Nach Abbruch: Warum verlor Zarco den sechsten Platz?
Verwunderung bei den Berichterstattern nach dem turbulenten MotoGP-Rennen in Motegi, weil Zarco nicht als Sechster gewertet wurde. SPEEDWEEK.com liefert die Hintergründe.
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Manche aufmerksame Berichterstatter wunderten sich am Sonntag im Media Centre des Mobility Resort Motegi über das Zustandekommen der offiziellen Ergebnisliste für das MotoGP-Rennen, das in der 13. Runde abgebrochen wurde – und mit dem Stand nach zwölf Runden mit vollen Punkten gewertet wurde, weil bereits die Hälfte der Distanz vollendet war.
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Denn ein Blick auf die offizielle Rundentabelle nach zwölf Runden zeigte Johann Zarco hinter Martin, Bagnaia, Marc Márquez, Bezzecchi und Aleix Espargaró auf Platz 6. Trotzdem kam er nicht in die Wertung, der Portugiese Miguel Oliveira hingegen schon, obwohl dieser beim Abbruch nicht mehr im Rennen war und am Ende der zwölften Runde an der Box gestoppt hatte, weil selbst für den Regenspezialisten aus Portugal die Pfützen längst zu tief waren. Der RNF-Aprilia-Pilot gab also auf Platz 6 (vor Zarco!) freiwillig auf, steht aber trotzdem als 18. in der Ergebnisliste.
Klar, Zarco hatte nach dem Crash in der zwölften Kurve der 13. Runde seine Pramac-Ducati nicht ganz auf dem korrekten Weg an die Box gebracht. Aber er hatte es innerhalb der geforderten fünf Minuten geschafft. Und außerdem zählte ja am Schluss der Stand nach zwölf Runden: Warum wurde also Zarco nicht als Sechster des GP von Japan gewertet? Weil er in der Boxengasse die virtuelle Ziellinie nicht überquert hatte – und deshalb für die Zeitnahme zum Zeitpunkt des Erscheinens der roten Flaggen nicht mehr am Rennen teilnahm!
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Denn es gibt Unterschiede zwischen der karierten und der roten Flagge. Die karierte Flagge beendet ein Rennen meist nach der vollen Distanz, die rote Flagge stoppt es vorzeitig. Sie wird nicht nur bei Start/Ziel präsentiert, sondern auch von den Streckenposten in den Kurven und bei den ‘light panels' rund um die Strecke, damit die Fahrer bei einem Abbruch wegen prekärer Verhältnisse (Massencrash, Regenguss und so weiter) nicht unnötig in Gefahr gebracht werden und das Gas rechtzeitig zudrehen können.
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Am Sonntag in Motegi kam aber Artikel 1.25.1 (Interrupted Races) aus den FIM Sporting Regulations zur Anwendung.
Da steht: "Wenn die rote Flagge gezeigt wird, werden alle Fahrer, die nicht mehr aktiv am Rennen teilnehmen, nicht klassiert. Fahrer, die innerhalb von fünf Minuten nach dem Zeigen der roten Flaggen nicht in der Boxengasse beim ausgewiesenen ‘pit lane entry timing point’ gemeinsam mit ihrem Motorrad erschienen sind, werden nicht ins Klassement aufgenommen." Und Zarco wurde nicht klassiert, weil er sein demoliertes Motorrad um ein paar Meter an dieser virtuellen Ziellinie vorbei geschoben hatte.
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Miguel Oliveira hingegen hatte die Ziellinie bei seiner Aufgabe in Runde 12 bei der Anfahrt zur RNF-Aprilia-Box richtig überquert und durfte deshalb auch den letztendlich abgebrochenen Re-Start in Angriff nehmen (wie Maverick Viñales aus der Boxengasse, weil sie zum Zeitpunkt des Abbruchs eine Runde zurücklagen). Diese Ziellinie wurde ja einst auch für die Ermittlung der Rundenzeiten bei "ride through penaltys" benötigt und kommt auch heute zur Geltung, wenn ein "bike change" durchgeführt wird und trotzdem die jeweiligen Rundenzeiten ermittelt werden müssen – wegen der korrekten Gesamtfahrzeiten. Womit sich wieder einmal bewahrheitet: Fahrer wie Johann Zarco sollten auf den langen Übersee-Flügen manchmal ein bisschen das Regelwerk der FIM studieren. Oder sich zumindest von regelkundigen Teamitgliedern unterrichten lassen. MotoGP-Ergebnisse GP-Rennen, Motegi (1.10.):
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