Guim Roda (Bimota) über Kawasaki-Motor: «So schlecht kann er nicht sein»
Der Motor aus der Kawasaki ZX-10RR gilt als Schwachpunkt der Bimota KB998 Rimini. Teammanager Guim Roda erklärt dennoch, warum Kawasaki an der bewährten Basis festhält.
Die Bimota KB998 Rimini hat sich in der Superbike-WM 2026 als erster Ducati-Verfolger etabliert. Doch trotz der positiven Entwicklung gilt der von Kawasaki stammende Reihenvierzylinder weiterhin als offensichtliche Schwachstelle des Motorrads. Während Ducati, BMW und Yamaha in den vergangenen Jahren modernere Triebwerke entwickelten, setzt Kawasaki nach wie vor auf eine Motorenbasis, deren Ursprung bereits viele Jahre zurückliegt.
Bimota-Teammanager Guim Roda verteidigt diese Strategie jedoch ausdrücklich. Für ihn liegen die Stärken des Aggregats nicht ausschliesslich in der Spitzenleistung. «Der Motor hat eine ziemlich gute Balance», erklärte der Spanier im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Es ist ein bewährter Motor, der im Straßeneinsatz eine hohe Laufleistung und gute Performance bietet. Wenn man einen solchen Motor dann im Rennsport einsetzen will, muss man bestimmte Parameter anpassen und verändern.»
Guim Roda wünscht sich mehr Freiheiten im Reglement
Das eigentliche Problem sieht Roda weniger in der Grundkonstruktion des Motors, sondern vielmehr in den Möglichkeiten des aktuellen Reglements. «Wenn die Regeln die Möglichkeiten oder das Potenzial zur Leistungssteigerung des Motors einschränken, dann ist das genau der Punkt, an dem wir uns derzeit in der Meisterschaft befinden», betonte er.
Deshalb konzentriere sich Kawasaki darauf, das Gesamtpaket rund um den Motor zu optimieren. «Eine der Fragen bei Kawasaki war, wie stark man die Motorleistung im Verhältnis zu allen anderen Elementen des Motorrads verbessern kann – also Verkleidung, Aerodynamik, Fahrwerk, Elektronik und Federung», schilderte Roda. «Am Ende versuchen wir, die ingenieurtechnische Arbeit und den Aufwand so weit wie möglich zu maximieren, um das Maximum aus diesem Motor herauszuholen.»
Der Teammanager sieht genau darin die Philosophie des Projekts. «Es geht darum zu verstehen, dass dies der Kern unseres Produkts ist und wie wir daraus das Maximum extrahieren können», sagte er. «Kawasaki untersucht daher ständig, wie sich das maximale Potenzial aus dieser Motorenphilosophie herausholen lässt, die ursprünglich für Strassenmotorräder entwickelt wurde.»
Im Vergleich zu den anderen Herstellern gut gerüstet
Dass Ducati aktuell dennoch klar die Benchmark ist, bestreitet auch Roda nicht. Gleichzeitig verweist er darauf, dass Bimota mit dem bestehenden Konzept weiterhin konkurrenzfähig gegen andere Hersteller ist.
«Wenn wir Ducati einmal außen vor lassen und uns mit BMW oder Yamaha vergleichen – die in den letzten Jahren modernere oder fortschrittlichere Motoren entwickelt haben –, dann beweisen wir mit unserem aktuellen Motor trotzdem, dass wir sie schlagen können», erklärte er. «Also so schlecht kann er am Ende nicht sein.»
Dennoch sieht Roda Verbesserungsbedarf bei den Rahmenbedingungen der Superbike-WM. Vor allem bei der Balance zwischen den Herstellern wünscht sich der Spanier Anpassungen. «Schlussendlich muss die Balance der Meisterschaft und der Regeln, die von der FIM festgelegt wurden, besser abgestimmt werden, um ein ausgewogenes Kräfteverhältnis in der Meisterschaft sicherzustellen», forderte der Spanier.
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