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Beirer zu Vinales: «Ich hänge den an die Decke und will 20 Klimmzüge sehen»

MotoGP-Routinier Maverick Vinales hat mittlerweile einen langen Leidensweg hinter sich. Was KTM-Rennsportchef Pit Beirer über die Verletzungsmisere sagt und wann er «Top Gun» wieder fahren lässt.

MotoGP

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Am 20. April gab das KTM-Tech3-Team bekannt, dass MotoGP-Ass Maverick Vinales bei seinem Heim-GP in Jerez nicht dabei sein wird. Nach der operativen Entfernung einer verschobenen Schraube in seiner linken Schulter nach dem US-GP wird sich der Spanier auf seine Genesung konzentrieren. Sein Ziel ist es, beim Großen Preis von Frankreich in Le Mans im Mai zurückzukommen – zu 100 Prozent fit und ohne Schmerzen.

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Für «Top Gun» ist die neuerliche Zwangspause bitter. «Es ist sehr unglücklich für ihn. Er hatte einen Leidensweg und so viele Schmerzen. Er hat so viel trainiert und gearbeitet, dass er zurückkommt. Das Band war verheilt und wir hatten einen super Sepang-Test. Alles war gut, und dann löste sich die Schraube», haderte KTM-Rennsportchef Pit Beirer im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

Die Probleme haben beim MotoGP-Test in Buriram begonnen. «Im Thailand-Test hatte er etwas Schmerzen. Wir dachten zuerst, dass es ein Muskelkater von den ersten Trainings war. Nach dem Rennen wurde es dann immer schlechter», führte Beirer aus. «Das war nicht verständlich, denn bei den Röntgenaufnahmen hat man gesehen, dass das Band verheilt war – es war kein Riss zu sehen und es musste nichts mehr zusammenwachsen. Die Schraube, die rausgekommen ist, sollte eigentlich ein Leben lang drinnen bleiben. Da hatte er jetzt einfach Pech. Für uns ist es doppelt schwierig, denn er war letztes Jahr derjenige, der die Richtung für KTM vorgegeben hat. Dass der Kerl jetzt seither gar nichts mehr zurückbekommt ...»

Beim Deutschland-GP im Juli 2025 zog sich Vinales eine schwerwiegende Schulterverletzung zu, die ihn bis heute einschränkt. Nach der Sommerpause im letzten Jahr versuchte er im August in Spielberg ein Comeback – am Samstag warf er jedoch das Handtuch. In Barcelona kehrte der Spanier erneut zurück. Dort und auch bei den Events in Misano und Motegi kämpfte er sich jeweils durch das Wochenende. Beim darauffolgenden Indonesien-GP hatte Vinales bereits am Freitag über Probleme mit der Schulter geklagt. Nach dem Qualifying meldete er sich vom restlichen Wochenende ab. Die Grands Prix in Australien, Malaysia und Portugal ließ Vinales aus, beim Saisonfinale in Valencia war er wieder am Start. Über den Winter arbeitete der 31-Jährige hart – er trainierte mit der Unterstützung von Performance-Coach Jorge Lorenzo viel auf dem Motorrad. Dann folgten die Vorsaisontests in Sepang und Buriram. In den ersten Saisonrennen 2026 in Thailand und Brasilien war Vinales auf verlorenem Posten. In Austin gab er nach dem FP1 frustriert auf.

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Pit Beirer über Vinales: «Er hat sich selber angelogen»

«Er kam zu früh zurück. Mit seinem Doktor und den Physiotherapeuten hat er uns gesagt, dass er fit ist. Er war aber die ersten 5, 6, 7 Rennen nach der Rückkehr nicht fit. Er hat sich da selber angelogen», blickte Pit Beirer zurück. «Es war aber seine erste Verletzung in der MotoGP überhaupt. Er wusste vielleicht nicht, wie man bei so einer Verletzung und den Schmerzen in den Körper hineinhören muss. Wir haben zu früh angefangen. Dann fährst du mit Schmerzen und verlierst das Gefühl für das Bike. Auf einmal ist das gleiche Motorrad, das vor einigen Rennen noch super war, gar nicht mehr super. Dieses Selbstvertrauen bei einem MotoGP-Fahrer zurückzubekommen ist brutal schwierig. Das Gefühl für das Vorderrad, um bei 350 km/h auf der Bremse einzulenken – da braucht es Vertrauen. Das ist bei ihm weg und umso länger er mit Schmerzen fährt, desto schlechter wird es.»

Beirer lässt Maverick Vinales erst wieder auf die RC16 sitzen, wenn er zu 100 Prozent fit ist. «Jetzt ist auch mein Geduldsfaden gerissen, denn es interessiert mich nicht mehr, ob er glaubt, dass er fit ist. Ich hänge den an die Decke und möchte 20 Klimmzüge und Liegestütze sehen, dazu noch einen Kopf- und Handstand. Es muss klar sein, dass er keine Schmerzen hat.»

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