Paola Ramos siegt trotz Long-Laps: «Man braucht die Champion-Mentalität»
Zwei Siege in Jerez und WM-Bronze: Paola Ramos beendete ihre erste volle WorldWCR-Saison eindrucksvoll. Für den nächsten Schritt weiß sie, worauf es ankommt: Konstanz und klügeres Rennmanagement.
Mit einem Doppelsieg in Jerez setzte Paola Ramos zum Abschluss ihrer ersten kompletten Saison in der Frauen-WM ein Ausrufezeichen. Selbst eine
Insgesamt feierte Ramos vier Siege: Nach den Erfolgen im jeweils zweiten Lauf von Portimao und im Balaton Park gewann sie beide Finalrennen. Dass ihr Jerez besonders liegt, hatte sie bereits bei ihrem Gaststart im Vorjahr mit einer starken Vorstellung gezeigt.
Wie 2025: Ramos in Jerez richtig stark
Einen unmittelbaren Heimvorteil wollte Ramos allerdings nicht für sich beanspruchen. Auf die Frage, ob sie nur wenige Minuten von der Strecke entfernt wohne, korrigierte sie lachend die Vorstellung: «Nein, Stunden. Viele Stunden. Ich wohne zwölf Stunden von hier entfernt», erklärte die Spanierin. Ein Heimrennen sei Jerez für sie vor allem deshalb, weil es in Spanien stattfinde.
Die Streckenführung kommt ihr dafür besonders entgegen. «Ich denke, dass dieser Kurs perfekt zu mir und meinem Fahrstil passt. Es ist definitiv eine gute Strecke für mich», hielt Ramos fest.
Am Samstag demonstrierte sie dort nicht nur ihre Geschwindigkeit, sondern auch, dass sie einen erheblichen Rückschlag während des Rennens kompensieren kann. Trotz der beiden vorgeschriebenen Umwege durch die Long-Lap-Schleife gewann sie. Für den zweiten Lauf änderte sie ihre grundsätzliche Herangehensweise deshalb nicht.
«Der Plan war derselbe wie gestern – nur ohne die doppelte Long-Lap-Penalty. Ich wollte versuchen, einen Vorsprung herauszufahren und zu gewinnen», schilderte Ramos.
Ausblick auf 2027: Ramos schnell und konstant?
WM-Bronze ist ein starkes Ergebnis für ihre erste volle Saison. Für die Spanierin war der Gedanke, sich mit den etablierten Spitzenfahrerinnen zu messen, allerdings von Anfang an selbstverständlich.
«Ich denke, dass man diese Mentalität haben muss, eine Champion-Mentalität. Zu Saisonbeginn hatte ich erwartet, vielleicht um den Titel kämpfen zu können. Aber ich hatte in diesem Jahr viel Pech. Ich habe jedoch sehr viel gelernt und denke, dass diese Erfahrungen im kommenden Jahr wichtig für mich sein werden», erklärte sie.
Ihre Siege zeigen, dass Ramos sowohl Herrera als auch Neila schlagen kann. Über die gesamte Saison gelang es ihr aber noch nicht, dieses Niveau durchgehend abzurufen. Den Erfahrungsvorsprung ihrer Gegnerinnen erkennt sie an.
«Natürlich habe ich jetzt mehr Erfahrung als zu Beginn des Jahres. Aber Maria hat sehr viel Erfahrung, Bea ebenfalls. Ich habe jeden Tag etwas dazugelernt. Es ist wichtig, mehr Erfahrung zu sammeln», betonte die WM-Dritte.
Auf ihre unbestrittene Geschwindigkeit angesprochen, brachte Ramos die entscheidende Aufgabe für die Zukunft knapp auf den Punkt: «Ja, aber Konstanz ist der Schlüssel», sagte sie.
Dazu gehört auch, ihren aggressiven Fahrstil mit einem überlegteren Rennmanagement zu verbinden. Bereits beim Gaststart in Jerez im Vorjahr hatte Ramos darüber gesprochen, auf der Strecke strategischer handeln zu wollen. Nach ihrer ersten vollständigen WM-Saison sieht sie darin weiterhin keinen Widerspruch zum offensiven Fahren.
«Als Rennfahrerin muss ich aggressiver sein, immer. Aber natürlich muss ich manchmal auch darüber nachdenken, wie ich das Rennen einteile. Beides gehört dazu. Das habe ich in diesem Jahr sehr gut gelernt. Mal sehen, ob mein Kopf im nächsten Jahr weiterhin mitarbeitet», erklärte Ramos.
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