Entwicklung der Bimota KB998: «20 kleine Schritte machten den Unterschied»
Bimota ist in der laufenden Saison der Superbike-WM erster Ducati-Verfolger. Teammanager Guim Roda erklärt bei SPEEDWEEK.com, wie sich die KB998 Rimini seit dem Debüt verbessert hat.
Die Superbike-WM 2026 ist erst die zweite Saison für die Bimota KB998 Rimini – dennoch hat sich das von einem Kawasaki-Motor angetriebene Superbike der italienischen Edelschmiede bereits als erster Ducati-Verfolger etabliert. Nach den ersten vier Rennwochenenden liegt Bimota mit 108 Punkten auf Rang 2 der Herstellerwertung hinter Ducati (248), aber vor BMW (92), Yamaha (73), Kawasaki (40) und Honda (12).
Für Teammanager Guim Roda ist diese Entwicklung angesichts des jungen Projekts ein wichtiger Erfolg. «Ja, das ist gut», sagte der Spanier im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com. «Ich freue mich, dass wir uns vor den anderen Herstellern behaupten können. Natürlich gibt es noch einen Rückstand auf Ducati. Doch wenn man sich anschaut, wie jung unser Projekt ist – wir haben erst vor gut einem Jahr begonnen –, dann stehen wir im Vergleich zu Yamaha, Honda und BMW gut da.»
Feinschliff im zweiten Jahr mit der Bimota
Die Fortschritte der KB998 Rimini führt Roda dabei nicht auf eine einzelne große Neuerung zurück. Vielmehr sei die Entwicklung das Resultat vieler kleiner Verbesserungen. «Wir haben das Verständnis für das Motorrad verbessert», erklärte der Bimota-Teammanager. «Zudem konnten wir kleine Details optimieren. Das half uns dabei, einen Schritt zu machen. Es ist aber nicht so, dass wir in einem bestimmten Bereich einen großen Schritt gemacht hätten. Stattdessen waren es 20 kleine Schritte, die in Summe einen großen Schritt ergeben.»
Besonders wichtig sei dabei der Lernprozess während der Debütsaison 2025 gewesen. Die Ingenieure analysierten das Verhalten des Motorrads auf unterschiedlichen Strecken und leiteten daraus gezielte Veränderungen ab.
«Im Laufe einer Saison sammelt man Informationen», schilderte Roda. «Einige Änderungen lassen sich nicht während eines Rennwochenendes umsetzen. In der ersten Saison mit dem Motorrad haben wir verstanden, wie es sich auf den verschiedenen Strecken verhält. Diese Daten haben wir analysiert und daraus bestimmte Teile entwickelt. Im Winter haben wir dann alles zusammengebracht und erkannt, dass wir die Performance steigern konnten. Und jetzt wiederholt sich dieser Zyklus wieder, indem wir bei den Rennen verstehen, wie sich diese Verbesserungen verhalten.»
Das Reglement setzt Grenzen, bietet aber genug Spielraum
Trotz des seriennahen Reglements gibt es laut Roda einige Möglichkeiten für Optimierungen. «Es gibt viele Bereiche», betonte er. «Bei der Schwinge gibt es Spielraum beim Drehpunkt und den Dimensionen. Auch bei den Federelementen besteht immer ein gewisser Spielraum. Dann gibt es die Elektronik und die Abstimmung, bei der die Gabelbrücke eine wichtige Rolle spielt. Es geht um die richtige Balance und Gewichtsverteilung des Motorrads. Bei den Felgen kann man gemeinsam mit dem Zulieferer etwas machen. Und auch im Bereich der Verkleidung lässt sich die Aerodynamik beeinflussen – natürlich im Rahmen des Reglements.»
Vor allem bei der Motorenentwicklung sieht Roda allerdings Grenzen durch das technische Regelwerk. «Schritt für Schritt wird der Spielraum kleiner», erklärte er. «Den Motor könnten wir in einigen Bereichen relativ einfach optimieren. Doch die Regeln unterbinden das. Deshalb müssen wir mit der aktuellen Performance des Motors auskommen», übte er eine leichte Kritik am Regelwerk.
Eine Limitierung der Kraftstoff-Durchflussmenge nach den Events in Phillip Island und Portimao reduzierte die ohnehin schwache Motorperformance der Bimota KB998 Rimini zusätzlich. Auf Grund der guten Ergebnisse bei den beiden ersten Rennwochenenden schlug der Algorithmus zu und schrieb eine Reduzierung um 0,5 kg/h vor.
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