Martin selbstbewusst: «Ich muss niemandem etwas beweisen – nur mir selbst!»
MotoGP-Ass Jorge Martin erklärte bei der Teampräsentation von Aprilia Racing am Donnerstag, wie er zu alter Stärke zurückfinden will. Weshalb er sich um 2027 keine Sorgen macht.
Am 15. Januar präsentierte Aprilia Racing in Mailand die Farben für die MotoGP-Saison 2026. Die RS-GP26 unterscheidet sich vom Vorjahrsmodell äußerlich nur in Details. Auffallendstes Merkmal ist der Löwe auf der Seitenverkleidung, der Stärke und Kampfkraft symbolisieren soll. Während es das Ziel für dieses Jahr ist mit Marco Bezzecchi, der 2025 Dritter wurde in der WM, dort weiterzumachen, wo man Ende November aufgehört hat, vollzieht der Hersteller aus Noale mit Jorge Martin einen Neuanfang.
Das Katastrophenjahr 2025 will Martin hinter sich lassen. Einfach ist es nicht, nach all den Verletzungen und Rückschläge neue Motivation zu finden. Wie hat er das alles mental verkraftet? «Mental ist es natürlich hart. Jedes Mal, wenn du im Leben schlimme Momente hast, dann ist man dazu geneigt, alles in Frage zu stellen – und das geht über reine Selbstzweifel hinaus», musste sich der Spanier eingestehen. «Für mich ist es am wichtigsten, bereit zu sein. Deshalb arbeite ich mental und körperlich daran, bis ich an diesen Punkt komme. Wenn ich mich dann gut vorbereitet fühle, dann kann mich niemand aufhalten. Das ist meine Herangehensweise in dieser Saison, ich hoffe, dass ich schon sehr bald bereit bin.»
Seine letzte Verletzung hatte sich Martin im Motegi-Sprint zugezogen, wo er sich das rechte Schlüsselbein brach. Wie geht es ihm bei der Genesung? «Ich habe in diesem Winter sehr viel gearbeitet. Es ist entscheidend für mich, vollkommen fit zu sein. Ich bin froh darüber, dass bislang alles gut funktioniert hat. Es ist nicht leicht, nach all den Problemen im letzten Jahr», gab der 27-Jährige zu. «Ich bin mir sicher, dass ich beim ersten Rennen in Thailand zu 100 Prozent fit sein werde. Wenn ich zusammen mit dem Bike in bester Verfassung bin, werde ich in der Lage sein, Rennen zu gewinnen.»
Martin wäre gut daran, möglichst bald mit der RS-GP auf 100 Prozent zu kommen, denn fast alle Fahrer-Verträge laufen mit Ende 2026 aus. Es geht darum, sich möglichst rasch in eine gute Verhandlungsposition zu bringen – der «Martinator» muss Ergebnisse liefern. «Ich habe das volle Vertrauen in mich, ich muss niemandem etwas beweisen – nur mir selbst. Ich möchte wieder glänzen, und das ist die beste Gelegenheit, das zu tun. Wir werden sehen, wie sich das Ganze in dieser Saison entwickelt, aber es wird interessant.»
Es gibt noch einige Leute im Team, von denen ich nicht einmal den Namen weiß – das ist verrückt!
Jorge Martin
Nach all dem, was 2025 passiert ist, fühlt sich Martin dennoch gemeinsam mit dem Team nun besser vorbereitet als zum Saisonstart im letzten Jahr? «Wir kennen uns jetzt besser. Klar, ich war nur an sechs oder sieben Rennwochenenden dabei, und es gibt noch einige Leute im Team, von denen ich nicht einmal den Namen weiß – das ist verrückt!», ist sich Martin bewusst. «Ich werde in dieser Vorsaison große Anstrengungen unternehmen, damit ich alle Teammitglieder kennenlerne. Ich vertraue dieser Truppe voll und ganz. Ich konnte es bei Marco sehen, sie waren unglaublich stark. Wir arbeiten auch mit den Ingenieuren und Marco sehr eng zusammen. Ich werde mein Maximum geben.»
2024 wurde Martin Weltmeister, seine Konstanz während der gesamten Saison war beeindruckend. Wie weit weg ist er von dem Gefühl auf dem Bike, das er damals mit der Ducati hatte? «Es geht nicht so sehr um die Ergebnisse, sondern um das Feeling. Auch als ich letztes Jahr in Ungarn Vierter wurde, hatte ich nicht dieses Gefühl. Ich habe noch nicht unter Kontrolle, was ich unter meinen Beinen habe», sprach Martin seine Beziehung zur Aprilia an. «Sobald ich dieses gute Gefühl mit dem Motorrad habe, werde ich um Siege kämpfen. Dann weiß ich, wie ich das Qualifying angehen muss, um vorne zu sein – dann wird alles leichter. Dieses Gefühl zurückzuerlangen, ist das Hauptziel in den ersten Momenten auf dem Bike und in den ersten Rennen.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach