen, vielmehr ging es darum, das Schlüsselbein, das an vier Stellen gebrochen war, zu stabilisieren. «Die Operation war nicht einfach. In der ersten Woche hat mir aber mehr mein Kopf zu schaffen gemacht», schilderte der Spanier die Folgen des harten Einschlags. «Aber nach einer Woche wurde es viel besser.»
Momentan macht ihm die Schulter noch am meisten zu schaffen. «Ich hatte 2013 eine Schulteroperation, nachdem damals meine Schulter oft ausgekugelt war. Und jetzt mit diesem komplizierten Bruch beim Schlüsselbein müssen sich die Muskeln erst einmal anpassen», erklärte Marquez. «Aber ich bin hier, um zu verstehen, wie mein Niveau hinsichtlich der Power ist. Im Fitnesscenter war es mal nicht so schlecht. Ich bin aber sicher nicht bei 100 Prozent. Ich muss realistisch sein, und mir Session für Session ansehen, ob es Sinn macht weiterzumachen oder nicht.»
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