MotoGP 2027: Die 850er-Bikes bekommen neue Bremssättel von Brembo
Brembo stellt auf der EICMA 2026 in Mailand die neuen GP4-Bremssättel für die nächstjährigen MotoGP-Motorräder mit 850 ccm vor. Weniger Gewicht und besseres Wärmemanagement werden versprochen.
Wenn 2027 in der MotoGP das neue technische Regelwerk in Kraft tritt, wird in der Königsklasse der Motorrad-WM eine neue Ära eingeläutet. Die Motoren der Bikes werden zukünftig 850 anstatt 1000 ccm haben. Die Systeme zur Fahrwerkshöhenverstellung (Devices) fallen weg und die Aerodynamik wird reduziert. Dazu kommt es zu einer bedeutenden Veränderung, was das wichtigste Zulieferteil betrifft: Pirelli wird Michelin als Reifenhersteller ablösen.
Aprilia, Ducati, KTM, Honda und Yamaha arbeiten schon lange an den neuen Motorrädern für nächstes Jahr, und es wurden mit diesen schon viele Testkilometer abgespult. Dazu kommt: Die neuen MotoGP-Raketen werden neue Bremsen bekommen. So stellt Zulieferer Brembo in dieser Woche auf der EICMA 2026 in Mailand den neuen GP4-Bremssattel für die MotoGP vor. Dieser sei eine von Brembo entwickelte Lösung, um den Anforderungen der Teams und Fahrer im Vorfeld der neuen technischen Vorschriften gerecht zu werden.
Leichter und dennoch steifer
Der neue GP4-Sattel reduziert das Gewicht um 75 Gramm pro Bremssattel, was einer Gesamteinsparung von 150 Gramm am Motorrad entspricht, während die Steifigkeit im Vergleich zur aktuellen Lösung laut Brembo um etwa 5 Prozent erhöht wird. «Der neue Bremssattelkörper ist das Ergebnis eines umfassenden Optimierungsprozesses, bei dem jedes Element unter Berücksichtigung der Leistung neugestaltet wurde», hieß es in der Presseaussendung von Brembo.
Auch das Wärmemanagement soll optimiert worden sein. «Die Geometrie, die Öffnungen und die Bearbeitungsmerkmale wurden so konzipiert, dass sie zur Gesamteffizienz des Bremssystems beitragen, ohne dass spezielle Kühlungslösungen erforderlich sind», verspricht Brembo. «Die in den Bremssattelkörper integrierten Bohrungen erfüllen einen doppelten Zweck: Sie reduzieren das Gewicht und fördern gleichzeitig die Belüftung und sind zudem eines der charakteristischen Merkmale des neuen GP4.»
Zudem wurde das Design im Vergleich zum Vorgängermodell überarbeitet. «Die zentrale Struktur fungiert als Rückgrat, während diagonale Linien und seitliche Öffnungen dem Bremssattel eine auf den ersten Blick erkennbare technische Identität verleihen», so Brembo.
Der neue GP4-Sattel behält die bewährte Hydraulikarchitektur bei, verwendet die gleichen Bremsbeläge und -scheiben und ist hinsichtlich der Montage vollständig austauschbar. Auch das Material und die Oberflächenbeschaffenheit bleiben unverändert.
«Der neue GP4-Bremssattel verdeutlicht den kontinuierlichen Wissenstransfer zwischen Forschung, Entwicklung und Rennsport – ein reichhaltiges technologisches Know-how, das die Weiterentwicklung der Brembo-Bremslösungen stetig vorantreibt», betont Brembo.
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