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Aprilia-Chefentwickler Sterlacchini über die Arbeit an der 2026er-RS-GP

Fabiano Sterlacchini ist einer der Gründe für die zuletzt imposante Bergauffahrt von Aprilia in der MotoGP. Bei der Vorstellung der neuesten RS-GP ließ sich der Cheftechniker einiges entlocken.

Thomas Kuttruf

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Vor genau einem Jahr war Fabiano Sterlacchini am gleichen Tag zwar mit einer bemerkenswerten Rennsport-Vita, aber zugleich als Novize bei Aprilia erstmals öffentlich für seinen neuen Arbeitgeber in Erscheinung getreten. Sterlacchini, zuvor lange bei Ducati und weniger ausgiebig bei KTM, ersetzte in Noale den langjährigen Entwicklungsleiter Romano Albesiano (jetzt bei Honda unter Vertrag).

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Gemeinsam mit der Belegschaft der Aprilia-Rennabteilung leistete Sterlacchini ganze Arbeit. Trotz des Ausfalls von Jorge Martin als Taktgeber der Entwicklung gelang es mit Marco Bezzecchi und dem tapfer agierenden Testpilot Lorenzo Savadori, die Fährte zur MotoGP-Elite aufzunehmen. Im Laufe der längsten Rennsaison aller Zeiten schüttelte man KTM im Kampf um Platz 2 bei den Konstrukteuren ab und holte nach 15 Podestplätzen in 44 Wettfahrten Platz 3 in der Fahrer-WM – dazu addierten sich weitere vier Glanzresultate durch Trackhouse-Aprilia-Pilot Raul Fernandez und die Positionen 1–2 beim Finale.

Doch trotz der im Endspurt der Saison herausragenden Bilanz kommt auch die Entwicklungsmannschaft unter Sterlacchini nicht zur Ruhe. Im Rahmen der Teamvorstellung in den Mailänder Sky-Studios kreiste der Technik-Chef zunächst die wesentlichen Bereiche ein: «Auch durch das Regelwerk bleibt der Antrieb von der mechanischen Seite unberührt. Dennoch haben wir uns bemüht – und bemühen uns auch jeden weiteren Tag –, den Motor für die Fahrer und die Performance gegen die Stoppuhr zu verbessern. Außerdem bietet sich die Aerodynamik an, um das Paket zu optimieren.»

Auf Nachfrage nach Details schlug Fabiano Sterlacchini die Türe nicht komplett zu. «Bei der elektronischen Steuerung der Power haben wir Veränderungen an der Traktionskontrolle vorgenommen. Es geht darum, das Motorrad leichter fahrbar für die Piloten zu machen. Das gilt besonders für den Anfang des Rennens und für die Phase der Beschleunigung. Es ist kein Geheimnis: Je mehr die Fahrer den Hinterreifen positiv nutzen, desto besser die Auswirkungen auf die Rundenzeit, aber auch auf das Renngeschehen. Überholmanöver lassen sich besser setzen – wenn ich zuvor eine optimale Phase der Beschleunigung absolviert habe. Dazu kommt eine feinere Regelung der Wheelie-Kontrolle. Wir reden von Hundersteln bei der Sensorik – aber auch das zählt.»

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Sterlacchini ergänzt: «Die Leitung des Bikes ist unbestritten, aber die Entwicklung geht in die Richtung, dass die Fahrer schneller und sicherer an ihrer Grenze fahren. Das geht Hand in Hand mit der Aerodynamik-Entwicklung. Dabei stehen alle Hersteller vor der gleichen Herausforderung. Du bist in einem ständigen Tauschgeschäft mit den Größen Luftwiderstand und Abtrieb. Leistung auf der Geraden geht auf Kosten der Performance in den Kurven – und andersherum. Wir bemühen uns hier, immer bessere Kompromisse zu finden, und haben auch schon große Fortschritte erzielt.»

Die Arbeiten an der Verkleidung sind eindeutig. So zeigt sich die 2026er-RS-GP in der Frontansicht mit deutlich anders konturierten Front-Winglets und auch der Abschluss des Prototyps verrät mit einem jetzt wieder geschlossenen Flügelwerk die Weiterentwicklung der RS-GP.

Teammanager Paolo Bonora bestätigte in Mailand des Weiteren die Vervielfachung der jüngsten Ausbaustufe auf alle Einsatzbikes: «Wir werden vorbereitet sein und in Malaysia zum Test mit acht neuen Motorrädern erscheinen und somit auch Trackhouse als wichtigem Partner die neue Basis zur Verfügung stellen.»

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Los geht es für den Aprilia-Testpilot Lorenzo Savadori bereits am 29. Januar. Nach dreitägigem Shakedown und einem Tag Pause werden dann die vier Stammpiloten die Evolution aus Noale ans Limit fahren.

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