Zeittraining, Sachsenring: Marquez mit Bestzeit-Ansage, Miller überraschte
Im letzten Zeittraining vor der Sommerpause ging es spät zur Sache. Nach einem kurzen Schlagabtausch mit Bruder Alex und Di Giannantonio ließ Marc Marquez keine Zweifel aufkommen. Alle Aprilia im Q2.
Nach einem
Wie so oft in der laufenden Saison hatte eine Aprilia das Tempo zum Auftakt am Freitagvormittag gemacht. Diesmal war es Raul Fernandez (Trackhouse), der das Feld vor Marc Marquez, Fabio Di Giannantonio und Honda-Pilot Joan Mir anführte. Marco Bezzecchi, noch leicht angeschlagen vom Assen-GP, landete im FP1 an achter Stelle, noch vor WM-Leader Martin auf 10.
Im einstündigen Zeittraining ging es zunächst mit der Aprilia-Führung weiter. Marco Bezzecchi sorgte bei nahezu perfekten Bedingungen mit seiner 1:20,646 min für eine Richtmarke. In den folgenden Minuten schickten sich mit Marc Marquez, Bagnaia und Di Giannantonio Ducati-Piloten an, Bezzecchi zu verdrängen. Doch trotz etlicher Sektor-Bestzeiten scheiterten im letzten Sektor sämtliche Anläufe. Im letzten Abschnitt der 3,67 km langen Strecke blieb der Aprilia-Werksfahrer unantastbar.
Die Top 6 nach den ersten zehn Minuten: Bezzecchi, Marc und Alex Marquez, Raul Fernandez, Pedro Acosta, Fabio Di Giannantonio. Bester Pilot eines MotoGP-Bikes aus Japan: Yamaha-Pilot Jack Miller auf Position 9. Nicht gut zurecht kam zunächst Ai Ogura. Der Sieger des letzten GP-Rennens in Assen wurde mit knapp einer Sekunde Rückstand nur auf Platz 16 gelistet. Noch weiter hinten – Toprak Razgatlioglu. Der Superbike-Weltmeister und Pramac-Rookie büßte zwar nur 1,2 Sekunden auf Bezzecchis 1:20,6 min ein – doch selbst reichte in der aktuellen MotoGP-Realität zunächst nur für Rang 21, vor Cal Crutchlow (LCR-Honda).
Wenig Bemerkenswertes ereignete sich im zweiten Run. Die Piloten konzentrierten sich statt auf eine schnelle Runde darauf, ein Verständnis für die Funktion eines Rennreifens über mehrere Runden aufzubauen. Lange schienen die Top 10 eingefroren. Erst zur Halbzeit kam wieder Bewegung in die Session, bei der es um den direkten Zugang zum zweiten Qualifying am Samstagmorgen geht.
Los ging es wieder an der Aprilia-Front. Erst fand Ogura weitere Zehntel, damit ging es vor auf Platz 3. Fast zeitgleich legte Marco Bezzecchi ein weiteres Zehntel nach oben, 1:20,535 min. Damit lag der vor 12 Tagen in Assen schwer gestürzte Marco Bezzecchi 0,192 sec vor Marc Marquez.
Anerkennung erfuhr sich Altmeister Cal Crutchlow. Mit 25 Minuten auf der Uhr gelang dem 40-jährigen Ersatz von Johann Zarco eine 1:21,121 min, was kurzzeitig den Sprung auf Platz 10 bedeutete. Wenig später begann das harte Ringen um zehn Q2-Plätze. Die größte Verbesserung gelang dem zukünftigen KTM-Werksfahrer Fabio Di Giannantonio. Der VR46-Pilot setzte sich über vier Zehntel vor Bezzecchi.
Ein Riesenschatz in Richtung Spitze gelang KTM-Tech3-Pilot Enea Bastianini. Mit Bezzecchi und Bastianini lagen nach 45 Minuten zwei Piloten aus Rimini auf den Plätzen 2 und 3. Marc Marquez war auf Platz 6 abgefallen, Acosta lag auf 12, Jorge Martin noch hinter Crutchlow auf Platz 17.
Gut zehn Minuten vor Schluss war es dann wenig überraschend Marc Marquez, der die letzte Eskalationsstufe der Zeitenjagd erreichte. Der Hausmeister des Sachsenrings fuhr die erste Runde unter 1:20 min. Das Kunststück gelang auch Jack Miller, der sich damit hinter «MM93» schob. Doch es ging noch deutlich schneller. Di Giannantonio verbesserte und drückte die Bestmarke auf 1:19,674 min, Alex Marquez war nur ein Zehntel langsamer. Damit hatten zwei Kunden-Ducati und zukünftige KTM-Piloten die Spitze übernommen.
Eng wurde es für Pecco Bagnaia, der aus den Top 10 gefallen war. Erst vier Minuten vor Ende reichte ein 1:20,123 min für Platz 8. Doch auch die letzten drei Minuten hatten noch Überraschungen bereit. Marc Marquez übernahm wieder die Spitze und auf Raul Fernandez schob sich an «Diggia» vorbei.
Auch gelbe Flaggen kamen im Finale zum Einsatz. Beim Versuch, sich wieder in die Top 10 zu drücken, ging Tech3-Pilot in der schnellen Kurve 8 zu Boden. Der Italiener blieb unverletzt, doch die Session war gelaufen. Und Jorge Martin? Dem WM-Leader reichte eine schnelle Runde für Platz 8 hinter Teamkollege Marco Bezzecchi. Fraglos die größte Überraschung blieb Jack Miller auf Rang 5. Aus dem KTM-Lager schaffte es nur Pedro Acosta als Neunter direkt ins Q2. Bastianini scheiterte um 0,013 Sek. Auch Pecco Bagnaia überstand das heiße Finale nicht mit Q2-Fahrschein, Platz 13. Toprak Razgatlioglu blieb nach einer Stunde Kampf auf der Pramac-Yamaha Platz 19.
Fazit nach Tag 1 auf dem Sachsenring: Mit Marc Marquez an der Spitze, aber auch allen Aprilia-Piloten im Q2 deutet alles auf den nächsten Wettstreit der Italo-MotoGP-Großmächte hinaus.
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