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Yamaha-Lichtblick: Jack Miller starker Fünfter – doch es gibt eine Sorge

Jack Miller überraschte beim MotoGP-Zeittraining auf dem Sachsenring mit Platz 5 und zog als einziger Yamaha-Pilot direkt ins Q2. Trotz des Erfolgs sieht der Australier große Defizite beim Paket.

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Jack Miller sorgte am Freitag auf dem Sachsenring für das Ausrufezeichen aus Yamaha-Sicht. Der Australier qualifizierte sich im Zeittraining mit nur 0,447 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Marc Marquez als Fünfter direkt für das Q2 und war damit der einzige der vier Yamaha-Piloten, dem dieses Kunststück gelang. Während Miller überzeugte, landete Markenkollege Fabio Quartararo als zweitbester Yamaha-Fahrer lediglich auf Platz 15.

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Für seine schnellste Runde organisierte sich Miller ein schnelles Zugpferd. Die Rundenzeit wollte Miller allerdings nicht ausschließlich auf den Windschatten zurückführen. Zwar sei ein Vordermann hilfreich, um Referenzpunkte zu haben, doch auch mit freier Fahrt fühlte sich Miller konkurrenzfähig.

Was ist Millers Rundenzeit wert?

«Es ist schön, ein Ziel vor sich zu haben, aber am Ende nutzt du die anderen als Referenz, um sie einzuholen», erklärte der Pramac-Pilot. «Ich fühlte mich ehrlich gesagt auch alleine gut. Es ist schön, auf einer Strecke zu sein, auf der wir nicht auf Motorleistung angewiesen sind. Hier spielst du praktisch die ganze Runde über mit dem Gasgriff. Im Vergleich zum Motorrad des vergangenen Jahres finden wir den Grip leichter. Deshalb habe ich überhaupt nichts zu beklagen.»

Dennoch offenbarte sich im zweiten Versuch ein Problem, das Miller mit Blick auf Sprint und Grand Prix Sorgen bereitet. Bereits nach wenigen Runden baute der Vorderreifen deutlich ab. «Ich hatte sogar das Gefühl, dass in dieser Runde noch mehr drin gewesen wäre. Aber der Vorderreifen war in Kurve 7 schon am Ende. Danach fehlten mir in allen Linkskurven vier oder fünf Grad Schräglage. Nach insgesamt nur vier Runden hatte der Reifen massives Graining», schilderte der 30-Jährige. Yamaha habe zwischen den Runs zwar Änderungen am Setup ausprobiert, doch die Reifenhaltbarkeit bleibt ein heikles Thema.

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Großes Lob für das Yamaha-Chassis – der Motor bleibt die Schwachstelle

Für Miller bestätigt der Sachsenring vor allem, dass die Yamaha abgesehen vom Motor inzwischen ein konkurrenzfähiges Gesamtpaket besitzt. «Das sage ich die ganze Saison schon. Beim Bremsen sind wir manchmal 15 Meter später als alle anderen, dafür müssen wir aber auch 15 Meter früher beschleunigen. Damit verlangen wir dem Chassis und den Reifen enorm viel ab», erklärte er. Das Hauptproblem sei unverändert die fehlende Leistung. «Uns fehlen mindestens 15 bis 20 PS im Vergleich zur Konkurrenz. Mit mehr Leistung würde sich das Motorrad komplett anders verhalten.»

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Auch bei der Elektronik sieht Miller weniger grundsätzliche Probleme als vielmehr Feinarbeit. Entscheidend sei ein möglichst sanfter Übergang bei den ersten Gasbefehlen sowie eine harmonische Leistungsentfaltung. «Wenn du zu viel verlangst, dreht das Hinterrad durch – wie auf jeder Strecke. Das ist nicht der schnellste Weg. Es geht darum, das Ansprechverhalten möglichst sanft zu gestalten und gleichzeitig genügend Grip zu finden. Das hängt vom Motorcharakter und davon ab, wie die Leistung abgegeben wird.»

Yamaha-Piloten nur so gut wie ihr «Werkzeug»

Trotz des starken Freitags bleibt der Australier realistisch. Die Platzierung sei zwar eine Bestätigung, ändere aber nichts an den grundsätzlichen Defiziten der M1. «Ein Freitag ist nur ein Freitag», betonte Miller. «Ich glaube, dass ich zu den besten Fahrern im Feld gehöre – so wie jeder von uns. Aber man weiß auch, welche Werkzeuge man zur Verfügung hat. Wenn du nicht die richtigen Werkzeuge in der Tasche hast, ist es verdammt schwierig, dein Können zu zeigen.»

Zur Untermauerung seiner Aussage zog Miller zwei prominente Beispiele heran: «Schaut euch an, was Marc mit der Honda erlebt hat oder Valentino mit der Ducati. Wenn das Paket nicht funktioniert, dann funktioniert es eben nicht – ganz egal, ob du Marc Marquez oder Valentino Rossi bist.»

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Dass die Ergebnisse das wahre Potenzial der Yamaha in dieser Saison häufig nicht widerspiegeln, hat Miller mehrfach erlebt. «Es gab einige Qualifyings, in denen ich eine Runde gefahren bin und dachte: Mehr kann ich nicht machen. Dann schaust du auf den Zeitenmonitor und bist nur 15. oder 16. Da fragst du dich schon: Wie kann ich mit so einer Runde nur auf Platz 16 stehen?» Der Freitag auf dem Sachsenring war deshalb ein seltener Moment, in dem sich eine starke Leistung auch im Klassement widerspiegelte.

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