WM-Spitzenreiter Bezzecchi: Physio-Patient, Brünn-Liebhaber, Brasilien-Fan
Noch ist Aprilia-Ass Marco Bezzecchi souveräner Spitzenreiter der MotoGP. Nach dem schmerzhaften Aprilia-Niederschlag in Ungarn will sich «Bezz» wieder voll aufs Tagesgeschäft in Brünn konzentrieren.
Der Große Preis von Tschechien 2025 war zugleich die Premiere von Marco Bezzecchi als MotoGP-Pilot auf der legendären Rennstrecke von Brünn. Auf der RS-GP schlug sich der Racer aus Rimini mehr als respektabel – nur Marc Marquez war im GP-Rennen schneller. Doch der Weg des Erfolgs für das Aprilia-Projekt war im letzten Juli bereits vorgezeichnet.
Ein Jahr später erreichte Bezzecchi Tschechien erstmals als WM-Führender. 20 Punkte Polster bringt der Italiener auf Teamkollege Marco Bezzecchi, sogar 42 Punkte auf Fabio Di Giannantonio und gar 72 Zähler auf Balaton-Dominator Marc Marquez mit. Die Lage ist dennoch angespannt – der Fehler von Martin, der nach dem Start die MotoGP- und Aprilia-Elite abgeräumt hatte, war ein Dämpfer.
Dass der Ungarn-GP auch beim WM-Leader Spuren hinterlassen hatte, zeigte sich, als das Aprilia-Ass noch einmal auf die Kollision angesprochen wurde. Mit versteinerter Miene blockt Bezzecchi ab: «Es gab einen Fehler nach dem Start – mehr gibt es von mir dazu nicht zu sagen. Meine Meinung spielt an dieser Stelle keine Rolle.»
Mehr Auskunft gab Marco Bezzecchi zu seiner Verfassung, zehn Tage nach dem bereits zweiten Querschuss des Teamkollegen. «Die rechte Körperhälfte bereitet mir schon etwas Probleme. Ich bin sicher nicht in körperlicher Topform, auch weil ein Muskel leicht angerissen ist. Ich glaube allerdings, dass es mir auf dem Motorrad keine großen Probleme machen sollte. Ich habe letzte Woche auch daheim auf dem Motorrad trainiert. Aber es wird dennoch das erste Mal wieder mit dem MotoGP-Bike sein nach dem harten Einschlag sein.»
Neutral bleibt auch die Haltung des Aprilia-Frontmanns bei der Dauerdebatte um das Verbot des Hole-Shot-Device, welches die Front des Motorrads in der Beschleunigungsphase vorspannt. Bezzecchi: «Es ist eine mögliche Lösung, aber ich würde es nicht pauschal einführen. Wenn, dann sollten wir überprüfen, wie sich die jetzigen Bikes ohne Device verhalten Aber es könnte eben ein Teil einer Verbesserung sein.»
Im Rahmen der Auftaktpressekonferenz zum Brünn-GP sprach Bezzecchi das aus, was viele Piloten denken: «Die Strecke ist absolut herrlich und ein Genuss zu fahren. Vom Charakter her jetzt aber auch wieder der komplette Gegensatz zu Balaton, was eine Anpassung sowohl der Piloten als auch der Bikes bedeutet.»
Ein sportliches Thema im Fahrerlager ist auch die Fußball-Weltmeisterschaft. Gefragt nach seinem Favoriten auf den Titel zeigte sich, dass Bezzecchi seinen Humor auch nach dem Ungarn-GP nicht verloren hat. Die Antwort für den englischen Kollegen: «Ganz sicher nicht England. Ich hoffe, dass es Brasilien machen wird.»
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