Bagnaia: Frust über MotoGP-Format für 2027 und Ducati-Testverbot am Montag
Die neuen Rahmenbedingungen für die MotoGP 2027 mit nur noch einem Motorrad pro Fahrer kann Francesco Bagnaia nicht nachvollziehen. Auch das Testverbot am Montag frustriert den Italiener.
Zwischen den MotoGP-Wochenenden in Ungarn und Tschechien hat sich hinter den Kulissen einiges getan. Eine
So wird es im kommenden Jahr laut aktuellem Stand nur noch ein Motorrad pro Fahrer geben. Das wird sich laut Insidern drastisch auf die Arbeitsweise in den Trainings und Qualifyings auswirken. Ex-Weltmeister Francesco Bagnaia äußerte sich am Medien-Donnerstag in Brünn sehr kritisch zu den Vorschlägen.
MotoGP macht laut Bagnaia einen Schritt zurück
«Ehrlich gesagt kann ich mich mit keinem der neuen Vorschläge wirklich anfreunden. Mir gefällt das nicht», stellte Bagnaia klar. Der Italiener ist kein Fan der kleineren Motoren und erst recht nicht der Reduzierung auf ein Bike pro Fahrer. «Schon der Gedanke, mit kleineren Motorrädern zu fahren, wirkt seltsam. Das Einzige, das ich gut finde, ist der Verzicht auf die Devices. Aber dann nur noch ein Motorrad zu haben, ist merkwürdig.»
Denn klar ist, dass die Fahrer ihre Aggressivität mit dem neuen Format deutlich anpassen müssen. «Wenn du im Qualifying stürzt, musst du mit einem Ersatzmotorrad ins Rennen gehen, ohne überhaupt eine Runde damit gefahren zu sein. Das ist seltsam», schilderte Bagnaia. «Weniger Leute in der Box sind ebenfalls seltsam. Deshalb verstehe ich nicht wirklich, worum es dabei geht. Zum Glück bin ich nicht derjenige, der solche Entscheidungen treffen muss.»
Laut Bagnaia wird die neue Ein-Bike-Regel die bisherige Arbeitsweise komplett auf den Kopf stellen. Der Italiener, der im kommenden Jahr für Aprilia antreten wird, stuft die bevorstehenden Änderungen als «enorm» ein: «Du kannst nicht mehr so ans Limit gehen, wie du es heute tust. Wenn du zwei Motorräder hast, fährst du bis ans Limit. Wenn du nur eines hast, weißt du, dass nach zwei oder drei Stunden das Qualifying und das Sprintrennen anstehen. Und wenn du einen heftigen Sturz hast, steht dir das Motorrad nicht mehr zur Verfügung.»
Wenn ein Motorrad bei einem Sturz so stark zerstört wird, dass ein Neuaufbau nicht rechtzeitig möglich ist, können die Teams Ersatzmotorräder einsetzen. «Ja, aber damit bist du keine einzige Runde gefahren. Deshalb finde ich die Richtung, in die sich die MotoGP aktuell bewegt, etwas seltsam. Im Vergleich zur heutigen MotoGP machen wir große Schritte zurück. Das wirkt schon etwas merkwürdig», kritisierte Bagnaia.
Die Abschaffung der Ride-Height-Devices und der ganzen Holeshot-Systeme hingegen befürwortet Bagnaia, auch wenn sein Noch-Arbeitgeber eine sehr konkurrenzfähige Lösung bereitstellt. «Das System von Ducati ist ein Meisterwerk. Aber wenn man sich die anderen Motorräder anschaut, müssen einige Fahrer unterschiedliche Dinge tun, um die Front-Devices beim Bremsen zu deaktivieren. Deshalb denke ich, dass es aus Sicherheitsgründen gut ist, alles abzuschaffen», so Bagnaia.
Pirelli-Test am Montag: Warum Bagnaia nicht teilnehmen darf
Das Wochenende in Brünn ist mit Blick auf 2027 ein wichtiger Termin, denn am Montag können die Hersteller ihre Pirelli-bereiften 850er-Prototypen mit den Stammfahrern testen. Da nach der laufenden Saison viele Fahrer die Marke wechseln, hat sich eine brisante Situation entwickelt.
Kein Hersteller will das Wissen für 2027 an einen Fahrer preisgeben, der in einigen Monaten für die Konkurrenz antritt. Bagnaia, der Ducati am Saisonende verlässt, wird deshalb nicht testen. «Ich werde zu Hause sein. Nicht weil ich das möchte, sondern weil es nun einmal so ist», bestätigte der zukünftige Aprilia-Pilot. Dass Ducati am Montag ohne ihn plant, nimmt Bagnaia aber nicht persönlich.
«Ich verstehe die Idee dahinter, mich die 850er nicht fahren zu lassen. Das ist nachvollziehbar und wahrscheinlich auch richtig. Aber wenn man am 1. Dezember erstmals auf das Motorrad steigt, ohne zuvor die Pirelli-Reifen getestet zu haben, dann wird es schwierig. Du steigst morgens um elf Uhr auf das Motorrad und hörst um drei Uhr nachmittags wieder auf. Das ist nicht viel Zeit. Es ist etwas seltsam, denn du verstehst die Reifen noch nicht und hast keinerlei Grundlage, um Pirelli Rückmeldungen zu geben. Ich denke, es wäre besser gewesen, mich mit dem aktuellen MotoGP-Bike und Pirelli-Reifen fahren zu lassen. Aber das ist nicht möglich.»
Laut aktuellem Stand wird es am Montag nicht viel Fahrbetrieb mit aktuellen Werkspiloten geben. «Ich glaube, dass am Montag ohnehin nur vier Fahrer fahren werden», so Bagnaia, der dem telefonischen Austausch mit VR46-Academy-Kollege Marco Bezzecchi, seinem zukünftigen Aprilia-Teamkollegen, entgegenfiebert. «Auf jeden Fall. Ich will alles wissen», bemerkte Bagnaia.
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