Quartararo zu Yamaha-Problemen: «Noch haben wir keinen Schlüssel gefunden»
Nach dem bislang besten MotoGP-Wochenende in Le Mans reist Fabio Quartararo mit neuer Zuversicht nach Barcelona. Der Yamaha-Star warnt vor den Tücken der Strecke und passte seine Zielvorgabe an.
Le Mans war für Fabio Quartararo ein Wendepunkt. P5 im Sprint, P6 im Grand Prix – und traurigerweise das Beste: Fast 25 Sekunden schneller als der nächstbeste Yamaha-Fahrer Alex Rins. Was der Franzose vollbrachte, war ein Ausrufezeichen für die derzeitigen Yamaha-Verhältnisse. Nach fünf Rennwochenenden steht Quartararo mit 26 Punkten auf WM-Rang 16. Die Erwartungen dämpfte er am Donnerstag vor dem Barcelona-Wochenende umgehend.
«Der größte Unterschied war nicht, dass ich mehr Performance auf dem Motorrad hatte», erklärte Quartararo. «In den ersten vier Rennen konnte ich nicht pushen. Das ist der größte Unterschied, der sich in Le Mans gezeigt hat.» Von Runde eins bis zum Ende sei er komplett am Limit gewesen und er hatte wieder Spaß, die M1 zu fahren. Aber: «Mir fehlte etwas in den Kurven, Motorleistung und Grip, um mit den Vorderleuten mitzuhalten.»
Der Rückstand von sieben Sekunden auf Jorge Martin (Aprilia) ließ sich sehen. Gemessen am schwierigen Saisonstart war das eine Hausnummer. «Wenn wir immer weniger als zehn Sekunden vom Sieger entfernt sind, dann ist das gut», teilte Quartararo die neue Zielvorgabe in den kommenden Rennen mit. Zu viel dürfe man aus dem starken Le-Mans-Wochenende aber nicht erwarten. «Wir müssen alles verstehen und finden, was uns fehlt. Es ist nicht nur eine Baustelle. Es gibt so viele Dinge, die uns fehlen, und wir haben noch nicht den Schlüssel gefunden, um überhaupt eine zu lösen.»
Barcelona: Gewohnt wenig Grip ist kein Vorteil für Yamaha
Auf die Frage, ob der berüchtigte Grip-Mangel in Barcelona eher anderen Herstellern Probleme bereiten werde und Yamaha profitieren könne, antwortete der zweifache MotoGP-Sieger auf der Strecke (2020 und 2022) ohne Umschweife: «Ich denke, es wird für uns schlechter. Wir wissen, dass wir auf einer griffigen Strecke schon wenig Grip haben – auf einer Strecke, die überhaupt keinen Grip hat, werden wir kämpfen müssen.» Allerdings mache der zu erwartend hohe Reifenabbau das Rennen unberechenbar. «Man kann nicht immer das volle Potenzial der Reifen ausnutzen.»
Besuch bei Marquez: «Kein Zweifel an seiner Geschwindigkeit»
Am Rande von Le Mans besuchte Quartararo Marc Marquez kurz vor dessen Abreise in seinem Motorhome. «Ich habe ihm eine Nachricht geschickt, dass ich vorbeischauen wollte. Auf dem Weg zu ihm sah ich seinen Vater, Marc war noch da. Ich habe eine gute Beziehung zu ihm. Niemand ist glücklich, diese schweren Stürze und Verletzungen zu sehen.»
Wie beurteilte Quartararo die ersten Wochenenden von Marquez mit der lädierten Schulter? «Das kann keiner sagen. Marc ist der Einzige, der den Schmerz gespürt hat. Aber wenn man sich die Rundenzeit vom Q1 in Le Mans anschaut, sieht man, dass sein Fahrstil aggressiv und schnell ist. Es gibt keinen Zweifel an Marcs Geschwindigkeit.»
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