Pedro Acosta hofft auf Brünn-Effekt: «Warum nicht wieder?»
Vor einem Jahr startete Pedro Acosta mit einem Podium in Brünn in eine starke zweite MotoGP-Saisonhälfte. Eine Wiederholung schließt der KTM-Star nicht aus, bleibt aber vorsichtig.
Pedro Acosta reist als Vierter der MotoGP-Weltmeisterschaft mit Rückenwind nach Brünn. Nach seinem starken Auftritt beim Grand Prix von Ungarn verkürzte der KTM-Pilot den Rückstand auf WM-Leader Marco Bezzecchi auf 48 Punkte. Ausgerechnet das Automotodrom in Brünn weckt bei Acosta positive Erinnerungen: Hier begann vor einem Jahr seine starke zweite Saisonhälfte, die ihn am Ende auf Rang 4 der Gesamtwertung führte.
Allzu hohe Erwartungen möchte der Spanier dennoch nicht schüren. Obwohl Acosta in dieser Saison mehrfach an Podestplätzen und sogar Siegen schnupperte, sieht er KTM derzeit noch nicht auf Augenhöhe mit den stärksten Herstellern.
«Neben den vier Aprilias gibt es noch fünf starke Ducatis. Doch vor einem Jahr begannen wir hier auf dieser Strecke, stärker zu werden. Warum sollte uns also nicht erneut ein Schritt gelingen?», sagte Acosta am Donnerstag in Brünn. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Konkurrenz inzwischen deutlich stärker aufgestellt sei als noch vor zwölf Monaten.
Warum er KTM nicht im WM-Kampf sieht
Trotz seiner Aufholjagd in der WM bleibt der 22-Jährige nüchtern. Der Rückstand auf die Spitze sei weiterhin beträchtlich, und die RC16 verfüge aktuell nicht über das nötige Potenzial, um regelmäßig um Siege zu kämpfen.
«Wir sind im Moment weit weg. Wir benötigen mehr Potenzial, damit wir um Siege kämpfen können. Es ist schwierig, Punkte aufzuholen, wenn zweite oder dritte Plätze das Maximum sind oder man es nicht einmal aufs Podium schafft», erklärte Acosta. Die Favoritenrolle sieht er deshalb klar bei der Konkurrenz. «Im Moment stehen Aprilia und Ducati beziehungsweise Marc (Marquez), Marco (Bezzecchi) und Jorge (Martin) unter Druck.»
Während KTM in den vergangenen Monaten immer wieder mit Formschwankungen zu kämpfen hatte, entwickelte sich Acosta zunehmend zur Speerspitze der Marke. Gegenüber Brad Binder, Enea Bastianini und Maverick Vinales setzte sich der Spanier mehrfach deutlich durch. Gleichzeitig sank seine Fehlerquote spürbar.
«Wir müssen vermeiden, die Fehler zu machen, die wir im vergangenen Jahr gemacht haben. Damals bin ich oft gestürzt und habe viele Punkte verloren», erinnerte Acosta. Die größere Reife auf der Strecke sei einer der Gründe für seine konstanten Ergebnisse. An den grundsätzlichen Grenzen der KTM ändere das jedoch nichts. «Im Moment befinden wir uns nicht in der Position, um an Siege zu denken. Das sollte eines Tages passieren, doch es dauert ziemlich lange.»
Verwirrung: Testet Acosta trotz Wechsel zu Ducati?
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt der Testtag am Montag nach dem Grand Prix. Dann werden die Hersteller ihre ersten 850er-Prototypen mit den neuen Pirelli-Reifen testen. Zuletzt kursierten Gerüchte, dass KTM dabei trotz seines bevorstehenden Wechsels zu Ducati auf Acosta setzen könnte.
Der Spanier selbst zeigte sich davon überrascht. «Im Moment weißt du mehr als ich», antwortete er auf die entsprechende Frage eines Journalisten. «Ich weiß von nichts. Natürlich bin ich startklar, wenn sie das wünschen. Dann fahre ich.»
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