Die Superbike-WM expandiert 2027 nach China: Es droht eine Massenhysterie
Die Zeit ist reif für die Premiere der Superbike-WM in China. Als Werbeträger für das Debüt eignet sich niemand besser als Supersport-Ass Valentin Debise – der ZX-Moto-Pilot ist dort ein Star.
Seit Jahren fordern die Hersteller ein Meeting in Asien, nun bekommen sie von Superbike-Promoter Liberty (vormals Dorna) ihren größten Wunsch erfüllt: Bereits 2027 wird die seriennahe Weltmeisterschaft in China debütieren, läuft nicht noch in letzter Minute etwas schief. Ein Vertrag mit einer Rennstrecke ist noch nicht unterschrieben,
Der Zeitpunkt für ein Rennwochenende im Reich der Mitte ist ideal, denn mit Kove (Sportbike-WM) sowie QJ Motor und ZX Moto (Supersport-WM) sind bereits drei Hersteller aus China engagiert. Außerdem
Durch die Erfolge von ZX Moto in der mittleren Kategorie erlebt die SBK-Serie derzeit in China einen Hype, wie es ihn lange nicht gegeben hat – in dieser Dimension wahrscheinlich nie zuvor. Aushängeschild Valentin Debise holte bereits sechs Siege, acht Podestplätze und hat realistische Chancen, die diesjährige Supersport-Saison als Vizeweltmeister zu beenden.
Valentin Debise in China ein Star
Schon jetzt sehen wir mehr und mehr Chinesen mit ihren Flaggen an der Rennstrecke. Die Begeisterung erlebte Debise bei mittlerweile mehreren Besuchen in China hautnah. Ähnlich wie der deutsche Tischtennis-Crack Timo Boll ist der Franzose dort ein gefeierter Star.
Wie schätzt Debise den Erfolg eines Superbike-Meetings in China ein? «Es würden sehr viele Zuschauer kommen, ganz sicher», sagte der 34-Jährige im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach. «Die Tickets werden sich wie von allein verkaufen, niemand bei der Dorna kann sich vorstellen, was dort abgehen wird. In den sozialen Medien habe ich seit diesem Jahr 3 Millionen Follower und schätze, dass mich zehn bis zwölf Millionen Menschen in China kennen. Als ich kürzlich dort war, wurde ich regelrecht belagert, weil alle derart aufgeregt waren. Ich brauchte Leibwächter, weil die Fans völlig aus dem Häuschen waren. Was ich großartig an China finde: Motorsport wird dort erst jetzt populär und die Menschen sind so euphorisch, weil alles neu für sie ist. Sie halten das für den größten Spaß aller Zeiten und flippen bei diesem Sport völlig aus. In Europa haben wir das etwas verloren; das Feuer brennt nicht mehr wie dort. Dorna muss etwas unternehmen, um dieses Feuer wieder anzufachen.»
Hilft Geld aus China auch anderen Teams?
Auch Unternehmen aus dem bevölkerungsreichen Land haben die Meisterschaft für sich entdeckt: Das ZX-Moto-Team Evan Bros hat zahlreiche Sponsoren aus Branchen erschlossen, die sich zuvor nicht für Motorradrennsport interessiert haben. Unter anderen Technologiefirmen wie Honor (u.a. Smartphones), DJI (Drohnen und Kameras), RCB (E-Scooter) und Midea (Haushaltsgeräte und Klimaanlagen). Auch klassische Zulieferfirmen wie Torch (Zündkerzen), Taisko (Bremsen), Skyrich (Batterien) oder Lijian Industrial (Starter und Lichtmaschinen) nutzen die Motorräder von Debise und Teamkollege Federico Caricasulo als Werbeplattform. Der größte Sponsor – die Eastroc Beverage Group – stellt Energy-Drinks her.
Durch die Erfolge in der seriennahen Weltmeisterschaft hat es ZX Moto innerhalb kürzester Zeit geschafft, sich eine riesige Fangemeinde aufzubauen, die Verkaufszahlen der Motorräder steigen unaufhörlich. Es braucht in einem Land etwas, mit dem sich die Menschen identifizieren können, um eine Liebe für den Motorsport entwickeln zu können. Dass hinter dem Unternehmen mit Zhang Xue eine nahbare und enthusiastische Person steht, ist ebenso wichtig. Lebhaft in Erinnerung ist geblieben, wie der Unternehmer, weinend und kurz vor dem Herzinfarkt stehend, nach dem ersten Supersport-Sieg von Debise bei einer Veranstaltung
Wenn die Superbike-WM 2026 in zwei Wochen auf dem Cremona Circuit gastiert, wird mit mehr Chinesen als bislang auf den Tribünen gerechnet: Zum einen organisiert der ZX-Moto-Boss einen Flieger, mit dem 200 Fans eingeflogen werden. Außerdem leben in der Region Mailand viele Chinesen. Offiziell sind es um die 20.000, in Wirklichkeit dürften es weit mehr sein.
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