Lewis Hamilton (Ferrari) und sein ruhiger Mann im Ohr: Wer ist Carlo Santi?
Nach dem fabelhaften Barcelona-Sieg war es Lewis Hamilton wichtig, jenen Mann mit aufs Siegerpodest zu nehmen, mit dem er zur Ruhe zurückgefunden hat – seinen Renningenieur Carlo Santi.
Für die meisten Formel-1-Fans ist dieser Ferrari-Mitarbeiter ein Unbekannter: Wer war dieser Mann auf dem Barcelona-Siegerpodest mit Lewis Hamilton? Der Engländer hat ihn nicht zufällig mit hoch genommen – es ist sein Renningenieur Carlo Santi (52).
Lewis Hamilton ist anständig genug, seinen 2025er Renningenieur Riccardo Adami nicht öffentlich anzuprangern. Aber es war in der vergangenen Saison bald klar: Die Chemie stimmte nicht zwischen Hamilton und dem früheren Vettel-Techniker. Anfang 2026 wurde Adami bei Ferrari versetzt.
Bei den Wintertests kümmerte sich Leclerc-Ingenieur Bryan Bozzi um Hamilton. Als Notlösung. Dann manövrierte Ferrari Carlo Santi an die Seite von Lewis. Der 52-Jährige aus Verona arbeitete früher als Renningenieur von Kimi Räikkönen, 2019 wechselte Santi ins Rennwagenwerk, um die so genannte «remote garage» zu leiten, also jene Technikertruppe, welche Ferrari von Maranello aus unterstützt.
Santi wurde zunächst als Übergangslösung erachtet, bevor Hamilton dann den festen Ingenieur erhalten sollte, die Rede war vom früheren McLaren-Mitarbeiter Cedric Grosjean.
Doch dann passierte etwas Unerwartetes: Die Chemie zwischen Santi und Hamilton stimmte auf Anhieb. Lewis in Monaco: «Die Verbindung zwischen Rennfahrer und Renningenieur ist elementar für den Erfolg. Manchmal passt es, manchmal nicht. Damals bei Mercedes kam ich mit Bono (Pete Bonnington) auf Anhieb zurecht, und nun habe ich mit Carlo quasi meinen italienischen Bono gefunden.»
«Carlo gehört zu den etwas älteren Mitarbeitern, er bringt sehr viel Erfahrung mit. Er ist überaus ruhig, das hört man am Funkverkehr. Wir sind auf einer Wellenlänge.»
Hamilton über die gemeinsamen Momente auf dem Siegerpodest von Barcelona: «Es war fantastisch, ihn da oben auf dem Podium bei mir zu haben. Er ist dieses Jahr eingestiegen und hat sich gemeinsam mit mir in dieses Abenteuer gestürzt. Wir kannten uns nicht, wir hatten nie zuvor miteinander gesprochen, und ich wusste nichts über ihn. Wir trafen uns, und ich glaube, wir haben uns sofort verstanden. Ich finde es fantastisch, eine Verbindung zu einem anderen Ingenieur aufzubauen, verglichen mit dem, den ich so lange hatte.»
«Carlo ist ein wirklich ruhiger Typ. Man merkt, dass es ihm schwerfällt, Gefühle auszudrücken – er lächelt nur, während ich ihn in diese grossen Umarmungen gedrückt, zu mir gezogen und Danke gesagt habe. Ich mag den Gedanken, dass dieser Meilenstein seine Liebe zur Rolle des Ingenieurs neu entfacht hat, genau wie es bei mir in der Rolle des Fahrers der Fall ist.»
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