MotoGP-Fahrer sind keine Zirkusaffen: Weshalb die Unzufriedenheit steigt
Angesichts des derzeitigen strapaziösen MotoGP-Kalenders, der sieben Rennwochenenden in neun Wochen zusammenpfercht, ist ein gewisses Maß an Unmut vielleicht unvermeidlich.
Der meiste Unmut kommt von den Fahrern, die sich durch eine Reihe neuer Regeln, Auflagen und Drohungen zunehmend ignoriert und unter Druck gesetzt fühlen, während die Anforderungen an sie abseits der Rennstrecke immer größer werden. Ihre Rolle als Sportler, die sportlichen Erfolg anstreben, scheint gegenüber der Rolle als Entertainer, die der MotoGP helfen sollen, mehr Fans anzuziehen, in den Hintergrund zu treten.
Jack Miller sagte im Rahmen einer längeren und teilweise widersprüchlichen Reihe von zitierten Äußerungen: «Es wird falsch verstanden, dass wir hier sind, um Entertainer zu sein. Was wir auch sind … aber unsere Unterhaltung besteht darin, Motorradrennen zu fahren. Das Rennen ist die Show.»
Die Durchführung des Katar-GP ist sehr umstritten
Ein Thema, das am Vorabend des abgesagten Australien-GP zu einer Sondersitzung der Fahrer führte, betraf das Gastspiel in Katar – das Rennen war wegen des Ausbruchs des Iran-Kriegs verschoben worden. US-Luftwaffenstützpunkte in Doha waren bereits zur Zielscheibe geworden. Seitdem hatte sich der Krieg nicht nur hingezogen – mit wiederholten Eskalationsdrohungen eines unberechenbaren Donald Trump –, sondern war auch eskaliert, mit neuen Akteuren und Angriffen auf Saudi-Arabien. Den Mitarbeitern der US-Botschaft wurde geraten, das Land zu verlassen. Das Auswärtige Amt in Deutschland rät von Reisen nach Katar ab. Doch die MotoGP tut das Gegenteil und hält an den Plänen für das Rennwochenende vom 6. bis 8. November fest –
Darauf folgte ein weiterer Konflikt, der ausgelöst wurde, als Marc Marquez am Morgen des Grand Prix von Japan bei einem «Kart-Rennen» ein Double (in seiner Rennkleidung und mit dunklem Visier)
Fahrer haben immer weniger Zeit für das Wesentliche
Es gibt noch verschiedene andere Veranstaltungen und Verpflichtungen, die eines gemeinsam haben: Die Fahrer werden wie dressierte Affen behandelt, oft zu einer Zeit, in der sie viel lieber mit ihren Teams zusammen wären, um ihre Motorräder vorzubereiten, oder sich mental und körperlich auf den bevorstehenden Kampf einzustimmen.
Marcs Erklärung dafür, dass er den Kart-Unsinn sausen ließ, war, dass er seine verletzte rechte Schulter kühlen musste – nach einem doppelt so langen Warm-up für alle, um die plötzlich dringend benötigten harten Reifen zu testen. Die Reaktion der MotoGP war eine strenge Warnung vor einer hohen Geldstrafe (5000 Euro) für alle Fahrer,
Neues Format für die MotoGP 2027
Hinzu kam die Ankündigung eines
Bei zwei dieser Sessions wird das gesamte 22-köpfige Startfeld gleichzeitig auf der Strecke entscheidende Runden fahren – ein Risiko, weshalb die Q1- und Q2-Sessions ursprünglich eingeführt wurden.
Laut Carlos Ezpeleta, dem nicht ganz obersten Chef der MotoGP,
Wir haben nichts zu sagen und müssen den Mund halten.marc marquez
Allgemeiner war die Kritik, dass dies ohne jegliche Einbeziehung der Fahrer geschehen sei. Marc sprach erneut für viele. «Es wäre interessant zu verstehen, was das Hauptziel ist, denn für den Fahrer bedeutet es nur eine größere Belastung. Aber wir haben nichts zu sagen und müssen den Mund halten. Die Teams und die Organisation entscheiden, also nimmt man es hin oder steigt aus.» Auf derselben Pressekonferenz fügte Jorge Martin hinzu: «Sie fragen uns nicht einmal. Es wäre schön, wenn die Organisatoren den Fahrern etwas Interesse entgegenbringen würden.»
Sitzungen der Sicherheitskommission sind eine Alibiveranstaltung
All das ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die diese talentierten Athleten oft als Sündenböcke betrachten. Dies wirft doch einige Fragen auf. Die Fahrer haben angeblich eine Stimme – bei der Sitzung der Sicherheitskommission am Freitagabend mit dem MotoGP-Management. Doch dieses einst einflussreiche Gremium hat seit den Tagen von Valentino Rossi und Co. an Bedeutung und Teilnehmerzahl verloren. Teils, weil sich viele Sicherheitsprobleme seitdem radikal verbessert haben, teils, weil die Fahrer – nicht etwa aus Apathie, sondern weil sie an einem Rennwochenende aus all den oben genannten PR- und Rennsportgründen überaus beschäftigt sind – kaum Zeit dafür finden.
Doch anstatt nur zu meckern und zu jammern – warum schließen sie sich nicht zusammen und gründen eine Interessenvertretung? So wie es die Fahrer in der Formel 1 in der GPDA (Grand Prix Drivers Association) tun? Doch dazu gibt es bereits eine Vorgeschichte, die die Schwierigkeit widerspiegelt, die Konkurrenten miteinander haben, eine gemeinsame Stimme zu finden. Es fehlt eine aktive Galionsfigur. Wie vielleicht Valentino. Oder Marc. Doch jeder von ihnen ist bereits voll ausgelastet und hat alle Hände voll zu tun. Sie haben weder Zeit noch Lust noch einen finanziellen Bedarf. Vorerst werden sie also weiterhin nur als «Zirkusaffen» auftreten.
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