Bezzecchi nach Abflug in Runde 1: «Können die Zeit nicht zurückdrehen»
Pole-Position mit furiosem Rundenrekord, Platz 2 im Sprint, die Führung nach dem MotoGP-Rennstart – und das abrupte Aus in Kurve 13. Marco Bezzecchi verlor sein Heimrennen in der ersten Runde.
Es hätte der Höhepunkt seiner Saison werden sollen. Marco Bezzecchi war am Samstag als erster Fahrer der Geschichte unter 1:30 min geblieben, hatte im Sprint Rang 2 geholt und verteidigte am Sonntag den Start gegen Marc Marquez (Ducati) mit aller Härte. Doch in der schnellen Kurve 13 rutschte er ins Kiesbett – Aus in Runde 1, als Führender des jungen Rennens. Erschreckend: Es ist sein fünfter Sonntag ohne Punkte in der laufenden Saison.
«Es lief alles gut, aber ich habe in Kurve 13 einen Fehler gemacht und das Vorderradn rutsche weg», ging der Italiener auf Spurensuche. Den vollen Tank nannte er als Faktor: «Du musst den Bremspunkt genauer treffen. Ich hatte im schnellen Teil etwas Unruhe im Bike, und als ich gebremst habe, konnte ich die Linie nicht sauber schließen.»
In der Box saß Bezzecchi danach minutenlang schweigend da, ehe er mit seiner Crew in die Analyse ging. Am Start habe er nichts falsch gemacht, betonte er. Dass er zu Hause zu viel gewollt habe, wies er zurück: «Wenn du von vorne startest, willst du gewinnen. Da ist es egal, ob es Misano oder irgendwo anders ist.» Verletzungen habe er sich bei dem Sturz nicht zugezogen.
Vom 102-Punkte Polster zu 33 Zählern Rückstand
Mehr als nur bitte bleibt die Bilanz – auch für Arbeitgeber Aprilia, der mit einer Sonderlackierung eigentlich in bester Feierlaune unterwegs war. Bezzecchi ist mit 241 Punkten WM-Dritter, 33 Zähler hinter Marc Marquez (Ducati) und Jorge Martin (Aprilia). Zum Zeitpunkt von Mugello hatte sein Vorsprung auf Marquez noch 102 Punkte betragen – der Schwung aus dem Saisonstart ist restlos verpufft.
«Es ist hart, aber wir können die Zeit nicht zurückdrehen», resümierte er und betonte, dass bereits in der kommenden Woche das Spielberg-Wochenende ansteht, in welchem man das Maximum geben werde. Als finalen Tiefschlag musste «Bez» zur Kenntnis nehmen, dass Ducati nach seinem Aus auch in der Herstellerwertung an seinem Werk vorbeizog.
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