Jorge Martin kritisiert: «Jeder Überholversuch hier ist ein Risiko»
Der WM-Zweite Jorge Martin beendete den MotoGP-Sprint auf dem Balaton Park Circuit auf Rang 6. Eine Abkürzung durch die Schikane kostete den Aprilia-Fahrer den Anschluss ans Vorderfeld.
Das Qualifying-Ziel hatte Jorge Martin in dieser Woche klar formuliert: in den ersten drei Reihen stehen, um nicht wie im Vorjahr von Position 16 aus starten zu müssen. Das gelang – im Q2 reichte es zur achtbesten Zeit. Das Resultat im Sprint war Rang 6, auch wenn er es nicht schaffte, vor seinem Teamkollegen Marco Bezzecchi ins Ziel zu kommen. Fehlerlos verlief der Sprint für den Weltmeister von 2024 nicht.
Jorge Martin zeigte keinen fehlerfreien Sprint
In der ersten Kurve lief es nicht nach Plan. «Ich wusste nicht richtig, wohin ich fahren sollte. Das hat mich Positionen gekostet. Das bin ich nicht gewohnt», sagte Martin nach dem Sprint. Immerhin: Francesco Bagnaia (Ducati) konnte er schnell überholen und sich wieder nach vorne arbeiten. Die entscheidende Szene kam für ihn früh: Beim Versuch, Diogo Moreira (Honda) zu schnappen, bremste Martin später als erwartet und kürzte die Schikane ab. In solch einem Fall muss der Fahrer eine Sekunde verlieren, damit er sich keinen Vorteil verschafft hat. Martin war aber auch bewusst, dass er durch diese ungewollte Aktion den Anschluss an die Spitze verloren hatte.
Nach wenigen Runden überholte er Moreira schließlich doch noch und kämpfte sich wieder näher heran an die Podiumsgruppe – bis er in Kurve 15 erneut zu weit außerhalb der Linie fuhr. «Ich habe an diesem Punkt einen Konzentrationsfehler gemacht», gab er unumwunden zu. Das hatte auch einen Grund, denn Martin habe kein gutes Gefühl für das Vorderrad gehabt und beklagte fehlenden Grip.
Aprilia auf Stop-and-Go-Kursen unter Druck
Der Spanier identifizierte auch eine strukturelle Schwäche der Aprilia, die auf engen, gewundenen Kursen bei der RS-GP auftritt: «Sobald wir die Bremse loslassen, können wir die Linie nicht halten. Mit weniger Abtrieb kämpfen wir auf langsamen Kurven beim Einlenken. Im zweiten Sektor dagegen, mit viel Abtrieb, sind wir sehr konkurrenzfähig.» Die Aerodynamik des Bikes sei grundsätzlich stark – das komme jedoch bei niedrigeren Geschwindigkeiten weniger zum Tragen.
Die Tücken des Balaton Parks brachte er auf den Punkt: «Jeder Überholversuch hier ist ein Risiko, drei oder vier Positionen zu verlieren. Wenn du angreifst, musst du dir sicher sein, dass es funktioniert – sonst bleibst du dahinter.» Nach dem Sprintrennen hat Martin in der WM-Tabelle 20 Punkte Rückstand auf Teamkollege Marco Bezzecchi.
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