Marc Marquez 2026 erstmals MotoGP-WM-Leader: «Es fühlt sich unwirklich an»
102 Punkte Rückstand nach Mugello, sieben Grand Prix später die WM-Führung: Titelverteidiger Marc Marquez gewann in Misano zum siebten Mal in der MotoGP und übernahm die Spitze in der Gesamtwertung.
Schon der Samstag gehörte Marc Marquez: Im Sprint schnappte er sich Polesetter Marco Bezzecchi (Aprilia) in Kurve 1 und fuhr einen Start-Ziel-Sieg heraus – sein sechster Sprint-Erfolg in dieser Saison. Am Sonntag lief es zunächst anders. Bezzecchi verteidigte die Führung in Kurve 1 und 4 mit aller Härte erfolgreich und führte, Marquez musste sich vorerst mit Platz 2 begnügen.
Doch nach nicht einmal vier Kilometern änderte sich alles. In der schnellen Kurve 13 klappte Bezzecchi das Vorderrad ein und er schlitterte ins Kiesbett, seine Aprilia RS-GP war nicht mehr fahrtüchtig. Marquez erbte die Führung, wurde wenig später aber selbst überrumpelt, als er von Jorge Martin (Aprilia) nach sieben Runden in Kurve 4 überholt wurde und dieser daraufhin einige Meter zwischen sich und Marquez bringen konnte.
Marquez konterte Martin
Zunächst brauchte Marquez etwas, um wieder in seinen Rhythmus zu kommen. Mit aufeinanderfolgenden persönlichen Bestzeiten war der 33-Jährige bald wieder am Hinterrad von Martin und setzte sich in Runde 12 in Kurve 6 mit einem sauberen Manöver an die Spitze. Martin konnte den Anschluss nicht halten und wurde im Rennverlauf bis auf Rang 5 durchgereicht. Der nächste Verfolger von Marc Marquez war bald sein jüngerer Bruder Alex.
Spannend blieb es trotzdem: Der Gresini-Pilot, der sich von Startplatz 9 auf Rang 2 vorgearbeitet hatte, kam in den letzten Runden bis auf drei Zehntelsekunden heran, ehe Marquez die Lücke wieder kontrollierte und seinem Bruder keine Chance zum Angriff gab.
Vor sieben Rennen schien der Titel abgeschrieben
Für Marc Marquez war es der 78. MotoGP-Sieg und der 104. Grand-Prix-Erfolg. In Misano triumphierte er zum siebten Mal in der Königsklasse und zum neunten Mal klassenübergreifend – auf keinem anderen Kurs, wo im Uhrzeigersinn gefahren wird, ist er erfolgreicher. Mit den maximalen 37 Punkten von Misano hält er nun bei 274 Zählern und liegt gleichauf mit Martin an der WM-Spitze, dank der höheren Anzahl Siege wird Marquez aber als Erster geführt. Kaum zu glauben: Nach Mugello hatte sein Rückstand 102 Punkte betragen!
«Es fühlt sich unwirklich an», sagte der glückliche Spanier nach dem Rennen. «Man darf niemals aufgeben. Ich werde bis zum Ende pushen. Das ist noch nicht erledigt, das ist noch nicht vorbei.» Selbstkritisch analysierte er sein Rennen: «Nach Bezzecchis Fehler war ich zu sicher, dann hat Martin mich attackiert. Danach habe ich das Vertrauen zurückgewonnen und die Pace gehalten.» Mit Blick auf den Misano-Favoriten Bezzecchi antwortete er: «Wir fahren am Limit, ein kleiner Fehler kann viele Punkte kosten.» Weiter geht es kommendes Wochenende in Österreich.
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