Binder zu Crash von Marquez und Acosta: «Eine super beschissene Situation»
Vor dem Start des MotoGP-Rennens in Barcelona brannte bei der RC16 von KTM-Pilot Brad Binder die Kupplung durch. Am Ende wurde es für ihn Rang 7. Was er zum Zusammenstoß von Marquez und Acosta sagt.
Für Brad Binder läuft es in dieser Saison bislang nicht nach Wunsch. Auch in Barcelona hatte der KTM-Pilot ein schwieriges Wochenende. Dabei startete Binder gut in den Catalunya-GP. Im Zeittraining am Freitag raste er wie aus heiterem Himmel auf Position 3 – weshalb er so schnell war, konnte er sich selbst nicht so recht erklären. Dann folgte am Samstag ein gutes Qualifying, in dem er seine RC16 auf Startplatz 8 stellte.
Im MotoGP-Sprint flog Binder dann schon in der ersten Kurve ab und riss dabei Honda-Pilot Joan Mir mit ins Verderben. Beim Grand Prix am Sonntag folgte der nächste Rückschlag für den Südafrikaner. Als die Fahrer nach der Aufwärmrunde die Startpositionen einnahmen, rollte Binder nach vorne an die Seite und nahm den Notausgang in die Boxengasse – bei seiner KTM streikte die Kupplung.
«Auf dem Weg zur Startaufstellung ist die Kupplung durchgebrannt. Ich habe versucht, an der Startlinie anzuhalten – ich konnte weder anhalten noch das Motorrad in den Leerlauf schalten. Zum Glück waren sie schnell mit dem Starttor. Zum Glück haben sie es geöffnet, sodass ich zurück in die Boxengasse fahren konnte», schilderte Binder die kuriose Situation beim Start.
Binder musste danach von der Boxengasse aus starten. «Ich bin dann mit meinem Ersatzmotorrad rausgefahren, habe ein paar Runden gedreht, lag etwa 20 Sekunden hinter dem Letzten oder so, weshalb mein Vorderreifen eiskalt wurde. Ich habe einfach versucht, dranzubleiben», erzählte der 30-Jährige. Dann folgte der Horror-Crash von Alex Marquez in der zwölften Runde und der darauffolgende Rennabbruch. «Das sah furchtbar aus!»
Bei Neustart nahmen die Piloten die Positionen vor dem Rennabbruch ein. Da Alex Marquez und Enea Bastianini, der vor dem Crash von AM73 mit technischem Defekt ausfiel, nicht mehr dabei war, ging Binder von Position 20 ins Rennen. «Ich hatte dann einen wirklich guten Start. Ich glaube, ich war in Kurve 3 auf Platz 8, also war es einer meiner besten Starts, die ich je hatte», so der KTM-Werksfahrer. Dann wurde nach dem verheerenden Sturz von Johann Zarco, Pecco Bagnaia und Luca Marini erneut die rote Flagge geschwenkt.
Beim zweiten Neustart kam Binder – dieses Mal von Position 19 – erneut gut weg. Nach dem Crash der Aprilia-Piloten Jorge Martin und Raul Fernandez lag er auf Platz 10. Doch dann machte er zu Beginn von Runde 2 in der ersten Kurve einen Fehler. «Ich habe Kurve 1 komplett vermasselt. Ich bin außen zum Stehen gekommen, habe einen Bogen nach innen gemacht und ein paar Sekunden verloren.» Binder reihte sich auf Position 13 wieder ein.
Im Rennverlauf konnte Binder einige Positionen gut machen. Nachdem Teamkollege Pedro Acosta in der letzten Kurve von Aprilia-Pilot Ai Ogura ins Aus befördert wurde, überquerte Binder als Neunter die Ziellinie. Aufgrund der nachträglich verhängten Reifendruck-Strafen ging es für ihn noch bis auf Endrang 7 nach vorn.
«Es ist schade, dass ich mich als Achter qualifiziert hatte und von Platz 20 starten musste», haderte Binder nach dem Rennen. «Wie auch immer, es ist, wie es ist. Ich denke, es war ein Wochenende mit positiven Aspekten und zugleich ein Wochenende, das man lieber vergessen sollte.»
Zu den positiven Aspekten zählt, dass Binder in Barcelona einen guten Speed hatte. «Mein Speed ist viel besser geworden. Ich habe das Gefühl, dass wir endlich Fortschritte machen.»
Albtraum für einen Fahrer
Am Ende der Medienrunde wurde Brad Binder nach der Situation befragt, die zum Zusammenstoß von Alex Marquez und Pedro Acosta führte – die KTM seines Teamkollegen verweigerte auf der Geraden den Dienst und der Vizeweltmeister konnte nicht mehr ausweichen. Einer der schlimmsten Albträume für einen Fahrer? «Die Sache ist die: Man hat keine Zeit zu reagieren. Man rechnet einfach nicht damit, man ist nicht darauf gefasst, und das ist beängstigend, wirklich beängstigend», so Binder. «Als Fahrer kann man nichts tun, weil man nicht nach hinten sehen kann. Also wohin soll man fahren – nach links, nach rechts, in der Mitte bleiben, was soll man tun? Und ja, es ist einfach eine super beschissene Situation.»
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