Enea Bastianini erklärt MotoGP-Wechsel: Darum verlässt er KTM für Aprilia
Enea Bastianinis Abschied von KTM ist besiegelt. Der Italiener erklärte vor dem MotoGP-Rennwochenende in Aragon, warum er sich früh für Trackhouse-Aprilia entschied.
Unmittelbar vor dem MotoGP-Wochenende im MotorLand Aragon wurde bestätigt, was sich seit Wochen abgezeichnet hatte: Enea Bastianini wechselt 2027 von Tech3-KTM zu Trackhouse-Aprilia.
Für Bastianini bedeutet der Wechsel auch den
Sportlich konnte die Verbindung zwischen Bastianini und KTM die Erwartungen jedoch nie erfüllen. Der mehrfache MotoGP-Sieger fasste auf der RC16 nicht richtig Fuß und stand bisher klar im Schatten von Markenkollege Pedro Acosta. Besonders enttäuschend ist für ihn, dass auch in seiner zweiten Saison der erhoffte Fortschritt ausblieb.
«Vom letzten Jahr zu diesem Jahr gelang es uns nicht, schneller zu werden», stellte Bastianini fest. «Manchmal sind wir schnell, doch nicht in jeder Situation. Aus diesem Grund habe ich die Entscheidung getroffen, woanders hinzugehen.»
Aprilia überzeugte Bastianini schon beim Saisonauftakt
Überraschend ist vor allem, wie früh sich der 28-Jährige gedanklich auf Aprilia festgelegt hatte. Während seine Zukunft monatelang für Spekulationen sorgte, hatte Bastianini seine Entscheidung offenbar bereits zu Saisonbeginn getroffen. «Meine Zukunft habe ich sehr zeitig definiert. Das geht bis zum ersten Rennen zurück», verriet «La Bestia». Ausschlaggebend war dabei auch der Eindruck, den die RS-GP auf ihn machte. «Ich sah in den Aprilias sehr großes Potenzial und sah darin meine Zukunft.»
Die Verbindung zwischen Bastianini und Aprilia ist keineswegs neu. Bereits vor seinem MotoGP-Aufstieg zur Saison 2021 gab es Kontakte zwischen beiden Seiten. Zu einer Zusammenarbeit kam es damals nicht, doch der Gesprächsfaden riss nie vollständig ab.
«Wir haben bereits in der Vergangenheit viele Gespräche geführt. Das war bereits zu der Zeit der Fall, als ich von der Moto2 in die MotoGP wechselte», bestätigte Bastianini. In diesem Jahr wurde es dann konkret: «Die Gespräche haben sich intensiviert. Es ging beim ersten Rennen los. Mit der Verkündung haben wir lange gewartet. Doch für mich war es bereits klar.» Damit bestätigt Bastianini auch, dass die nun erfolgte Bekanntgabe lediglich die offizielle Bestätigung einer längst getroffenen Entscheidung war.
Neue MotoGP-Ära als zusätzliche Herausforderung
Seinen Herstellerwechsel vollzieht Bastianini zu einem besonders interessanten Zeitpunkt. 2027 beginnt in der MotoGP eine neue technische Ära. Der Hubraum sinkt von 1000 auf 850 ccm, Pirelli löst Michelin als Einheitsreifenlieferant ab und Ride-Height-Devices werden verboten.
Für Bastianini bedeutet das, dass er sich nicht nur an einen neuen Hersteller gewöhnen muss. Gleichzeitig startet das gesamte Feld mit weitgehend neuen Voraussetzungen.
Der Italiener blickt dennoch optimistisch auf sein erstes Jahr bei Trackhouse. «Im kommenden Jahr haben wir andere Motorräder, andere Reifen – es werden sich viele Dinge ändern. Ich denke aber, dass ich im kommenden Jahr konkurrenzfähig sein kann.»
Bis dahin liegen allerdings noch mehrere Rennen mit Tech3-KTM vor ihm. Am Wochenende bietet sich in Aragon die nächste Gelegenheit, die bislang enttäuschende Saisonbilanz aufzubessern.
Aragon sollte der KTM entgegenkommen
Grundsätzlich rechnet sich Bastianini im MotorLand bessere Chancen aus. «Die KTM ist hier normalerweise schneller. Das trifft auch auf mich zu», erklärte der Italiener. Seine Erinnerungen an das Vorjahr sind allerdings durchwachsen: «Im vergangenen Jahr war es etwas schwierig, das Tempo zu finden. Das ist immer schwierig, wenn man auf dem falschen Fuß erwischt wird. Doch in diesem Jahr wird es anders laufen.»
Dass grundsätzlich Potenzial vorhanden ist, zeigte sich zuletzt in Silverstone. Dort begann Bastianini stark, konnte dieses Niveau aber nicht über das gesamte Wochenende halten. «In Silverstone waren wir bereits am Freitag stark, doch am Samstag lief es nicht zusammen. Das ist eines unserer Probleme», analysierte er. Besonders mit gebrauchten Reifen geriet der Tech3-Pilot in Schwierigkeiten: «Als wir am Samstag mit gebrauchten Reifen loslegten, hatten wir starke Probleme mit blockierenden Rädern. Deshalb fehlte mir im Qualifying das Selbstvertrauen.»
Genau dort möchte Bastianini mit seiner Mannschaft ansetzen. «Wir müssen am Samstag etwas ändern. Doch Aragon könnte für uns ein guter Kurs sein, denke ich.» Der Blick des Italieners richtet sich damit bereits in zwei Richtungen: Kurzfristig will er seine Zeit bei KTM mit besseren Ergebnissen beenden. Seine langfristige Hoffnung liegt jedoch längst auf Aprilia – und das offenbar schon seit dem ersten Grand Prix der Saison.
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