WM-Leader vor Runde 3: Was bedeuten die interessanten Zahlen von Bezzecchi?
Marco Bezzecchi, seit fünf Tagen erstmals Spitzenreiter der MotoGP, hält auch in Texas an seiner Kommunikationsstrategie fest. Wenig reden, schneller fahren – so das Credo des Aprilia-Piloten.
Seit vergangenen Sonntag zählt Marco Bezzecchi zum kompakten Vierer-Club der Königsklasse. Damit sind jene 15 Fahrer gemeint, denen es in der 77-jährigen Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft gelang, vier Rennen in Serie zu gewinnen.
Marco Bezzecchi und seine Aprilia siegten in Portugal, Spanien, Thailand und Brasilien, was ein unwiderlegbarer Beweis dafür ist, dass das italienische Team äußerst konkurrenzfähig ist. Eine Aussage, die durch die unterschiedlichen Rennstrecken, auf denen Bezzecchi und sein Motorrad gewonnen haben, untermauert wird. Denn die Eigenschaften von Portimao, Valencia, Thailand und Brasilien sind sehr unterschiedlich.
Die portugiesische Strecke ist kompliziert und einzigartig im Kalender; Valencia ist ein «Stadion-Kurs», kurvenreich und langsam; in Buriram dominieren die Geraden und die enorme Hitze, die die Motoren an ihre Grenzen bringt; und Brasilien war eine Strecke, die für alle neu war. Und auf allen hat Bezzecchi und seine Aprilia nicht nur gewonnen, sondern dominant. In Portugal führten sie 25 der 25 Rennrunden an; in Valencia 27 von 27; in Thailand 26 von 26; und am Sonntag in Goiânia sah Marco während des gesamten Rennens zu keinem Zeitpunkt ein Motorrad vor sich.
Diese Ergebnisse sind noch beeindruckender, wenn man alle Siege von Bezzecchi seit seinem Einstieg in die MotoGP unter die Lupe nimmt. Insgesamt waren es acht: die vier bereits erwähnten plus sein erster Sieg in der Königsklasse, Argentinien 2023, sowie die Triumphe in Le Mans und Indonesien in derselben Saison und Silverstone 2025. In den Sprintrennen hat er mittlerweile vier Siege auf dem Konto: Assen und Misano 2023 mit Ducati sowie Indonesien und Phillip Island in der vergangenen Saison, bereits als Aprilia-Fahrer.
Schaut man die Austragungsorte an, an denen Bezzecchi ganz oben auf dem Podium stand, fällt auf, dass er an keinem davon zuvor triumphierte. Oder anders ausgedrückt: Marco hat es geschafft, auf Rennstrecken aller Art zu gewinnen, was deutlich macht, dass der Racer aus Rimini nicht zu den Fahrern gehört, die auf bestimmten Arten von Strecken besonders schnell sind.
Ist das eine Eigenschaft, die Bezzecchi einen Vorteil bei seiner Mission verschafft, der nächste MotoGP-Weltmeister zu werden? Eine Frage, die nur ein klares Ja als Antwort kennt. Und doch bleibt die Nummer 72 seiner konservativen Kommunikationsstrategie treu. Auch bei der offiziellen Eröffnungspressekonferenz in Austin schien Bezzeechi das Spiel der wenigen Worte mit den Medien zu genießen.
«Die Mannschaft und ich – und das Motorrad haben bisher sehr gut funktioniert. Wir versuchen auch in den USA, das Beste herauszuholen. Weiter nach vorne schauen wir nicht.» Basta. Alle Versuche, einen tieferen Einblick in den Lockenkopf zu gewinnen, scheiterten auch vor Event 3 im Ansatz.
Bezzecchi zum Rückblick auf den US-GP 2024, der komplett in Händen von Aprilia und Maverick Viñales ist «Auch wenn Maverick damals sehr stark gefahren ist, ist es nicht zu vergleichen, denn das Motorrad hat heute nicht mehr mit 2024 zu tun.» Und damit schob der Aprilia-Pilot und WM-Leader den Ball an Nebenmann Marc Márquez weiter: «Marc und Austin, das ist eine besondere Verbindung. Ich denke, er hat in Texas öfter gewonnen, als ich in meiner Karriere!»
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