Raul Fernandez nach Sprint-Crash mit Bezzecchi: «Das macht mich wütend!»
Trackhouse-Mann Raúl Fernández galt als Favorit auf den MotoGP-Sprint-Sieg in Indonesien, stattdessen endete das Rennen in Kurve 1. Nach der Kollision erhob er schwere Vorwürfe gegen Marco Bezzecchi.
Schon mit der schnellsten Runde in Rekordtempo am Freitag war klar, dass Raul Fernández beim MotoGP-Rennwochenende in Indonesien in der Spitzengruppe würde kämpfen können. Die Aprilia RS-GP gilt als wie geschaffen für den Mandalika International Street Circuit, und auch die Aprilia-Werkspiloten Bezzecchi und Martin bestätigten diesen Eindruck in allen Sessions am Freitag und Samstag.
Im Qualifying sicherte sich der Trackhouse-Athlet den vordersten Startplatz, doch noch in der ersten Kurve war das Samstagsrennen für ihn beendet: Der Mann mit der Nummer 25 hatte am Start wenige Meter Boden verloren und musste knapp hinter Marco Bezzecchi, Marc Márquez und Fabio Di Giannantonio von außen in die erste Kurve einbiegen. Dadurch, dass Bezzecchi in der Folge eine weitere Linie wählen musste, kreuzte der Italiener vor Raúl Fernández und riss diesen so nach wenigen Metern mit ins Aus.
Für Fernández Grund benug, bei der Presserunde im Anschluss kernige Anschuldigungen in Richtung des Markenkollegen zu formulieren: «Wir Fahrer halten bei mehr als 300 km/h unsere Körper hin, und wir wissen alle, dass dabei Fehler passieren können, auch mir selbst. Aber wenn dir einfällt, einen anderen Fahrer von der Strecke zu drücken, dann macht mich das wütend.» Der 25-Jährige schilderte die Situation aus seiner Sicht: «Der Crash resultiert aus dem Start: Ich habe versucht, mein Motorrad zu Beginn in der Mitte der Strecke zu halten, um anderen Fahrern von hinten nicht die Tür für einen Überholversuch zu öffnen. Marco hatte einen sehr guten Start, setzte sein Motorrad vor mich und versuchte, mich nach außen zu drängen.»
Dass der Vorwurf des Vorsatzes wohlüberlegt war, machte der einstige Moto2-Vizeweltmeister weiter deutlich: «Marco Bezzecchi hat die Ideallinie gewählt, die man wählt, wenn man auf dieser Strecke allein unterwegs ist, er war aber nicht allein! Wir Fahrer müssen uns respektieren, er aber hat keinen Respekt. Uns wurde von Aprilia vor dem Start angedacht, dass wir uns untereinander gentlemanlike verhalten sollten.» Aprilia Racing sei sich bewusst, dass man auf dem Kurs aufv Lombok der Konkurrenz gegenüber im Vorteil sei, und habe den eigenen Fahrern unnötige Scharmützel untereinander untersagt.
Für Fernandez war klar, dass der Sturz der beiden Kontrahenten vor allem der Konkurrenz aus Bologna helfen würde: «Wenn Marcos Strategie Ducati die Tür zum Sieg geöffnet hat, dann war das keine gute Strategie. Ich fahre nicht mehr um die Weltmeisterschaft, er kann aber noch in den Kampf eingreifen. Das war nicht schlau von ihm.» Gleichwohl ist auch dem WM-Siebten bewusst, dass die Rennleitung gegen Marco Bezzecchi nicht eingreifen kann: «Für eine solche Aktion verdient man keine Strafe, es wäre nicht fair» Für Fernandez könnte der Indonesien-GP jedoch ein abruptes Ende gefunden haben: «Vielleicht hat das unser ganzes Wochenende zerstört. Ich werde es am Sonntagmorgen im Warm-Up probieren, aber ich weiß nicht, ob ich den Grand Prix fahren kann.»
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