Quali-Frust bei Toprak Razgatlioglu (13.): «Motivation war sofort runter»
Toprak Razgatlioglu verbesserte sich im MotoGP-Sprint am Balaton Park von Startplatz 18 auf P13 – keine Punkte, aber erneut schnellster Yamaha-Fahrer. Das Qualifying bleibt ein ungelöstes Problem.
In den Trainings hatte Toprak Razgatlioglu an die Top-12-Zeiten angekratzt. Dementsprechend gab es Erwartungen, dass der Superbike-Weltmeister den Sprung vom Q1 ins Q2 schaffen könnte. Die Enttäuschung wog daher groß, dass statt der erhofften Q2-Qualifikation am Ende nur Startplatz 18 stand, und es damit kaum noch Hoffnungen auf die ersten Sprint-Punkte von Toprak gab.
Razgatlioglu erwartete eine stärkere Verbesserung der Quali-Zeit
Die Ursache der schwachen Quali-Ergebnisse der Yamaha-Piloten sei klar: «Kein Grip. Das sagen auch alle anderen Yamaha-Fahrer.» Im zweiten Training hatte er mit 8 bis 10 Runden alten Reifen noch mittlere 38er-Zeiten gefahren. Toprak erwartete daher, dass mit frischen weichen Reifen im Q1 eine mittlere 37er-Zeit möglich sei. Die Realität sah anders aus, als er seine beste Zeit fuhr: «Ich sehe die 38,0 – nur drei Zehntel besser. Meine Motivation ging sofort runter.» Die Hitze und die damit steigende Streckentemperatur hätten die Lage zusätzlich verschärft: «Für Yamaha ist das ein Ausfall.»
Im Sprint verbesserte er sich beim Start von 18 auf 16 und kämpfte sich schließlich bis auf Position 13 vor – mit etwas über 14 Sekunden Rückstand auf Sieger Marc Marquez. «Ich blieb im ersten Sektor lange im Verkehr stecken, vor allem in der ersten Kurve», erklärte er. «Schon in der ersten Runde verloren wir fünf Sekunden auf Marc.» Erst danach fand er seinen Rhythmus: «Gegen Ende fuhr ich etwas besser und konnte das Tempo halten.»
Fortschritte beim Bremsen – Probleme beim Beschleunigen
Mit dem Bremsen ist er inzwischen zufrieden. Das Problem liege in der Beschleunigung. «Bei der Gasannahme dreht das Hinterrad sofort durch». Besonders in langen Kurven, wo man nach dem Aufrichten ans Gas müsse, zeige sich diese Schwäche deutlich. «Die Ingenieure sehen die Daten und kennen das Problem.»
Trotz allem genieße er den Balaton Park: «Stop-and-Go-Strecken und Schikanen liegen mir.» Im Vorjahr gewann er auf dieser Strecke alle Superbike-Rennen mit der BMW. Im MotoGP-Yamaha-Quartett war er einmal mehr das Maß der Dinge, Teamkollege Jack Miller kämpfte mit denselben Qualifying-Problemen.
Angesprochen auf die Leistung von Iker Lecuona (18./Ducati), der Alex Marquez im Gresini-Team bisher solide ersetzt, antwortete er. «Das ist Ducati.» Lecuona sei laut Toprak selbst von seiner Leistung überrascht.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach