Rivola zu Martin vs. Bezzecchi: «War nervös, als Marco hinter Jorge lag»
Nach dem Dreifachsieg im MotoGP-Grand-Prix in Le Mans war die Freude groß bei Aprilia. Welche Regel Jorge Martin und Marco Bezzecchi laut Rennchef Massimo Rivola im Titelkampf beachten müssen.
Jorge Martin, Marco Bezzecchi und Ai Ogura bescherten Aprilia in Le Mans einen historischen Dreifachsieg. Dieses Kunststück hatte der Hersteller aus Noale noch nie geschafft in der MotoGP. In der Fahrerwertung liegen Bezzecchi (128 Punkte) und Martin (127) nach dem Frankreich-GP mit einem komfortablen Vorsprung voran – so wie Aprilia Racing in der Team- und Herstellerwertung.
Nach dem Triumph in Le Mans wurde ordentlich gefeiert. Aprilia-Rennchef Massimo Rivola stand den Medien auch für ein ausführliches Interview zur Verfügung. «Es war ein großartiger Job von allen Leuten aus dem Werk in Noale und von den Fahrern. Und wenn man zurückdenkt, als Jorge hier vor genau einem Jahr zu uns sagte, dass er uns verlassen will. Es ist ein sehr guter Tag!»
Letztes Jahr dachte der Weltmeister von 2024 darüber nach, Aprilia trotz laufendem Vertrag zu verlassen – als Martin von seiner Verletzungsmisere gebeutelt war und alles in Frage stellte. Rivola blieb hart und ließ den «Martinator» nicht vorzeitig gehen. Und nun holte er in Le Mans seinen ersten Grand-Prix-Sieg mit der RS-GP. Es sieht aber alles danach aus, dass er den italienischen Hersteller Ende 2026, wenn sein Vertrag ausläuft, verlassen und zu Yamaha wechseln wird. Einen Jorge Martin in dieser Form zu verlieren, ist ein großer Verlust. «Wenn wir Jorge am Ende der Saison verlieren, dann werden wir die Zeit mit ihm in diesem Jahr so gut es geht genießen. Ich bin mir sicher, dass er es auch genießen wird», betonte Rivola.
Massimo Rivola ist nicht überrascht
Zu welchem Zeitpunkt war Rivola bewusst, dass Martin zu alter Stärke zurückfinden wird? «Als ich ihn beim ersten Test gesehen habe. In Thailand war es sehr beeindruckend, wie er uns dort sein natürliches Talent und seinen Speed demonstriert hat. Ich bin also nicht überrascht über seinen Sieg.»
Mit zwei siegfähigen Fahrern befindet sich Aprilia in einer traumhaften Situation. «Zwei Fahrer, die beide gewinnen können, pushen sich gegenseitig. Mit Ai Ogura haben wir einen weiteren Schub und ich freue mich schon, wenn Raul wieder um Podestplätze kämpfen wird», erwähnte Rivola auch die beiden Trackhouse-Piloten.
«Solange sie diese einfache Regel einhalten, haben wir kein Problem.»Massimo Rivola
Wird es schwierig, im Werksteam die beiden Alphatiere im Zaum zu halten? «Ich mache mir da keine so großen Sorgen. Wir haben eine einfache Regel und die ist, dass man sich gegenseitig respektiert – das wissen sie. Es geht auch um den Respekt gegenüber dem Team und den Leuten in Noale. Solange sie diese einfache Regel einhalten, haben wir kein Problem. Natürlich kann nur einer gewinnen. Solange es eine Aprilia ist, ist es okay», lachte Massimo Rivola. Wurde er nervös, als Martin im Rennen so knapp hinter Bezzecchi fuhr? «Ich war mehr nervös als Marco hinter Jorge lag. Vielleicht hätte Marco früher probiert, ihn wieder zu überholen. Aber er war smart genug, um zu verstehen, dass Jorge am Ende des Rennens schneller war als er. Er war mit Platz 2 zufrieden, und das ist der beste Ansatz mit Blick auf die Meisterschaft.»
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