Alex Marquez Schnellster in Jerez, Marc Marquez Vierter, Acosta gescheitert
Es war ein MotoGP-Zeittraining der Extraklasse. Nach spannenden 60 Minuten holte sich Vorjahressieger Alex Marquez die Bestzeit. WM-Leader Bezzecchi auf 3 vor Champion «MM93». Acosta muss ins Q1.
Direkt vor dem Freitag-Highlight, dem Zeittraining der MotoGP, hatten die Moto2-Piloten um trockenen Asphalt gebangt und trotz düsterem Himmel und einigen Sprenklern Rekordzeiten abgeliefert. Die Unsicherheit ging im MotoGP-Zeittraining weiter.
Los ging es mit einem Schock für das Ducati-Lenovo-Werksteam. Nur wenige Meter nach dem Start seiner ersten fliegenden Runde überbremste Pecco Bagnaia seine GP26. Der Italiener blieb unversehrt bei dem Crash in Kurve 1, doch das Motorrad war für die wichtige Session abgeschrieben.
Auf der Strecke sorgte derweil VR46-Ass Fabio Di Giannantonio für die erste Richtzeit. Der WM-Vierte kam schnell auf eine 1:36,5 min und war damit flotter als Alex Márquez und die beiden Honda-Piloten Johann Zarco und Luca Marini. Dass sich auch Aprilia gut auf die Session eingestellt hatte, zeigte die Ränge 5–7 von Bezzecchi, Fernandez und Ogura – die Trackhouse-Bikes waren im FP1 noch hinten gefahren.
Und Marc Marquez? Der Champion kam in seinen ersten Runden auf eine 1:37,2 min – Rang 8. Zum Vergleich: Fabio Quartararo hält den Streckenrekord, der Franzose brauchte 2025 für die 4420 Meter 1:35,610 min.
Schlecht kamen die KTM-Akteure ins Zeittraining. Nach einer Viertelstunde wurde der erste RC16-Pilot (Bastianini) auf 15 notiert. Dann gelang dem WM-Dritten Pedro Acosta eine 1:37,0 min, die den jungen Spanier bis auf Position 4 brachte. Nach gut 20 Minuten konnte auch Pecco Bagnaia wieder auf Motorrad 2 ins Geschehen eingreifen. Der Italiener fand schnell in die Session auf dem immer noch trockenen Asphalt. Der Teamkollege von Marc Marquez schob sich vor Fernandez auf Platz 8.
Nach vorne gearbeitet hatte sich Marc Marquez Kurz vor Halbzeit hatte «MM93» den Rückstand auf Fabio Di Giannantonio auf 0,298 sec verringert. Bester Yamaha-Athlet war nach einer halben Stunde wie so oft Fabio Quartararo Dem Champion von 2021 fehlten 0,690 sec auf «Diggia», was in der MotoGP in Jerez nicht mehr als Platz 12 bedeutet. Das bekam auch Pramac-Pilot Toprak Razgatlioglu zu spüren. Der Jerez-Spezialist büßte bei seinem GP-Debüt mit der MotoGP-M1 1,3 sec ein – Position 20. Damit lag «El Turco» zunächst noch vor Rookie-Kollege Diogo Moreira (22.).
Die zweite Halbzeit begann mit einem Crash von Jorge Martin. Martin, in der WM-Tabelle nur vier Punkte hinter Marco Bezzecchi, stürzte in der Zielkurve. Zu diesem Zeitpunkt nur 14. – verlor der Spanier wichtige Zeit.
Im letzten Drittel der Session war Johann Zarco einer der ersten Piloten, der einen weichen Hinterreifen montierte Mit der Soft-Mischung ging es auf der LCR-Honda auf Platz 3. Markenkollege Mir zog als Vierter nach. Wie schnell es mit einer Ducati GP26 geht, zeigte Fabio Di Giannantonio. Der Römer drückte die Bestzeit mit 19 Minuten auf der Uhr auf 1:36,267 min.
Die Top 10 vor dem finalen Angriff auf die Q2-Tickets: Di Giannantonio, Alex Marquez, Zarco, Mir, Marc Marquez, Marini, Acosta, Aldeguer, Bezzecchi und Bagnaia. Bis auf Yamaha fanden sich damit alle Hersteller im Match um die beste Ausgangslage.
Innerhalb der Top-10 änderten sich Plätze im Finale im Minutentakt. Mit dem 10-Minuten-Gong ging die Führung an Alex Marquez. Der Gresini-Pilot schrammte mit einer 1:35,704 min nur knapp am Streckenrekord vorbei.
Kurios lief die Session im Finale für Pedro Acosta. Der KTM-Held und WM-Dritte fuhr etliche Sektorbestzeiten, verlor aber jeweils massiv im dritten Abschnitt.
Fünf Minuten vor Schluss: Aldeguer war auf Rang 4 vorgefahren, dahinter Luca Marini. Bezzecchi und Marc Márquez auf den Plätzen 7 und 8. Auf dem Schleudersitz – Enea Bastianini als Zehnter. Nicht im Q2 bis dahin: Bagnaia, Quartararo, Martin und Acosta!
Im spannenden Schlussakt schob sich zunächst Ai Ogura auf Platz 3. Jorge Martin zog sich Pecco Bagnaia heran. Der Italiener verbesserte sich auf 2, Martin auf 5. Nur Sekunden später drängte Bezzecchi wieder auf Rang 2. Und auch Marc Márquez, der drei Minuten auf Platz 13 abgefallen war, fand noch einmal zurück: 1:36,227 min – Platz 4.
Enttäuschung dagegen in der Box von Red Bull KTM Factory Racing. Acosta kam nicht über Platz 15 hinaus, direkt dahinter Brad Binder. Toprak Razgatlioglu beendete das Zeittraining direkt hinter Fabio Quartararo auf 18. Stelle.
Die Top 5 vor dem Sprint-Samstag: Alex Marquez wird vor Fabio Di Giannantonio, WM-Leader Bezzecchi, Champion Marc Marquez und Ai Ogura ins Q2 gehen. Ducati und Aprilia beenden Tag 1 in Jerez als stärkste Hersteller. Bitter: Lange mit drei Fahrern scheinbar sicher fielen am Ende alle Honda-Fahrer aus den Top 10.
Ergebnisse MotoGP Zeittraining, Jerez (24. April):
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Alex Marquez (E)
Ducati
1:35,704 min
2.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
+0,333 sec
3.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
+0,506
4.
Marc Marquez (E)
Ducati
+0,523
5.
Ai Ogura (J)
Aprilia
+0,544
6.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
+0,561
7.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
+0,578
8.
Fermin Aldeguer (E)
Ducati
+0,588
9.
Jorge Martin (E)
Aprilia
+0,597
10.
Enea Bastianini (I)
KTM
+0,655
11.
Joan Mir (E)
Honda
+0,682
12.
Johann Zarco (F)
Honda
+0,706
13.
Luca Marini (I)
Honda
+0,711
14.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
+0,738
15.
Pedro Acosta (E)
KTM
+0,763
16.
Brad Binder (ZA)
KTM
+0,881
17.
Fabio Quartararo (F)
Yamaha
+1,048
18.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
+1,160
19.
Diogo Moreira (BR)
Honda
+1,230
20.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
+1,293
21.
Alex Rins (E)
Yamaha
+1,321
22.
Lorenzo Savadori (I)
Aprilia
+1,554
23.
Augusto Fernandez (E)
Yamaha
+1,915
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