Attacke, Attacke, Attacke: Alex Marquez widmete Platz 2 Marco Simoncelli
Alex Marquez sorgte für Furore. Der Gresini-Pilot rückte Sieger Marc gefährlich nahe. Für den Vizeweltmeister war das miserable Qualifying mit der Podestfahrt zur Ehren von SIC58 wieder gut gemacht.
Startplatz 9 für Alex Marquez nach gleich zwei Abwürfen im Q2 am Samstagmorgen – damit waren die Chancen auf einen Podestplatz auch aus Sicht des Gresini-Piloten gleich null. Gestützt wurde die Aussage auch vom Ergebnis des Sprints: Unter größtem Einsatz war nicht mehr als Platz 5 möglich. Auf Sieger Marc verlor der jüngere Bruder am Vortag fast fünf Sekunden.
Am GP-Sonntag fuhr der Vizeweltmeister entfesselt auf. Auf Position 5 war er bereits nach einer Runde angekommen. Einen Umlauf später war Teamkollege Aldeguer abgefertigt und aus Runde 4 kam Alex Marquez vor KTM-Geschoss Pedro Acosta zurück. Mit der schnellsten Rennrunde machte er dann Jagd auf die Spitze. Auch an Jorge Martin ging es noch vorbei. Dann war Schluss. Zwar robbte sich Alex noch bis auf 0,6 Sekunden heran, aber eine ernsthafte Attacke blieb aus.
Nach dem Match über 27 Runden freute sich der Zweitplatzierte frenetisch: «Ich war mir nach dem Quali eigentlich sicher, dass ich keine Chance auf einen Podestplatz habe. Platz 4 bis 6 – das habe ich für möglich gehalten. Aber schon im Warm-up waren Gefühl und Speed da. So gut habe ich mich auch sofort im Rennen gefühlt – ich hatte nach einem guten Start alles, um anzugreifen – also habe ich ständig attackiert.»
«AM73» weiter: «Ich konnte lange pushen und die Rundenzeiten waren bis zum Ende sehr niedrig. Aber Marc richtig anzugreifen – das war enorm schwierig. Seine Fahrt im letzten Sektor war absolut unglaublich. Aber ich bin absolut happy, wie es ausgegangen ist, und dass ich diese besonderen Farben ehren konnte – dieses Podium ist Marco Simoncelli gewidmet. Es war ein sehr emotionaler Tag für das gesamte Gresini-Team aber es scheint die die Farben haben mir besondere Kräfte gegeben.»
Alex zur Fahrt seines Bruders vor ihm: «Ich denke Marc war mit 99 Prozent unterwegs, vielleicht hat er auch ein wenig mit mir gespielt. Wenn ich etwas nachgelassen habe, tat er das auch – habe ich gepuhst, dann hat er wieder nachgelegt.»
Mit der stürmisch erfolgreichen Aufholjagd leistete der jüngere Bruder mitsamt dem auf Rang 4 eingelaufenen Fermin Aldeguer auch Schützenhilfe für den Weltmeister – und Ducati. Marc Marquez übernahm nach dem Misano-GP erstmals 2026 die Tabellenführung. Die Krönung: Mit dem Traumergebnis für Ducati übernahm das Werk aus Bologna auch die Führung in der Hersteller-WM!
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