Fabio Quartararo (6.): Gefühl besser, Yamaha-Potenzial weiterhin gering
Fabio Quartararo überzeugte beim MotoGP-Heimspiel in Le Mans mit Rang 6. Der Yamaha-Star sprach danach offen über neue Zuversicht und die Grenzen der V4-Yamaha.
Fabio Quartararo sorgte beim MotoGP-Wochenende in Le Mans für das mit Abstand stärkste Yamaha-Ergebnis der laufenden Saison. Der Franzose ging im Spezialdesign von Startplatz 5 in sein Heimrennen, machte beim Start sofort Boden gut und kam bereits als Zweiter aus der ersten Runde zurück.
Im weiteren Rennverlauf musste Quartararo zwar einige Positionen abgeben und wurde bis auf Rang 6 durchgereicht, doch angesichts der weiterhin schwierigen Situation bei Yamaha war das Resultat dennoch beeindruckend. Teamkollege Alex Rins war als Zwölfter zweitbester Yamaha-Pilot, kam aber 25 Sekunden hinter Quartararo ins Ziel.
Kleiner Durchbruch: Quartararo kann endlich wieder attackieren
Besonders zufrieden war Quartararo damit, dass er erstmals seit langer Zeit wieder voll attackieren konnte. «Wir mussten beim Bremsen wirklich sehr geschmeidig sein. Aber genau dort kann ich normalerweise den Unterschied machen», erklärte der Franzose nach dem Rennen. «Es ist lange her, dass ich mich so wohl gefühlt habe, auch wenn wir wissen, dass das Potenzial unseres Motorrads noch immer sehr gering ist. Ich konnte zu 100 Prozent pushen. Das war wirklich schön.»
Vor allem die Anfangsphase des Rennens bereitete dem Ex-Weltmeister große Freude. «Die erste Runde war besonders cool, weil alles enger zusammenliegt und Überholen dadurch einfacher wird», schilderte Quartararo.
Trotz des positiven Wochenendes wollte der Yamaha-Star aber nicht von einem Durchbruch sprechen. «Optimistisch? Nein, nicht wirklich. Wenn mehr Performance im Motorrad stecken würde, dann würden das natürlich alle Fahrer nutzen», stellte er klar. Vielmehr gehe es aktuell um das persönliche Gefühl auf der M1. «Ich fühle das Motorrad einfach etwas besser. Wir müssen jetzt sehen, wie das auf anderen Streckenlayouts aussieht.»
Der entscheidende Unterschied zu den vergangenen Rennwochenenden sei gewesen, dass er wieder ans Limit gehen konnte. «In den ersten vier Runden habe ich früher meistens nur überlebt. Das ist jetzt anders», erklärte Quartararo. «Auch im Qualifying in Jerez war ich noch sehr weit von meiner Runde aus 2025 entfernt. Dieses Wochenende waren es nur vier Zehntel. Deshalb können wir zufrieden sein. Ich habe jetzt wieder mehr Gefühl für das Limit des Motorrads.»
Abstimmung passt, jetzt muss Yamaha neue Teile liefern
Dass Yamaha technisch weiterhin hinterherhinkt, verschwieg Quartararo nicht. «Wir versuchen ständig, Performance über die Abstimmung zu finden. Aber ehrlich gesagt kennen wir unsere Basis mittlerweile sehr genau», erklärte der Franzose. «Solange wir kein besseres Paket und neue Teile bekommen, wird sich das Motorrad nicht groß verändern. Im Moment möchte ich eigentlich nichts am Bike verändern. Wir arbeiten vor allem an der Elektronik.»
Die Verbesserungen seien daher eher im Detail entstanden. «Wir haben in diesem Jahr sehr viel an der Elektronik gearbeitet, damit ich mehr Kontrolle habe und weniger die Elektronik eingreift. Das hilft», erläuterte Quartararo. Gleichzeitig zeigte er aber auch die Grenzen der Yamaha auf. «Man hat gesehen, wie Pecco mich in der ersten Runde in Kurve 1 einfach außen überholt hat. Das zeigt, wie kompliziert es noch immer ist.»
Trotzdem war Quartararo mit seinem Heimrennen zufrieden – auch weil der Rückstand zur Spitze deutlich kleiner ausfiel als zuletzt. «Zumindest habe ich mein Bestes gegeben. Das Risiko, das ich heute eingegangen bin, um diese Position zu halten, war enorm», sagte er. «In Jerez lagen wir nach 26 Runden ungefähr 29 Sekunden hinter Alex (Marquez). Heute waren es nur sieben Sekunden auf Jorge (Martin). Genau darauf schaue ich mehr als auf die Position.»
Dass der angekündigte Regen ausblieb, störte Quartararo übrigens überhaupt nicht. Auf die entsprechende Frage antwortete der Franzose lachend: «Nein, nein, nein. Das war schon gut so.»
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