F1-Star Lewis Hamilton: «Müssen ehrlich damit umgehen und daraus lernen»
Nach dem Zoff im Formel-1-GP von Mexiko meldet sich Lewis Hamilton zu Wort: «Kämpfen ist notwendig, aber wenn dieser Kampf das Team etwas kostet, müssen wir ehrlich damit umgehen und daraus lernen.»
Nach dem Mexiko-GP war Lewis Hamilton emotional – voller Freude über den WM-Sieg von Kimi Antonelli einerseits, und andererseits frustriert vom eigenen Rennen. Hamilton wurde auf dem Autodromo Hermanos Rondriguez Zweiter, sein Teamkollege Charles Leclerc Vierter. Ferrari hätte die Chance auf den Doppelsieg gehabt, da ist man sich bei der Scuderia so ziemlich einig. Zu mehr Einigkeit reichte es am Rennsonntag aber nicht. Hamilton war stinksauer über ein Manöver nach dem Start.
Mit ein paar Stunden Ruhe und zwei darüber geschlafenen Nächten meldet sich Lewis Hamilton nur vor dem Brasilien-GP am Wochenende via Social Media mit einer langen Botschaft zu Wort. Hamilton beginnt damit, Kimi Antonelli zu seinem ersten WM-Titel zu gratulieren. Die beiden feierten bereits gemeinsam auf dem Podium, Hamilton wirkte mächtig stolz auf den Erfolg seines Nachfolgers bei Mercedes.
Antonellis Titel: Eines von Hamiltons Jahres-Highlights
Hamilton schreibt an Antonelli: «Deinen Weg aus nächster Nähe mitverfolgen zu dürfen und mit dir zu feiern, war ein Höhepunkt meines Jahres. Das hast du dir so sehr verdient – ein Rekord, der noch lange Bestand haben wird. Es war toll zu sehen, wie dein Team bei Mercedes mit dir gefeiert hat. Genieße diesen Moment, halte deine Familie nah bei dir und bewahre dir deine Leidenschaft und deine Energie.»
Soweit die positiven Dinge. Dann widmet sich Hamilton dem eigenen Rennwochenende, das alles andere als reibungslos lief. Nach dem Start duellierten sich die Ferrari hart, Hamilton wich dabei aus und verlor Positionen. In Mexiko-Stadt ist Überholen kaum möglich, der Brite war hinter seinem Teamkollegen Charles Leclerc und Max Verstappen von Red Bull Racing gefangen, der durchgeschlüpft war. Hamilton beschwerte sich lautstark am Funk, wirkte äußerst angefressen.
Hamilton schrieb dazu: «Unser eigenes Wochenende war voller Herausforderungen. Wir hatten mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, aber unsere Mechaniker und Ingenieure haben unglaubliche Arbeit geleistet. Wir sind in diesem Jahr gemeinsam so sehr gewachsen, und dieser Fortschritt hat von allen – sowohl an der Rennstrecke als auch im Werk – enorme Anstrengungen erfordert. Deshalb schmerzt es so sehr, einen Sieg verpasst zu haben, der in greifbarer Nähe lag. Wir müssen jede Chance nutzen, die sich uns bietet; daher ist es unglaublich frustrierend, und ich kann nicht so tun, als wäre es anders.»
Hamilton zur Szene mit Leclerc
Der siebenmalige Weltmeister: «Ich weiß, was erforderlich ist, um uns diese Chance zu verschaffen. Der Anspruch, den das Team an sich selbst stellt, der Anspruch, den ich an mich selbst stelle, der Anspruch, den die Fans erwarten. Jeder verdient es, uns in Bestform zu sehen und gewinnen zu sehen. Wir sind alle hier, um Rennen zu fahren, und wollen gewinnen. Kämpfen ist notwendig, aber wenn dieser Kampf das Team etwas kostet, müssen wir ehrlich damit umgehen und daraus lernen. Wir können uns gegenseitig bis an die Grenzen treiben und trotzdem der Verantwortung gegenüber all jenen gerecht werden, die uns auf diese Rennstrecke gebracht haben.»
Hamilton schloss mit: «Ich werde weiterhin alles geben, was ich habe. Mein Glaube an dieses Team hat sich nicht geändert, ebenso wenig wie meine Verantwortung, dazu beizutragen, dass wir es richtig hinbekommen. Bleibt uns treu. Ich stehe mit diesem Team erst am Anfang, und wir haben noch so viel vor uns.»
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