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Martin mit Kampfansage: «Das ist mein Instinkt, werde es weiterhin tun»

In Brünn nahm MotoGP-Ass Jorge Martin (Aprilia) Stellung zum von ihm verursachten Massencrash in Ungarn. Der «Martinator» zeigte Reue, dennoch würde er gegen seine Natur nicht ankämpfen.

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Die Bilder vom Startcrash im Grand Prix in Ungarn blieben noch lange in den Köpfen. Jorge Martin verursachte in der ersten Kurve ein Sturz-Chaos, nachdem er die Kontrolle über seine Aprilia verloren hatte. Dabei riss er Teamkollege und WM-Leader Marco Bezzecchi, Raul Fernandez, Fermin Aldeguer und Fabio Di Giannantonio mit ins Verderben. Der Schreck war groß, glücklicherweise hatte sich bei dem Massencrash niemand ernsthaft verletzt. Danach waren vom Aprilia-Werksteam weder Martin noch Bezzecchi zu einer Stellungnahme zu haben. Dafür fand Aprilia-Rennchef Massimo Rivola klare Worte.

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Martin entschuldigte sich offiziell für seinen fatalen Fehler. Mit eineinhalb Wochen Abstand stellte er sich in Brünn am Donnerstag den Fragen der Medien. «Zuerst möchte ich mich noch einmal bei allen involvierten Fahrern und Herstellern entschuldigen. Das war mein erster Gedanke nach dem Desaster, dass ich veranstaltet hatte», zeigte Martin Reue. «Als Fahrer willst du nie stürzen – und noch weniger will ich mit anderen Fahrern zusammenstoßen. Vor allem nachdem, was in der letzten Saison passiert ist. Ich möchte niemanden verletzen, ehrlich. Mir ging es nach diesem Sonntag nicht gut. Ich hatte Schwierigkeiten zu akzeptieren, was da passiert ist. Diese Dinge können aber passieren, das Wichtigste für mich ist aber, von meinen Fehlern zu lernen. Ich möchte ein besserer Fahrer und ein besserer Mensch sein.»

Wie genau ist der Crash aus seiner Sicht passiert? «Ehrlich gesagt habe ich nichts Seltsames gemacht. Sobald ich die Bremse betätigte, ist mir das Vorderrad weggerutscht. Dann habe ich in der ersten Kurve die Bremse wieder etwas gelöst, und ich war dann viel schneller als der Rest des Feldes. Dann habe ich erneut gebremst, und dann ist mir das Vorderrad schon wieder weggerutscht – ich habe dann komplett die Kontrolle verloren», schilderte Martin die gefährliche Situation. «Ich versuchte dann, die Kontrolle zurückzuerlangen, doch das war unmöglich. Es war ein sehr beängstigender Crash, glücklicherweise hat keiner grobe Verletzungen davongetragen.»

Die Fahrer berichteten, dass auf dem Balaton Park Circuit der Asphalt in der ersten Kurve sehr rutschig war. War dies einer der Auslöser, weshalb er die Kontrolle über seine RS-GP verloren hat? «Absolut. In Kurve 1 war der Asphalt ein Desaster», bestätigte Martin. «Es ist lustig, denn in der Safety Commission war ich derjenige, der forderte, dass man einen Fahrer, der in der ersten Kurve stürzt, härter bestrafen soll. Das ist Racing und wir müssen von den Fehlern lernen.»

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Jorge Martin wurde bestraft – in Brünn muss er im Grand Prix am Sonntag eine doppelte Long-lap absolvieren. Seine Chancen auf ein Top-Ergebnis sind somit deutlich gesunken.

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Nach dem Crash fand Massimo Rivola harte Worte. «Am Ende des Tages ist es seine Meinung», zuckte der «Martinator» mit den Schultern. «Aber wie ich schon sagte, ich will nicht in andere Fahrer hineinfahren. Es tut mir sehr leid für alle beteiligten Teams. Aber das ist Racing. Manchmal stürze ich allein, manchmal stoßen Fahrer zusammen. Das Wichtigste ist, dass ich daraus lerne.»

«Vielleicht, dass ich zwei Meter früher hätte bremsen sollen!»

Jorge Martin

Was hat Martin gelernt? «Vielleicht, dass ich zwei Meter früher hätte bremsen sollen», grübelte der 28-Jährige. «Ich habe aber nichts Verrücktes gemacht und ich wollte nicht überholen. Aber was klar ist: Das nächste Mal werde ich in Balaton vorsichtiger sein. Wie auch immer, ich werde dadurch meinen Hunger nicht verlieren. Ich werde immer versuchen, in der ersten Kurve so viele Fahrer wie möglich zu überholen. Das ist mein Instinkt, und ich werde es weiterhin tun. An dem Tag, an dem ich das nicht mehr machen möchte, werde ich zuhause bleiben.»

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Jorge Martin hatte bei den vergangenen Rennwochenende Höhen und Tiefen. In Le Mans holte er zwei Siege, in Barcelona stürzte er am Wochenende und beim anschließenden Test insgesamt sechs Mal. Dann folgten zwei zweite Plätze in Mugello und danach das Desaster in Ungarn. «Montmelo war hart, aber ohne die roten Flaggen wäre ich auf dem Podest gestanden. Mugello war fast perfekt und Balaton war zunächst okay, obwohl es nicht mein bestes Wochenende war», zählte Martin auf. «Ich will aber nicht darüber diskutieren, dass ich zu viel stürze – ich will nicht stürzen und mich verletzen. Ich muss vielleicht bei den Trainings etwas mehr Spielraum lassen, um die Dinge besser beurteilen zu können. Aber wenn es Zeit ist, zu attackieren, werde ich das tun – wie immer. Ich habe den Speed und das Bike funktioniert sehr gut. Es gibt nichts, weshalb ich nervös sein muss.»

Gespräch mit Bezzecchi und Rivola

Hat Martin nach den Vorfällen in Ungarn mit Marco Bezzecchi und Massimo Rivola gesprochen? «Ja. Ich denke, dass es mehr denn je an der Zeit ist, zusammenzustehen. Wenn wir gegen die anderen bestehen wollen, müssen wir zusammenhalten. Wir müssen intelligent sein», so der Spanier. «Ich habe nach dem Rennen zweimal mit Marco gesprochen. Natürlich war es schwierig in diesem Moment. Heute habe ich mit Massimo gesprochen. Ich denke, dass wir auf einer Linie sind – es ist jetzt anders als noch vor zwei Wochen.»

Nach dem, was in Ungarn in der ersten Kurve passiert ist, sollte das Holeshot-Device möglichst bald und nicht erst nächstes Jahr eliminiert werden? «Ich denke ja, es würde helfen», bestätigte Martin. «Gleichzeitig ist es aber schwer zu sagen, wie stark die Verbesserung dadurch wäre. Aber wenn wir die Aufwärmrunde ohne das Front-Device absolvieren würden, dann hätte man ein besseres Gefühl für den Vorderreifen. Wenn das Rennen gestartet wird und wir das erste Mal bremsen, dann ist es schwierig, dass Motorrad abzubremsen. Ich hoffe, dass es dadurch sicherer sein wird.»

Spätestens 2027 sind dann alle Devices in der MotoGP Geschichte.

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