Aragon, FP1: Marquez vor zwei Aprilias – WM-Leader Martin nur 18.!
Marc Marquez wurde der Favoritenrolle beim Trainingsauftakt in Aragon gerecht und lag vor Raul Fernandez und Marco Bezzecchi. Fabio Di Giannantonio und Pedro Acosta stürzten, Jorge Martin weit zurück.
Pünktlich um 10.45 Uhr starteten die 22 MotoGP-Piloten in die erste Trainingssitzung des Rennwochenendes in Aragon. Im Vergleich zum zurückliegenden Event in Silverstone gab es einige Veränderungen im Fahrerfeld:
Bereits zu Beginn des ersten Stints auf dem gegen den Uhrzeigersinn befahrenen Kurs wurden die gelben Flaggen geschwenkt: Fabio Di Giannantonio stürzte nach gut sechs Minuten in Kurve 3. Die Ducati des Italieners rutschte lange über die asphaltierte Auslaufzone und überschlug sich schließlich im Kiesbett. «Diggia» blieb unverletzt und konnte die Session nach einer kurzen Pause fortsetzen.
Marc Marquez zu Beginn vor Pedro Acosta
Marc Marquez ging als großer Favorit in das Training. Nach zwölf Minuten notierte der Spanier die erste 1:47er-Runde und setzte sich damit knapp vor Bruder Alex an die Spitze. KTM-Pilot Pedro Acosta folgte als erster Verfolger, noch vor den im Vorfeld hoch gehandelten Aprilia-Piloten.
Beeindruckend verlief der Auftakt von Rückkehrer Zarco. Nach einer Viertelstunde war der Franzose als Siebter bester Honda-Pilot. Auffällig waren allerdings die für eine MotoGP-Session ungewohnt großen Abstände: Zur Halbzeit des Trainings lagen die Top-10 innerhalb von 1,6 Sekunden.
Zehn Minuten vor dem Ende des FP1 waren die Marquez-Brüder die einzigen Fahrer, die Rundenzeiten unter 1:48 Minuten vorweisen konnten. Marc Marquez lag mit 1:47,532 Minuten vorn, 0,264 Sekunden dahinter lag Bruder Alex auf der zweiten Position. Aprilia-Pilot Marco Bezzecchi hatte sich auf die dritte Position geschoben, lag aber bereits 0,657 Sekunden zurück. Erstaunlich: Rookie Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha) war als Neunter bester Yamaha-Pilot.
Acosta crasht, Aprilias kratzen an der Marquez-Zeit
Fünf Minuten vor dem Ende des FP1 sorgte Pedro Acosta in Kurve 12 für gelbe Flaggen. Die KTM mit der Startnummer 37 rutschte über das Vorderrad in Richtung Auslaufzone. Acosta versuchte lange, sich mit dem Knie abzustützen, konnte einen Sturz aber nicht verhindern. Der Spanier blieb unverletzt und sprintete nach dem Abflug zum Rettungsweg, um schnellstmöglich an die KTM-Box zurückzukehren.
In der Schlussphase des FP1 gingen einige Fahrer mit frischen Reifen auf Zeitenjagd. Die drei Yamaha-Piloten Jack Miller, Fabio Quartararo und Alex Rins schoben sich in die Top-10, lagen aber etwa eine Sekunde zurück.
Die 1:47,532er-Runde von Marc Marquez stand bis zur letzten Minute. Dann gingen zwei Aprilias auf Zeitenjagd und kamen nah an die Bestmarke heran. Marco Bezzecchi schob sich in der letzten Minute noch auf die zweite Position. Aprilia-Markenkollege Raul Fernandez lag nach drei Sektoren vorn, verlor im letzten Sektor aber einige Hundertstelsekunden und reihte sich mit 0,035 Sekunden Rückstand auf der zweiten Position ein.
Somit ging das FP1 mit einer Ducati-Bestzeit zu Ende, doch Aprilia lag in Schlagdistanz. Marc Marquez, Marco Bezzecchi und Alex Marquez lagen innerhalb von 0,264 Sekunden. Pedro Acosta als Fünfter hatte bereits 0,713 Sekunden Rückstand. Jack Miller (Pramac-Yamaha), Franco Morbidelli (VR46-Ducati), Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati), Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) und Fabio Quartararo (Yamaha) komplettierten die Top-10.
Beeindruckendes Comeback von Zarco
Stark: Johann Zarco reihte sich beim Comeback auf der elften Position ein und war damit bester Honda-Pilot. Der Franzose lag 1,117 Sekunden zurück.
Pol Espargaro, der in Aragon erneut für Tech3-Stammpilot Maverick Vinales einspringt, beendete das FP1 auf der 15. Position und war damit zweitbester KTM-Pilot noch vor Brad Binder und Enea Bastianini. Pramac-Pilot Toprak Razgatlioglu wurde in der Schlussphase auf die 16. Position durchgereicht.
Enttäuschend verlief der Auftakt für WM-Leader Jorge Martin. Der Spanier kam im FP1 nicht in Schwung und hatte 1,591 Sekunden Rückstand. Damit war Martin mit Abstand letzter der drei Aprilia-Stammfahrer. Er reihte sich auf der 18. Position ein. Aprilia testete im FP1 einen neuen Flügel auf dem Höcker der RS-GP. Erstaunlich ist, wie intensiv Aprilia weiterhin an der 2026er-Version arbeitet, während sich andere Hersteller bereits voll auf das 2027er-Bike konzentrieren.
Ernüchternd war auch das Abschneiden von Ex-Weltmeister Francesco Bagnaia. Der Ducati-Werkspilot war 1,875 Sekunden langsamer als Teamkollege Marquez: Position 20 für den zweifachen MotoGP-Champion.
Das Zeittraining der MotoGP in Aragon wird um 15:00 Uhr gestartet.
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