Unglaublicher Jerez-Sprint: Marc Marquez siegte nach Crash, Bezzecchi out!
Jerez erlebte einen unglaublichen Sprint mit Sturzdramen. Bei einsetzendem Regen gingen alle Topfahrer zu Boden – auch Marc Marquez. Doch der Champion fand nach Bike-Tausch zurück und triumphierte.
In der letzten Stunde vor dem Start des vierten Saisonsprints gingen die Blicke der MotoGP-Teams immer öfter in den Himmel über Jerez. Mittags hatte es schlagartig aufgerissen. Doch je näher der Sprint der Königsklasse rückte, desto dunkler wurde es wieder. Die Fans in Jerez zeigten sich von unbeeindruckt. Gefühlt war der Circuito bereits am Samstag ausverkauft. Auf den Rängen wurde Startplatz 1 von Nationalheld Marc Marquez gefeiert. Mit Bruder Alex auf 5 und Acosta, der sich nach einem enttäuschenden Freitag im nassen Qualifying auf 6 zurückgemeldet hatte, standen zwei weitere Landsleute im Rampenlicht.
In den ersten beiden Startreihen dazu ein spannender Mix als Ergebnis des nassen Vormittags. Johann Zarco hatte im Q2 überraschend Platz 2 erbeutet, vor Fabio Di Giannantonio, der damit die Spitze im Qualifyer-Award übernahm, und Tabellenführer Marco Bezzecchi auf Rang 4. Bemerkenswert: Mit Martin in Reihe 3 hatte sich keiner der drei Ersten der Tabelle in die Premium-Startreihe 1 gefahren.
Trotz vereinzelter dunkler Wolken über der Anlage nahmen die 23 Piloten der Königsklasse auf trockenem Asphalt Aufstellung. Während Maverick Vinales (Tech3) in Jerez noch nicht am Start ist, verstärken die Wildcard-Piloten Lorenzo Savadori (Aprilia) und Augusto Fernandez (Yamaha) das Feld.
Aprilia früh in Problemen
Hochspannung – fünf Minuten vor der Warm-up-Runde fielen Tropfen in der Startaufstellung. Doch der Startvorgang wurde fortgesetzt und um Punkt 15 Uhr ging es in den Jerez-Sprint über 12 Runden. Marc Marquez gelang ein Traumstart. Der Champion bog vor Zarco und Bruder Alex in Kurve 1 ab. Dahinter bereits Jorge Martin (Aprilia) – während Marco Bezzecchi einen katastrophalen Start hatte. Den ersten Sektor passierte «Bezz» nur als 17.
Nach Runde 1 war auch die Fahrt des «Martinators» zu Ende. Mit einem Problem an der Bremsanlage fiel Martin ans Ende zurück. Vorne hatte sich derweil Alex Márquez an Zarco vorbei auf P2 geschoben. Dahinter Di Giannantonio, Acosta und Raul Fernandez. In Runde 3 entwickelte sich ein harter Kampf zwischen «Diggia» und Zarco. Während weiße Flagge für Regen gezeigt wurde, mischte Raul Fernandez das Feld auf. In Runde 3 ging der Trackhouse-Pilot an Acosta und Zarco vorbei.
An der Spitze die Marquez-Brüder mit einer Differenz von 0,3 sec – und Alex Márquez kam näher. Ende Runde 6 hing der Gresini-Pilot am Heck der Werks-Ducati. Wild unterwegs waren die KTM-Piloten. Bastianini, Acosta und Binder stritten um Platz 6. Die Rundenzeiten pendelten sich bei 1:38 min ein. Damit war klar, dass die Strecke nicht komplett trocken war.
Sechs Runden vor Schluss dann die Attacke von Alex Márquez Im Stadion überholte «AM73» «MM93». Auch Rang 2 war für Marc Márquez nicht sicher, denn Fabio Di Giannantonio hatte ausgeschlagen In der gleichen Runde flog Toprak Razgatlioglu ab und riss Lorenzo Savadori mit ins Kiesbett.
Mit fünf Runden auf der Anzeige dann die Katastrophe für Spanien und Ducati Lenovo. Der Weltmeister rutschte in der Zielkurve aus. Wieder eine Runde später wurde das Chaos komplett. Alex Márquez stürzte, Pedro Acosta stürzte – Brad Binder tauschte sein Bike und ging mit Regenreifen auf den Kurs. Doch auch der Südafrikaner stürzte!
Währenddessen hatten auch beide Ducati-Werksfahrer auf Regen gewechselt. Es begann endgültig zu regnen und nun erwischte es den WM-Leader. Marco Bezzecchi konnte nach seinem Sturz nicht weiterfahren.
Out: Acosta, Alex Marquez, Bezzecchi, Martin, Toprak, Savadori
Die Sensation nahm ihren Lauf. Drei Runden vor Ende war Marc Marquez wieder im Rennen. Der Spanier zog an Bagnaia vorbei und war damit zum zweiten Mal an der Spitze. Dahinter Teamkollege Bagnaia vor Morbidelli, Di Giannantonio und Brad Binder. Verrückt: Erst der Sturz von «MM93» in der Nähe der Boxeneinfahrt führte zu dem frühen Wechsel in der Box auf die siegbringende Ducati mit Regenreifen.
Marc Márquez behielt in dem Sensationssprint die Nerven. Nach einem Sturz, Bike-Wechsel und Aufholjagd siegte Marc Marquez vor frenetischer Kulisse. Pecco Bagnaia kam als verdutzter Zweiter drei Sekunden später über die Linie. Platz 3 ging an Franco Morbidelli, der früh sein Bike gewechselt hatte.
Sensationell verpasste Brad Binder nur knapp das Podest. Bester Honda-Pilot wurde Zarco auf Platz 8, noch hinter dem Fabio Quartararo, der im Chaos-Sprint noch auf Platz 7 ankam.
Sechs Fahrer sahen das Ziel nicht, darunter die drei WM-Führenden Bezzecchi, Martin und Acosta. Trotz des Verrückten änderte sich an der WM-Tabelle an der Spitze nichts. Bezzecchi bleibt Spitzenreiter, vor Jorge Martin. Marc Marquez rückte auf Platz 4 vor. Auf Rang 3 und Acosta fehlen vor dem GP nur drei Zähler. Trotz Dreifachsieg von Ducati behielt Aprilia die Führung bei den Herstellern.
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