Williams-Teamchef verrät: Software führte zu Verzögerungen und Übergewicht
Williams startete verspätet und mit Übergewicht in die neue Saison. Teamchef James Vowles verriet nun: Ein Fehler in einer Software löste die Misere des englischen Teams aus.
Williams sorgte zu Beginn der neuen Formel-1-Saison für Schlagzeilen: Das britische Team verpasste den Shakedown in Barcelona, weil das Auto nicht rechtzeitig fertig war. Der Rückstand ist noch immer nicht aufgeholt, aktuell kämpft das Team mit einem übergewichtigen Auto. Teamchef James Vowles verriet nun, wie es zu der Verkettung an Problemen kam – nämlich durch ein Softwareproblem.
Vowles erklärte, dass man bei Williams vor ein paar Jahren angefangen habe, neue Softwaresysteme zu verwenden, die Prozesse im gesamten Unternehmen und in der Produktion strukturieren sollten. Diese Programme kamen nun erstmals für die Entwicklung eines komplett neuen Autos zum Einsatz.
Fehler bei Software gemacht
Vowles: «Ich glaube, wir haben bei einigen der von uns verwendeten Softwareprogramme Fehler gemacht. Es war unser erster richtiger Versuch, ein komplett neues, den Vorschriften entsprechendes Auto von Anfang bis Ende zu planen. Und als wir all das einer umfassenden Überprüfung unterzogen haben, waren es zwar winzige, kleine Details, aber Hunderte davon summierten sich. Es gab also einfach überall Ineffizienzen, die nicht berücksichtigt wurden und erst ans Licht kamen, als man das System unter Belastung setzte.»
Zu spät angefangen zu bauen
Das bedeutete konkret: «Wir haben zwar früh im Windkanal angefangen, daran besteht kein Zweifel, aber wir haben nicht früh mit dem Bau des Autos begonnen, denn man möchte all diese Vorteile im Windkanal so lange wie möglich nutzen. Und wir wollten uns selbst so weit unter Druck setzen, nicht ganz wie ein Meisterteam, aber aggressiver als zuvor. Das Auto, das wir produziert haben, ist das komplexeste. Es spielt keine Rolle, ob ich die Anzahl der Teile heranziehe – es sind etwa doppelt so viele Teile. Es spielt keine Rolle, ob ich nur die Anzahl der Teile im Chassis oder die dafür benötigte Zeit betrachte – alles war etwa anderthalb- bis zweimal so komplex, und ein Großteil dieses Prozesses verlief nicht reibungslos.»
Und damit war das Problem entstanden – und Williams steckte in einer Sackgasse. Vowles: «Sobald das passiert, hat man kaum noch Alternativen. Man kann sich nicht wirklich an externe Hersteller wenden, da diese bereits von anderen Kunden ausgebucht sind. Sobald man also in Verzug gerät, steckt man in Schwierigkeiten.»
Und so kam das Problem mit dem Übergewicht auf. Vowles: «Sobald die Zeit knapp wird, lässt sich Gewicht relativ einfach hinzufügen, um ein Bauteil fertigzustellen und sicherzustellen, dass man auf einem vernünftigen Stand ist. Das führt im Grunde genommen sehr schnell zu einem schweren Auto.» Und ein schwereres Auto ist ein langsameres Auto...
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